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Als Souffleuse ist Renate Gebauer für die Darsteller beim Berglandtheater überlebenswichtig

Im Fall des Falles ist sie die Rettung

Dehmkerbrock. Bereits seit dem 16. Jahrhundert wird vorsichtig geübte und freundlich angebrachte Kritik durch die Blume ausgedrückt. Beim Berglandtheater in Dehmkerbrock bekommt die uralte Redewendung „etwas durch die Blume sagen“ eine ganz andere Bedeutung, wenn Renate Gebauer vom Theaterverein auch in dieser Laienspiel-Saison wieder einmal in ihrem Souffleusen-Kasten verschwindet. Ein rechteckiges Loch hinter einer schmalen Rigipswand, unauffällig verdeckt von einer grünen Zimmerpflanze, das ist für die kommenden Wochenenden ihre Refugium. Von hier aus hilft sie den Dehmkerbrocker Laienschauspielern über Texthänger hinweg, indem sie buchstäblich durch die Blume spricht. Ihre Stimme ist quasi überlebenswichtig für die Akteure auf der Bühne. Ist während der wochenlangen Proben im Vorfeld der beiden Theaterwochenenden am 5. und 6. sowie 12. und 13. März noch jede Menge Starthilfe aus dem Hintergrund zu leisten, kommt die Laienschauspielerschar während der Aufführungen größtenteils ohne Gebauers Einwürfe aus, wie die langjährige Erfahrung zeigte. Dann ist die Souffleuse eher so etwas wie der gute Geist im Hintergrund, das Maskottchen der Truppe, die Rückenstütze und gleichzeitig das bewährte Mittel gegen Lampenfieber. Getreu dem Motto: Was soll schon passieren, Renate ist ja da, auch wenn das Publikum sie nicht zu Gesicht bekommt und im besten Falle auch nicht hört. Zu sehen und hören gibt es schließlich genug auf der Bühne. „Vorhang auf!“ heißt es, wenn der Bühnennachwuchs sein Sketch-Feuerwerk abbrennt. Sind die Lachsalven verklungen, stellt die Erwachsenentruppe der Dehmkerbrocker Laienschauspieler mit dem Stück „Kein Verlass mehr auf die Alten“ die Frage, ob man sich mit fast siebzig noch frisch verlieben darf. „Wenn auf eine kleine Geste eine große Bitte folgt, kann die Wahl zwischen Ja und Nein Generationen spalten und neue Perspektiven eröffnen“, beschreibt Renate Gebauer mit wenig Worten das etwa 30-minütige Stück. Wenn sich der Vorhang im Dorfgemeinschaftshaus in Dehmkerbrock zum dritten Mal öffnet, hat sich das Esszimmer in eine gemütliche Wohnlandschaft verwandelt und die jungen Erwachsenen haben die Bretter erobert, die auch im Aerzener Bergdorf die Welt bedeuten. „Ein herrlicher Klamauk mit überraschendem Ende“, macht Renate Gebauer auf das Stück „Der Lover aus dem Internet“ neugierig. „Eine Internetliebelei, die lediglich auf ausgetauschten Babyfotos beruht und in der gleichzeitig die Sprengkraft für den familiären Supergau tickt – herrlich“, schwärmt Gebauer.

veröffentlicht am 26.02.2016 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:50 Uhr

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Autor:

Sabine Brakhan
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Sowohl für die Premiere am Samstag, 6. März, um 19.30 Uhr, als auch für die weiteren Aufführungen am Samstag, 12. März, um 19.30 Uhr sowie Sonntag, 6. und 13. März, jeweils um 16.00 Uhr im DGH Dehmkerbrock gibt es noch Karten, die telefonisch unter 05158/2383 (Gebauer) oder 05158/1712 (Friedmann) reserviert werden können.



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