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Greifswalder Universität ehrt Emmerthals Gleichstellungsbeauftragte für ihre Forschungsarbeit

Ist’s naturgegeben, was Frau oder Mann sagen?

Emmerthal / Hameln (mafi).

veröffentlicht am 07.12.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 01:21 Uhr

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Viele Bücher sind in jüngerer Zeit darüber verfasst worden, was Männer und Frauen unterscheidet. „Er“ kann angeblich nicht aufmerksam zuhören, „Sie“ offenbar nicht bordsteinnah einparken. Mit dem Zelebrieren all der Missverständnisse, die sich aus den Geschlechterrollen ergeben sollen, füllen Komiker ganze Arenen. Auch die Wissenschaft forscht mit Eifer in dieser Sache. Die Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde Emmerthal, Anne-Brit Gäbel aus Hameln, ist in diesem Zusammenhang soeben in Greifswald für ihre Masterarbeit mit dem Universitätspreis geehrt worden. „Ich freue mich natürlich sehr über diese Anerkennung meiner wissenschaftlichen Arbeit“, sagt die Doktorandin, die ihr Abitur vor sieben Jahren am Viktoria-Luise-Gymnasium in Hameln gemacht hat.

Anne-Brit Gäbel hat untersucht, wie Männer und Frauen gemeinsam über ein Thema sprechen und ob sie beim eigenen Argumentieren oder beim Wahrnehmen des Gegenübers bekannten Rollenbildern verhaftet sind. Die von Gäbel initiierten Diskussionsrunden standen unter der Überschrift „Beruf oder Berufung – was erwarte ich vom Leben?“ Für die Frauen habe im Vordergrund gestanden, wie sie Familie und Karriere unter einen Hut bringen können. Die Männer hätten einen anderen Fokus gesetzt, ihre Aussagen seien von den Gesprächspartnern auch anders als die der Frauen bewertet worden, schildert die Kommunikations- und Sprachwissenschaftlerin. Sie stellt fest, dass sich die Menschen zwar in die Rollenbilder einfügen, dies aber nicht in jedem Fall. Vor allem: Die Männer und die Frauen seien nicht gefangen in Rollen und Klischees. „Die Natur und Kultur geben nicht alles vor. Vieles, was wir erwarten, ist erlernt,“ erklärt Gäbel. Der Mensch könne frei handeln. Die Expertin hält stereotypes Verhalten beim Umgang miteinander aber nicht unbedingt für verwerflich. Konventionen seien oft wichtig, „weil die Wirklichkeit zu komplex ist“, um sich ständig binnen kürzester Zeit neu zu orientieren. So habe sich zum Beispiel der Grundsatz „Der erste Eindruck zählt“ allgemein durchgesetzt.

Die Ernst-Moritz-Arndt-Universität in Greifwald vergibt ihren Preis seit dem Jahr 2006 für eine wissenschaftliche Arbeit, die die Geschlechtsperspektive in besonderer Weise berücksichtigt. Es zählen auch die Qualität der wissenschaftlichen Darstellung sowie der innovative und originäre Ansatz. Der mit 300 Euro dotierte Preis wurde Anne-Brit Gäbel während der großen Zeremonie zur Verleihung akademischer Grade durch Universitätsrektor Professor Rainer Westermann und durch die Vorsitzende der Senatsgleichstellungskommission, Ruth Terodde, überreicht. Neben ihren Forschungen und ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit für die Gemeinde Emmerthal arbeitet Gäbel als Korrektorin und Texterin für die Werbewirtschaft. Mit ihrer Schwester Birte bildet sie ein „musikalisches Hochzeitsduo“.

Stolzer Moment: Anne-Brit Gäbel erhält von

Universitätsrektor Professor Rainer Westermann

die Preisurkunde. Foto: pr



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