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SPD und Grüne befürchten negative Folgen für die Kindertagesstätte

In die Freude über das Baugebiet mischen sich Sorgen

EMMERTHAL.Die Kindertagesstätte Distelflecken ist gleich von drei Seiten vom Neubaugebiet mitten im Kernort umgeben - mit allen damit verbundenen negativen Folgen, wie es heißt. Der Baustellenverkehr nerve erheblich, Krippenkinder kommen nicht zum Schlafen. SPD und Grüne hoffen darauf, die Situation zu entschärfen.

veröffentlicht am 30.06.2017 um 13:42 Uhr

Von drei Seiten vom Baugebiet umgeben ist die Kindertagesstätte Distelflecken. Der Baustellenverkehr beeinträchtige die Arbeit mit den Kindern, heißt es von der Kita-Leitung. Foto: Dana
Christian Branahl

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Christian Branahl Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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Bei den Emmerthaler Kommunalpolitikern herrscht ungeteilte Freude, dass mit dem großen Baugebiet „Zum Distelflecken“ mitten im Kernort wieder Potenzial für Eigenheimbesitzer besteht, dennoch: Die vorbereitenden Bauarbeiten müssten so gestaltet werden, dass Nachbarn und vor allem die Kindertagesstätte möglichst wenig beeinträchtigt werden, sagt Ruth Leunig, Gruppensprecherin von SPD und Grünen im Rat. „Dafür tragen wir eine gewisse Verantwortung“, sagt die SPD-Politikerin, die sich grundsätzlich mehr als zufrieden mit dem Baugebiet zeigt. „Unser Filetstück“, sagt sie aus Sicht der Gemeinde, wobei aber ein privater Investor auftritt.

Viele Baufahrzeuge würden im Einsatz sein – allein 3000 Lkw-Fahrten seien geplant, um die Schlammteiche zu verfüllen, weiß Leunig. Sie zitiert die Kita-Leitung mit den Worten, dass der Verkehr die Mitarbeiter „wahnsinnig mache“, auch der Tagesablauf teils massiv gestört werde. Beispielsweise gebe es Krippenkinder, die dort nicht zum Schlaf kommen würden. Ein weiteres Problem sei, dass die „Lkw über den Weg donnern, über den die Kinder gebracht werden“, berichtet Leunig.

Allen sei bewusst, wie wichtig das Neubaugebiet für die Gemeinde sei, betont die Gruppensprecherin. Ebenso wichtig sei es aber, für einen weitgehend störungsfreien Verlauf von Erschließung und späteren Hausbauten zu ermöglichen. Angestrebt sei, dass ein Informationsabend für die Eltern, deren Kinder die Kita besuchen, stattfinden solle. Außerdem schlägt Leunig gemeinsam mit ihrem Fraktionsvize Dominik Petters vor, bei einer weiteren Veranstaltung auch die Nachbarn in die Planungen einzubeziehen.

Bekanntlich erschließt und vermarktet die Gesellschaft Pura Vida Wohnbau das Areal auf dem Gelände der ehemaligen Zuckerfabrik zwischen Einkaufszentrum, Weser und Bahntrasse. Vorgesehen sind 42 Einfamilien- und 6 Mehrfamilienhäuser. Nach aktuellen Angaben des Investors auf seiner Internetseite sind bereits kurz nach Beginn der Vermarktung zehn Grundstücke verkauft.

In einer Anfrage an die Gemeinde bringen SPD und Grünen ihre Sorgen zum Ausdruck. Der Eingang in die Kita erfolgt über einen Fußweg, abgehend von der Straße „Zum Distelflecken“. Auf den Bauzeichnungen sei nicht klar erkennbar, ob die zukünftige Straßenführung diesen Fußweg mit einbeziehe oder ob er zum Kita-Gelände gehöre und weiterhin Bestand habe. Selbst die Müllfahrzeuge dürften dort nicht fahren. „Das scheint sich bei den derzeitigen Baufahrern noch nicht herumgesprochen zu haben“, heißt es in dem Papier. Sie nutzten diesen Fußweg als Fahrstrecke zu den ehemaligen Schlammteichen. Außerdem grenze das Baugebiet direkt an den Schlafraum der Kinder.

Deshalb fragen die beiden Fraktionen: „Welche Möglichkeiten für einen zusätzlichen Lärmschutz können von der Gemeinde ermöglicht werden?“ Sie halten es für „außerordentlich wichtig“, hier frühzeitig Maßnahmen zu treffen, um den Betrieb des Kindergartens aufrechterhalten zu können. Eventuell sollte auch über eine Ausweichmöglichkeit in der „heißesten Phase“ der Erdanlieferung durch die vielen Lkw nachgedacht werden, beispielsweise mit einer Wald-Kita.

Grundsätzlich geht es laut SPD und Grünen um eine gute Nachbarschaft, da ja alle Beteiligten das Baugebiet gewünscht hätten. Dabei führen die Überlegungen inzwischen über die Erschließungs- und Bauphase hinaus, wie Leunig meint. Die Gemeinde müsse beobachten, wie sich die Strukturen dort entwickeln würden: Ob etwa Emmerthaler dort ihr Haus errichten würden und deshalb andernorts Leerstände entstehen oder ob junge Familien als Neubürger in die Gemeinde kommen und dadurch etwa zusätzliche Kita-Plätze notwendig werden, wie die Gruppensprecherin als Beispiele nennt. Leunig: „Wir müssen gucken, ob und wie wir das positiv begleiten können.“



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