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Emmerthal wird Pilotgemeinde für Energieberatung von Haushalten / Projekt startet Mitte September

„Ich denke, hier schlummert viel Potenzial“

Emmerthal (ag). Die ständig steigenden Energiekosten für Strom, Gas oder Heizöl nehmen in Privathaushalten inzwischen bis zu zehn Prozent des Einkommens in Anspruch. Nicht nur für einkommensschwache Haushalte ein Anreiz, durch Änderungen im persönlichen Verhalten Einsparungspotenziale zu erschließen. Die herkömmliche Energieberatung, zum Beispiel durch die Klimaschutzagentur, richtet sich in der Regel an Hausbesitzer und hat das Ziel, durch bauliche Verbesserungen die Energiebilanzen zu optimieren. Eine verhaltensbezogene Energieberatung findet meist nur durch Zeitungsmedien oder Broschüren von Umweltverbänden statt. Individuelle, persönliche Beratungsangebote für Mieter, Familien aus sozial schwächeren Bevölkerungsgruppen, Migranten oder Rentner, gibt es im Landkreis Hameln-Pyrmont bisher nicht. Das soll sich mit dem Projekt „Energiecheck Hameln-Pyrmont“, das im September in der Gemeinde Emmerthal startet, ändern.

veröffentlicht am 20.08.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 07:21 Uhr

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Vom 18. September bis zum 30. Oktober wird Thomas Kuper, Energieberater im Umweltschutzzentrum Hameln, jeden Dienstag in der Zeit von 13.30 Uhr bis 16 Uhr im Emmerthaler Rathaus als Ansprechpartner für Fragen rund ums Energiesparen zur Verfügung stehen. Sein Ziel ist die persönliche Kontaktaufnahme mit allen Energiesparwilligen, aber auch die Hilfeleistung für Geringverdiener oder Bezieher von staatlichen Transferleistungen, denen durch Zahlungsschwierigkeiten bereits Stromsperren drohen. Für eine gezielte Beratung vereinbart Kuper einen Hausbesuch, bei dem er sich einen Überblick über die persönliche Energiebilanz des Ratsuchenden verschafft.

„Ich nehme quasi die Ist-Situation im Haushalt auf, um anschließend Energieeinsparpotenziale aufzuzeigen“, erläutert Kuper seine Vorgehensweise. „Mit den gewonnen Daten und Eindrücken erarbeite ich dann ein maßgeschneidertes, schriftliches Konzept zur Energieeinsparung, das ich nach ein bis zwei Wochen bei einem zweiten Besuch vorstelle.“ Er leiste aber auch Erste Hilfe, wenn Stromsperren drohen, indem er Kontakt mit dem Energieversorger aufnimmt und einen Aufschub vereinbart, führt er aus.

Der Service von Kuper ist für Haushalte mit geringem Einkommen kostenlos. Alle anderen werden um eine freiwillige Spende zwischen 20 und 40 Euro für das Natur- und Umweltschutzzentrum Hameln gebeten. Oft seien es schon Kleinigkeiten, wie das Erhitzen von Wasser im Wasserkocher statt auf dem Elektroherd, die richtige Topfgröße für eine Herdplatte oder das Säubern des verschmutzen Luftgitters im Kühlschrank, die zu spürbaren Einsparungen bei den Energiekosten führen können, weiß der Experte. Aber auch bei der Anschaffung von energieeffizienteren Geräten leistet er Hilfestellung und vermittelt unter anderem auch Zuschüsse vom Jobcenter. Laut dem Konzept des Projektes „Energiecheck Hameln-Pyrmont“ ist das Energiesparen eine wichtige Grundlage zur Realisierung der Klimaschutzziele auch im Landkreis. „Ich denke, hier schlummert viel Potenzial“, sagt Emmerthals Erster Gemeinderat Elmar Günzel und freut sich, dass die Gemeinde zum zweiten Mal nach dem Start der Klimaschutzagentur mit dem Projekt „Mach Dein Haus fit“ im Oktober 2011 nun wieder Pilotgemeinde in Sachen Energieeinsparung im Landkreis Hameln-Pyrmont wird.



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