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Restaurierte Grabsteine in Hämelschenburg aufgestellt

Jüdischer Friedhof erhält seine Würde zurück

HÄMELSCHENBURG. Der jüdische Friedhof in Hämelschenburg, kaum wahrnehmbar am Rampenweg, erinnert nun wieder an einige Toten, die dort bestattet sind. Der Landesverband der jüdischen Gemeinden hat die beiden einzigen verbliebenen Grabsteine nach ihrer Restaurierung dort auf dem gerade mal 148 Quadratmeter kleinen Areal aufgestellt.

veröffentlicht am 15.03.2019 um 18:36 Uhr
aktualisiert am 15.03.2019 um 20:00 Uhr

Nicht einmal 150 Quadratmeter groß ist der jüdische Friedhof in Hämelschenburg, der auch ein neues Tor erhielt. Foto: cb
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Im Sommer 1989 hatten Bernhard Gelderblom sowie Edward und Burkhard Menking die damals völlig überwucherten Steine freigelegt und soweit möglich entziffert. Beide Steine stammen aus dem Jahre 1748, sind also vergleichsweise sehr alt. Durch ihre Größe deuten sie auf erheblichen Wohlstand des dort bestatteten Ehepaares hin, vermutet Gelderblom. Die Steine seien für eine liegende Stellung als Platte konzipiert worden, weil sie in der Mitte ein Medaillon tragen. Damit entspricht die Platte dem in dieser Gegend nicht verbreiteten Typus eines sephardischen Steines. Die Sephardim – aus Spanien vertriebene Juden – pflegten ihre Grabsteine als liegende Platten anzuordnen.

Der Hamelner Historiker vermutet, dass es dort früher noch mehr Grabsteine gegeben hat. 1830 im Besitz eines Juden aus Hämelschenburg, sei der Friedhof nach dem Wegzug der letzten Juden Ende des 19. Jahrhunderts völlig vernachlässigt gewesen, wenige Tage nach dem 9. November 1938 von SA-Leuten aus dem benachbarten Dorf Gellersen zerstört worden. Der Friedhof ist seit 2005 wieder im Besitz des Landesverbandes.

Der Landesverband der jüdischen Gemeinde hat die beiden einzigen verbliebenen Grabsteine restaurieren lassen. FOto: cb


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