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Serienbrandstifter zündet große Strohlagerstätte an / Funkenflug gefährdet Biogasanlage

Kampf gegen Feuer und Rauch

Kirchohsen. Die Feuerfront ist 50 Meter lang und 10 Meter breit – der glutrote Schein der Flammen ist in der Nacht von Donnerstag auf Freitag selbst von Klein Berkel aus zu sehen. Bis nach Hameln ziehen die Rauchschwaden. Fast überall riecht es nach Feuer. Auch am nächsten Vormittag noch. Besorgte Bürger rufen bei der Feuerwehr-Leitstelle an, fragen, was los ist. Der Serienbrandstifter hat an der alten Bundesstraße 83 zwischen der Biogasanlage in Kirchohsen und dem Atomkraftwerk in Grohnde eine große Strohlagerstätte angezündet. Funkenflug gefährdet die Biogasanlage. Sie wird bis in die frühen Morgenstunden von der Feuerwehr mit Wasser besprüht und auf diese Weise geschützt.

veröffentlicht am 16.11.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 24.01.2019 um 14:19 Uhr

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Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Der Großbrand ist am Donnerstag wenige Minuten vor 22 Uhr entdeckt worden. Die Flammen lodern, das Feuer ist schwer zu löschen. Einsatzleiter Thomas Feldmann lässt zwei je 500 Meter lange Schlauchleitungen verlegen. Doch: Wenn die Feuerwehrleute Wasser ins Feuer sprühen, bildet sich rasch Dampf. Die heißen feinen Wassertröpfchen reißen Rauchgaspartikel mit in die Luft. Der feuchte Qualm stinkt, raubt den Helfern fast den Atem. Wer an vorderster Linie gegen das Feuer kämpft, muss Pressluftflaschen anlegen und wie ein Taucher durch eine Maske atmen. Nur mit Rad- und Frontladern gelingt es, die 280 brennenden Ballen auseinanderzureißen. Jeder Quader wiegt zwischen 200 und 300 Kilogramm und ist 30 bis 40 Euro wert.

Die Leitstelle hat zunächst Freiwillige aus Kirchohsen, Grohnde und Amelgatzen alarmiert. Angesichts der Größe des Feuers wird rasch die zweithöchste Alarmstufe ausgelöst. Sirenen heulen, Feuerwehren rücken aus Emmern, Hagenohsen und Börry an. Das Stroh ist nicht zu retten. Nur Straßenbäume und die Biogasanlage können geschützt werden. Das ist Feldmann klar. Die Feuerwehrleute kämpfen bis zum Umfallen. Die ganze Nacht über müssen Verstärkungskräfte alarmiert werden, um erschöpfte Helfer austauschen zu können. Sie eilen aus Latferde, Hajen, Esperde, Frenke, Brockensen, Bessinghausen, Welsede und Hämelschenburg herbei. Die letzten Kräfte werden am Freitag um 9.36 Uhr angefordert. Die Schnell-Einsatzgruppe des Roten Kreuzes aus Marienau betreut die Einsatzkräfte – die neun Rotkreuzler haben ein Zelt aufgebaut, Sitzbänke aufgestellt, Suppe und Kaffee gekocht. DRK-Einsatzleiter Michael Bretzing hat auch einen Rettungswagen dabei – für den Fall der Fälle. Er weiß: Stundenlange Löscheinsätze sind gefährlich. „Da kann man sich schon mal verletzen.“

Auch in Aerzen hat es mehrfach gebrannt – viele haben Angst. In einem Brief an den Bürgermeister fordert FDP-Ratsherr Rudi Sonnemann Bernhard Wagner auf, „die Nachtabschaltung mit sofortiger Wirkung außer Kraft zu setzen“. Durch die Brandserie seien die Bewohner in „Angst und Schrecken“ versetzt worden, schreibt er. Die Straßenlaternen jetzt auch nachts leuchten zu lassen, wäre ein „Zeichen für die Bevölkerung“.

Rudi Sonnemann schlägt vor, für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen, eine Belohnung in Höhe von 3000 Euro auszusetzen.

Einen Film und eine interaktive Karte finden Sie auf dewezet.de

Im Kampf gegen die Feuerwand: Sascha Corbach und Kay Leinemann.



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