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Ortsumgehungen: In Reher drängen die Einwohner – in Groß Berkel gilt Trassenverlauf als umstritten

Im Wettstreit um die höchste Priorität

Aerzen. Die Zeit drängt, um für die möglichen Umgehungsstraßen für Reher und Groß Berkel überhaupt eine realistische Chance zu bekommen. In dem am Montag endenden Beteiligungsverfahren für den Bundesverkehrswegeplan 2030 fordert Bürgermeister Bernhard Wagner die höchste Priorität für beide Straßenbauprojekte.

veröffentlicht am 01.05.2016 um 13:41 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 12:56 Uhr

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Christian Branahl

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Christian Branahl Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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Aerzen. Die Zeit drängt, um für die möglichen Umgehungsstraßen für Reher und Groß Berkel überhaupt eine realistische Chance zu bekommen. Und die solle genutzt werden, sind sich Politik und Verwaltung in Aerzen einig. In dem am heutigen Montag endenden Beteiligungsverfahren für den Bundesverkehrswegeplan 2030 will Bürgermeister Bernhard Wagner die Forderung erheben, dass die beiden Straßenbauprojekte in die höchste Kategorie kommen. „Wir sind im Wettstreit mit vielen anderen Projekten bundesweit“, sprach Wagner von einer Herausforderung. Doch nur so gebe es überhaupt eine Möglichkeit, dass in einem Zeitraum von 15 Jahren etwas geschehen könnte. Es gehe darum, was die Gemeinde wolle, meinte Markus Brockmann, Leiter des Hamelner Geschäftsbereiches der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. Und wenn die Projekte in den „Vordringlichen Bedarf“ hochgestuft werden sollten, müssten Politik und Verwaltung diesen Willen kundtun. „Das ist die Liga, wo man hinwill“, sagte Brockmann. „Man muss sich nicht mit der zweiten Klasse zufriedengeben, wenn es auch die erste Klasse gibt.“

Sowohl Brockmann als auch Wagner machten vor den Politikern im zuständigen Fachausschuss deutlich: Derzeit spiele es dabei überhaupt keine Rolle, wie beispielsweise ein späterer Trassenverlauf geplant werden könnte. Hintergrund: Die derzeit in Groß Berkel vorgesehene Nordumgehung ist bei den Einwohnern umstritten, wie die Ratsherren Burkhard Schraps (SPD) und Friedel-Curt Redeker (CDU) erneut deutlich machten. „Da müssen die Bürger mit ins Boot geholt werden“, sagte Redeker. „Sonst drohen Druck und Ärger.“ Schraps favorisiert die Südumgehung. „Die Nordtrasse wäre das Falscheste, was wir machen könnten.“ Um diese Frage gehe es derzeit nicht, sagte Brockmann. Die vorliegende Planung sei viele Jahre alt. Heute würden ganz andere Maßstäbe, beispielsweise beim Natur- und Landschaftsschutz, angelegt. „Heute geht es nicht um Nord oder Süd, sondern darum, ob Sie eine Ortsumgehung wollen“, meinte er.

In Reher scheint die Stimmung eindeutiger zu sein – und das bekräftigte Ortsbürgermeisterin Christa Jakobi. Sie berichtete, selbst schon eine Stellungnahme eingereicht zu haben, die emotionaler sei und vielleicht nicht den Sachargumenten der Verkehrsexperten entspreche. Die Lebensqualität in Reher mit der 1,4 Kilometer langen Ortsdurchfahrt sei „stark belastet“. Seit Jahrzehnten würden sich die Einwohner, auch mit Bürgerinitiative, Unterschriftensammlung und in eigener Regie durchgeführter Verkehrszählung, für eine Entlastungsstraße einsetzen. „Um Reher eine Zukunft zu geben, brauchen wir die Ortsumgehung.“

Nur Druck könne helfen, auf diesen Wunsch aufmerksam zu machen, meinte Brockmann. Sonst wäre die Ortsumgehung in Aerzen nicht so vergleichsweise schnell realisiert worden. Bürgermeister Wagner kündigte an, dass nicht nur Bundes- und Landespolitiker eingeschaltet worden seien, sondern nun auch eine fachlich fundierte Stellungnahme an die Behörden formuliert werde. Dabei gehe es besonders darum, die raumordnerische Bedeutung der beiden Projekte hervorzuheben. In dieser Woche sei ihm von Unternehmensvertretern erneut verdeutlicht worden, wie wichtig eine gute Verkehrsanbindung an Hannover sei. „Da werden wir ansetzen“, sagte er. Und zwar auf Grundlage einer Resolution des Aerzener Rates, die sich für beide Umgehungsstraßen einsetze. Wagner weiter: Dabei gelte es aber, den Trassenverlauf für Groß Berkel erneut auf den Prüfstand zu stellen.



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