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Das grenzt an Zauberei

In Aerzen gibt es ein Harry-Potter-Haus

AERZEN. Wer in die Welt von Harry Potter eintauchen möchte, kann sich in den kommenden Wochen den Umweg über das Gleis 9 ¾ der Londoner Kings Cross Station sparen und gleich den Fliederweg im Aerzener Neubaugebiet „Sanders Kampe“ ansteuern. Dort haben Torsten Hartwich und Timo Sentker den Vorgarten ihres Hauses in eine perfekte Zauberlehrlingswelt verwandelt.

veröffentlicht am 10.10.2018 um 14:17 Uhr
aktualisiert am 12.10.2018 um 16:42 Uhr

Harry Potter – wohin man im Vorgarten auch schaut. Und natürlich ein Dementor. Foto: sbr
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Autor

Sabine Brakhan Reporterin
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Dementoren, furchteinflößende Kreaturen, die den Menschen die Seele aus dem Leib saugen und über Askaban wachen, fliegen durch den Vorgarten. Der sprechende Hut empfängt die Gäste an der Haustür und der Ford Anglia könnte eigentlich ein ganz normales, allerdings schon ziemlich altes Muggelauto sein, hätte er nicht irgendwie magisch inmitten der Vorgartenbepflanzung eingeparkt. Wer in die Welt von Harry Potter eintauchen möchte, kann sich in den kommenden Wochen den Umweg über das Gleis 9 ¾ der Londoner Kings Cross-Station sparen und gleich den Fliederweg im Aerzener Neubaugebiet „Sanders Kampe“ ansteuern.

Dort haben Torsten Hartwich und Timo Sentker den Vorgarten ihres Hauses in eine perfekte Zauberlehrlingswelt verwandelt. „Wir sind beide kreativ und ein bisschen theaterverrückt und darüber hinaus mögen wir das Auffällige“, erklärt Torsten Hartwich den Grund, warum die aufwendige und von den beiden Aerzenern selbst gebastelte Outdoor-Dekoration den Weg in den Vorgarten gefunden hat. Während der Theatersaison sind die Freilichtbühne Osterwald und das Emmerthaler Elterntheater das Terrain, auf dem die beiden ihre Kreativität ausleben. Wenn der Sommer zur Neige geht und anderswo beleuchtete Fratzenkürbisse aufgestellt werden, zelebrieren Torsten Hartwich und sein Lebensgefährte Halloween mit Harry Potter. Und dabei geben sich der 32-Jährige und sein Partner detailverliebt.

Nicht nur die Dementoren wabern nahezu lebendig und furchteinflößend im Abendwind und wachen über den Neubau, der über dem Eingang unübersehbar ein Askaban-Schild trägt. Wer sich die Zeit nimmt und die Namen studiert, die auf den vielen Kreuzen verewigt wurden, die nun statt der Vorgartenblütenpracht das Entree schmücken, der wird feststellen, dass all die in der Romanreihe verstorbenen Charaktere zusätzlich mit einem unverkennbaren Detail dargestellt wurden.

Hat die gesamte aufwendige Harry-Potter-Deko selbst gestaltet: Torsten Hartwich und sein sprechender Hut. Foto: sbr
  • Hat die gesamte aufwendige Harry-Potter-Deko selbst gestaltet: Torsten Hartwich und sein sprechender Hut. Foto: sbr
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Den Platz in der ersten Reihe hat sich selbstverständlich kein anderer sichern können als Dobby. Auf seinem Film-Grabstein steht: Hier liegt Dobby, ein freier Elf. Das Dobby-Kreuz in Aerzen kennzeichnet die für den sympathischen Hauself so typischen Socken. „Das war wirklich eine der dramatischsten und gleichzeitig traurigsten Szenen der Romanreihe, als der loyale Dobby im Kampf gegen Lord Voldemort Harry Potter und seinen Gefährten hilft, aus dem Kerker der Malfoys zu entkommen, dabei von der Todesserin Bellatrix Lestrange tödlich verletzt wird und in den Armen von Harry Potter stirbt“, erinnert sich der eingefleischte Potter-Fan.

Timo Sentker, der die Kreuze gestaltet hat, hat aber auch Details eingefügt, die nicht gleich ins Auge springen, sondern erst, wie bei einem Wimmelbild, auf den zweiten Blick auffallen: den fehlenden Finger von Peter Pettigrew oder die aufgefangene Träne von Snape beispielsweise. Und dann ist da natürlich auch noch ein Kreuz für „Du-weißt-schon-wer“. Ganz abgeschlossen ist die Halloween-Deko-Aktion aber noch nicht. „Wir warten noch auf die Lieferung der Nebelmaschine und einer zusätzlichen indirekten Beleuchtung fürs Haus“, verrät Hartwich. „Die sind aber früh dran“, hat sich offenbar schon manch einer gedacht und die beiden Aerzener darauf angesprochen, dass Halloween eigentlich doch erst Ende Oktober gefeiert wird. „Mit den Vorbereitungen haben wir bereits im Juni angefangen und im Laufe der letzten Woche dann damit begonnen, das Haus zu dekorieren.

Das ist ein nicht zu unterschätzender zeit- und arbeitsintensiver sowie auch kostspieliger Aufwand, den man nicht einfach nur für ein paar Tage betreibt“, gesteht Torsten Hartwich. Allerdings wollen die beiden Halloween-Begeisterten das Thema im kommenden Jahr noch einmal aufgreifen und weiter ausbauen. Zur Freude der Nachbarn und vieler anderer Harry Potter-Fans, die bisher alle positiv auf die außergewöhnliche Deko-Idee reagiert haben, wie der Aerzener erzählt. Was aber auffällt: „Seit die Deko steht, haben wir keine Post mehr bekommen“, stellt Torsten Hartwich beim Blick in den ebenfalls dekorierten, aber inhaltlosen Briefkasten fest und befürchtet, der Zusteller hat Angst bekommen, den Kasten überhaupt zu öffnen. „Da kommt bestimmt nichts rausgesprungen“, verspricht er.

Aber werden Briefe in der magischen Welt nicht sowieso von Posteulen überbracht und zwischen den Abteilungen des Zaubereiministeriums Notizen mit Hilfe fliederfarbener Papierflieger, sogenannter Memos, ausgetauscht?

Torsten Hartwich und Timo Sentker laden auf jeden Fall alle Harry-Potter-Fans zum Schauen und Staunen an den Aerzener Fliederweg ein. Und Vorsicht: „Expelliarmus!“ – es gibt diesen Zauberspruch, der Gegner entwaffnet, die nicht nur gucken wollen.



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