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Katharina von Stuckrad ist zurzeit die einzige Fahrerin der Othmer-Flotte

Ihr Arbeitsplatz ist ein 40-Tonner

AERZEN/HASPERDE. Gesteuert werden die Fahrzeuge überwiegend von Berufskraftfahrern – mit einer Ausnahme. Wagen Nummer 7 wir von einer Frau gelenkt. Die Aerzenerin Katharina von Stuckrad ist zurzeit die einzige Fahrerin am Steuer eines 40-Tonners der Othmer-Flotte. Mehrmals täglich beliefert sie ein Betonwerk.

veröffentlicht am 25.09.2018 um 18:38 Uhr
aktualisiert am 25.09.2018 um 21:20 Uhr

Mehrmals täglich beliefert Katharina von Stuckrad ein Betonwerk. foto: sbr
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Autor

Sabine Brakhan Reporterin
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Beim Stichwort „Othmer“ fallen vielen erst einmal die auf Hochglanz geputzten und wie Perlen auf einer Schnur aufgereihten, ordentlich ausgerichtet geparkten Lkw auf dem Firmengelände an der B 217 in Hasperde ein. 34 Sattelzugmaschinen mit Auflieger sowie ein Planenzug rollen für das mittelständische Unternehmen, hauptsächlich im Nahverkehr, aber auch darüber hinaus.

Gesteuert werden die Fahrzeuge überwiegend von Berufskraftfahrern – mit einer Ausnahme. Wagen Nummer 7 wir von einer Frau gelenkt. Die Aerzenerin Katharina von Stuckrad ist zurzeit die einzige Fahrerin am Steuer eines 40-Tonners der Othmer-Flotte. Mehrmals täglich beliefert sie ein Betonwerk. Nach ihrer Lieblingsfracht gefragt, muss die 53-Jährige nicht lange überlegen: Kies in der 8/16-Körnung. „Da muss man nach dem Abkippen nicht soviel von der Ladefläche fegen“, fügt sie erklärend hinzu.

Fasziniert hat die examinierte Krankenschwester das Lkw-Fahren schon immer. Im Jahr 2000 hat sie dann ihren Traum wahr werden lassen und den Lkw-Führerschein (CE) gemacht. Allerdings hatte sie anfangs gar nicht vor, beruflich in diese Branche einzusteigen, wie sie sagt. Eigentlich hatte sie sich überlegt, mit einzelnen Fahrten die Kosten für den Führerschein wieder hereinzuholen. Das zum Lkw-Fahren mehr gehört, als nur die notwendigen Papiere, wurde der Mutter von zwei erwachsenen Kindern schnell deutlich. Heute weiß sie: Ohne ausreichende Fahrpraxis und Erfahrung läuft das nicht!

Der Schwerlastverkehr ist nicht der Feind der Pkw, sondern sollte als Zulieferer wahrgenommen werden, der alles am Laufen hält.

Katharina von Stuckrad

Doch als die Kinder aus dem Haus waren und auch am Neubau nicht mehr täglich Hand angelegt werden musste, reifte bei Katharina von Stuckrad erneut der Wunsch, das Lkw-Lenkrad selbst in die Hand zu nehmen. Und am Ende waren es die Auffrischungsfahrstunden, die die Aerzenerin mit ihrem heutigen Arbeitgeber in Kontakt brachten. „Der Fahrschul-Lkw wurde in der Waschanlage auf dem Othmer-Gelände gewaschen, und während ich auf der benachbarten Tankstelle Kaffee besorgte, hatte mein Fahrlehrer bereits ein Praktikum für mich beim Disponenten organisiert“, berichtet sie. Aus dem spontan vereinbarten Probearbeiten wurde schnell ein Minijob und schließlich eine Beschäftigung in Vollzeit.

Als Frau in dem Job kennt sie mittlerweile genau ihre Grenzen. Und sie ist auch nicht zu stolz, um beispielsweise in einer „verfahrenen“ Situation einmal die Hilfe ihrer Kollegen in Anspruch zu nehmen. Ein ganz dickes Lob möchte sie an dieser Stelle an ihre Kollegen weitergeben: „Ich bin hier wirklich großartig aufgenommen worden und habe vor allem in der Anfangszeit sehr viel Unterstützung bekommen, die ich auch gebraucht habe.“

Seit sie Lkw fährt, habe sie einen anderen Blick auf den Verkehr entwickelt, wie die Aerzenerin sagt. „Der Schwerlastverkehr ist nicht der Feind der Pkw, sondern sollte als Zulieferer wahrgenommen werden, der alles am Laufen hält“, unterstreicht Katharina von Stuckrad. Und auch die Arbeit, die Lkw-Fahrer leisten, schätzt die Quereinsteigerin mittlerweile ganz anders ein. „Das ist ein völlig unterschätzter Beruf!“, macht sie deutlich. Katharina von Stuckrad ist froh, dass sie diesen, für eine Frau immer noch ungewöhnlichen Wiedereinstieg in die Arbeitswelt gewählt hat. „Ich muss mir nicht später einmal die Frage stellen, ob ich das hätte machen können. Ich habe es einfach gemacht“, sagt sie abschließend, bevor sie wieder ihren Platz ihm Fahrerhaus einnimmt.

Information

Othmer Baustoffe

50 Jahre gibt es die Firma Othmer Baustoffe in diesem Jahr. Was als Baustoffhandel begann, hat sich im Laufe eines halben Jahrhunderts und drei Generationen zu einem mittelständigen Unternehmen mit zwei Standbeinen entwickelt. Zum einen steht die Firma Othmer nach wie vor für den Handel mit Baustoffen wie Sand und Kies, Splitt und Schotter, Mineralgemisch, Wasserbausteine, Mutterboden und Beton. Allerdings wird bei der Hasperder Firma nicht schubkarrenweise gekleckert, sondern das georderte Material mit Hilfe von Sattelzugmaschinen-Auflegern in Größenordnungen von 28 bis 40 Kubikmetern Ladevolumen ausgeliefert. Zum anderen handelt es sich bei dem heimischen Unternehmen um einen zertifizierten Entsorgungsbetrieb mit EG-Lizenz, der im Bereich Entsorgung/Recycling ebenfalls als Spediteur und Logistiker unterwegs ist und beispielsweise Tiermehl oder wertvolles Rohglas zum Verwerter transportiert.



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