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Schloss Hämelschenburg liegt gleich an zwei Wanderrouten / Kirchengemeinden bieten Übernachtungen im Heu an

Ich bin dann mal weg – viele Pilger wandern durch Emmerthal

Emmerthal (ag). Pilgern hat Tradition – auch im Weserbergland. Dass dabei der Weg das Ziel ist, wissen viele spirituelle Wanderer nicht erst seit Hape Kerkelings Reisebuch „Ich bin dann mal weg“. In Emmerthal liegt das Schloss Hämelschenburg seit Jahrhunderten am Jakobsweg, der von Norden kommend nach Santiago de Compostela in Spanien führt.

veröffentlicht am 15.08.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 07:41 Uhr

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In der „Pilgerhalle“ des Schlosses umrahmen zwei Säulen mit aus Sandstein modellierten Jakobsmuscheln eine Durchreiche, die den Pilgern früher Speisung und Unterkunft verhieß. Dieses Versprechen wird auch heute noch aufrechterhalten. Inzwischen liegt Hämelschenburg seit 2005 zudem an der Route des Pilgerweges Loccum – Volkenroda. Er wurde von der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover eingerichtet und verbindet auf 290 Kilometern Länge die Zisterzienserklöster Loccum in Niedersachsen und Volkenroda in Thüringen. Von Hameln aus kann man die Route über Hämelschenburg nach Lüntorf und dann weiter nach Kemnade wählen. Alternativ zu dieser Variante über die Hügel des Weserberglandes kann man auch auf dem Weserradweg entlang von Hameln über Hajen oder Frenke und Grohnde Richtung Bodenwerder gehen. „Der Pilgerweg Loccum – Volkenroda eröffnet die Möglichkeit, christlich geprägte Tradition ganzheitlich zu erleben und in Auseinandersetzung mit evangelisch geprägten spirituellen, kulturellen und künstlerischen Angeboten die eigene Persönlichkeit weiterzuentwickeln“, heißt es in der Zielbestimmung der Evangelischen Landeskirche.

„In Emmerthal ist dies auf beiden Routen möglich“, erklärt Hannes Lehmkuhle von der Petrigemeinde in Ohsen, der selbst schon ein Stück des Jakobsweges nach Santiago de Compostela in Spanien gegangen ist und gemeinsam mit Werner Fürst die jährlichen Pilgertouren mit Mitgliedern seiner Kirchengemeinde auf dem Pilgerweg Loccum – Volkenroda organisiert. „Abzweige gehören zu einem Pilgerweg dazu. Früher gingen die Menschen nicht, um sich selbst zu finden, wie das heute einige tun, sondern sie hatten ganz bestimmte Anliegen, suchten Ablässe bei bestimmten Heiligenstandbildern und gingen dafür oft große Umwege.“

Willkommen sind die Pilger in den Kirchen und Kapellen von Frenke, Hajen, Grohnde, Hämelschenburg, Lüntorf und Ohsen. In der Petrikirche Ohsen erwartet sie in diesem Sommer neben dem obligatorischen Pilger-stempel, den ein Radkreuz ziert, mit dem auch die Wegstrecke gekennzeichnet ist, die Bilderausstellung von Norbert Feist. „Die Auseinandersetzung mit Kunst kann genauso eine geistige Pause sein beim Laufen wie das Innehalten zum Gebet. Diese Eindrücke beschäftigen dann auf der Strecke“, weiß Hannes Lehmkuhle.

Aber die Kirchengemeinden am Wegesrand bieten auch praktische Angebote, wie die Nutzung von Sanitäranlagen und manchmal auch Möglichkeiten zur Übernachtung. In Lüntorf beispielsweise kann man zwar nicht in der Kirche, dafür aber im Heu übernachten. „Wir haben auf unserem Ferienhof auch Zimmer, aber es gibt viele Pilger, die das Heu wählen“, erzählt Heinz Sander, der als Pilgerwegbeauftragter für die Ausschilderung der Wegstrecke von Hameln über Hämelschenburg bis Bodenwerder verantwortlich ist. Er hat beobachtet, dass in diesem Jahr mehr Pilger unterwegs sind als im Vorjahr.

Hannes Lehmkuhle von der Petrigemeinde in Ohsen organisiert die jährlichen Pilgertouren mit Mitgliedern seiner Kirchengemeinde auf dem Weg Loccum – Volkenroda.

Foto: ag

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