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Hoffnung auf Ausbau der L424 zwischen Brockensen und Börry

BROCKENSEN. Bereits 2002 war der Ausbau der Landesstraße 424 zwischen Brockensen und Börry mit einem Radweg ein Thema. Seinerzeit war der Ausbau abgelehnt worden, unter anderem, weil die Grundstückseigentümer nicht bereit waren, Land abzugeben. Bereits bei der Sitzung des Ortsrates Börry in Frenke am 19. Oktober hatte Ortsbürgermeister Rolf Keller angekündigt, den Ausbau weiter zu verfolgen. Nun gab es ein Treffen mit dem Leiter der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Markus Brockmann.

veröffentlicht am 08.12.2017 um 19:22 Uhr

Die Fahrbahn ist schmal, Begegnungsverkehr nicht ungefährlich. Foto: ubo
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Autor

Uwe Bosselmann Reporter
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Ihm sei auch eine Liste mit 68 Unterschriften für einen Ausbau übergeben worden, sagte Keller bei der Ratssitzung weiter. Zudem wurde bekannt, dass einige der Grundeigentümer bereit wären, Land für einen Radweg zur Verfügung zu stellen. Um den Sachstand und weitere Schritte zu klären, hatte der Ortsrat unter Ortsbürgermeister Rolf Keller zu einer Informationsveranstaltung nach Brockensen eingeladen, an der neben Ortsratsmitglied Holger Schramm auch der Leiter der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Markus Brockmann, der Erste Gemeinderat Elmar Günzel und 27 Bürger teilnahmen.

Wie berichtet, befinden sich in Börry die Grundschule, der Kindergarten und große Vereine. Eine direkte Fußverbindung zwischen Brockensen und Börry gibt es nicht. Die Landesstraße verbindet auf der rechten Weserseite Halle mit Hameln und wird durch Pendler sowie Schwerlastverkehr und landwirtschaftlichen Verkehr belastet. In einem Teilbereich ist die Straße so schmal, dass sie keinen Mittelstreifen hat. Die Straßenführung von Brockensen nach Börry ist unübersichtlich, eine Geschwindigkeitsbegrenzung besteht nicht. In der Bürgerschaft herrscht große Einigkeit, dass der Streckenabschnitt für Radfahrer und Fußgänger sehr gefährlich ist, zumal der Schwerverkehr zugenommen hat. Rund 3500 Fahrzeuge fahren täglich über die Landesstraße. Ein öffentlicher Personennahverkehr verkehrt morgens und abends zusätzlich zur Schülerbeförderung.

Wie Ortsbürgermeister Rolf Keller erklärte, ist auch der Landkreis Hameln-Pyrmont involviert, um eine Geschwindigkeitsreduzierung auf 70 Stundenkilometer durchzusetzen. Allerdings soll zunächst ein Geschwindigkeitsmessgerät aufgestellt werden. Ein Geschwindigkeitsmessgerät mit „Smiley“ trage dazu bei, die Geschwindigkeiten zu senken, ist sich Brockmann sicher.

„Das Land Niedersachsen hat den Radwegebedarfsplan 2016 fortgeschrieben. Das Radwegestück zwischen Börry und Brockensen ist in der Liste der weiteren Radwege auch mit enthalten“ erklärte Brockmann. Er machte deutlich, dass zehn neue Radwege in den Landkreisen Hameln-Pyrmont, Holzminden und Schaumburg gebaut werden sollen. „Wenn die abgearbeitet sind, stehen noch 80 Radwege auf der Liste.“ Brockmann erinnerte daran, dass Prioritäten gesetzt würden. Ein Radweg zwischen Brockensen und Börry müsse ganz neu geplant werden. Eine komplette Neuplanung sei unter anderen erforderlich, weil sich technische Regelwerke und gesetzliche Anforderungen (zum Beispiel zum Schutz der Gewässer vor Schadstoffeinträgen) geändert hätten. Die Planung könne auch die Gemeinde in Vorleistung durchführen.

Markus Brockmann erklärte, dass der Ausbau der Landesstraßen in den letzten Jahren nicht weiter vorangetrieben wurden. „Am besten ist ein Ausbau der Landesstraße mit einem Radweg“, so der Behördenleiter. Dazu sei ein rund sechs bis acht Meter breiter Streifen neben der Fahrbahn notwendig. Doch Brockmann dämpfte die Hoffnungen sogleich: „Die neue Landesregierung ist noch nicht so weit. Der Zeitpunkt für Einstiegsgespräche ist aber günstig. Vielleicht gibt es im Frühjahr eine Tendenz“.

Erster Gemeinderat Elmar Günzel stellte klar, dass die Haushaltslage der Gemeinde keine Übernahme von Leistung zulasse. „Viele Haushalte sind defizitär und eine Vorplanung ist keine Diskussionsgrundlage“, betonte Günzel. Er sicherte die Unterstützung der Gemeinde auch unter dem Gesichtspunkt der Dorferneuerung und dem Zuzug junger Familien zu.

Wie aus der Bürgerschaft zu hören war, wurde mit einigen Grundeigentümern gesprochen, Sie seien bereit, Land abzugeben. Allerdings haben viele nicht mit bis zu acht Metern gerechnet, sodass weitere Gespräche folgen sollen.

Markus Brockmann versprach, diese Bereitschaft sowie die positive Stimmung und Unterstützung zum Ausbau der Landesstraße mit einem Radweg mitzunehmen und in den Gesprächen mit der neuen Landesregierung vorzutragen. Ortsbürgermeister Rolf Keller sah das Projekt auf einem mittellangen Weg und kündigte weitere Aktionen an.

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