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Sohle des Ilsebachs vertieft / Gewässerentwicklungsplan soll im Herbst vorgestellt werden

Hochwasserschutz zeigt Wirkung

Börry/Esperde. Immer wieder nach starken Regenfällen verwandelt sich die beschauliche Ilse insbesondere in den Ortschaften Börry und Esperde in einen breiten Strom, der Straßenzüge, Keller und Häuser unter Wasser setzt. Dagegen muss etwas unternommen werden, waren sich Politiker und Anwohner einig. Einfache Maßnahmen wie eine Sohlvertiefung in Börry wurden schon umgesetzt und zeigen wohl auch Wirkung. Aber auch ein Gewässerentwicklungsplan wird erstellt. Dieser soll laut Börrys Ortsbürgermeister Rolf Keller (CDU) im Herbst vorgestellt werden, nicht nur der Politik, sondern natürlich auch den Einwohnern.

veröffentlicht am 27.04.2015 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 19:41 Uhr

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Autor:

Friedrich-Wilhelm Thies
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Immer wieder kam es in den Jahren 2007 bis 2010 zu Hochwasserereignissen an der Ilse, die zu erheblichen Überschwemmungen und Schäden führten. „Zusammen mit den Bürgern haben wir uns im Ortsrat dafür eingesetzt, dass etwas in Sachen Hochwasserschutz unternommen werden muss“, erläutert Rolf Keller. Mitte 2012 seien dann öffentliche Gelder für einen Gewässerentwicklungsplan beantragt worden. Das Fachbüro GEUM.tec aus Hannover hatte aber zuvor schon Pläne vorgestellt, wie mit einfachen Mitteln erste Maßnahmen gegen die Hochwassergefahr ergriffen werden könnten.

Eine Maßnahme wurde im vergangenen Jahr zwischen März und August umgesetzt: eine Sohlvertiefung um 40 Zentimeter auf einer Strecke von 300 Metern zwischen der Torstraße und dem Wortweg in Börry. Das Projekt habe insgesamt rund 77 650 Euro gekostet, erklärt der Erste Gemeinderat Elmar Günzel auf Anfrage. „Wobei die Gemeinde aber nur rund 24 600 Euro tragen musste. Es gab Zuschüsse aus der Leader-Förderung von rund 33 260 Euro und vom Landkreis in Höhe von 19 800 Euro“, so Günzel.

Die Sohlvertiefung habe auch schon Wirkung gezeigt, erklärt der Ortsbürgermeister: „Anwohner haben mir berichtet, dass bei den starken Regenfällen während des Orkantiefs Niklas Ende März die Ilse nicht so stark angestiegen und das Wasser auch deutlich schneller abgelaufen sei.“ Von den Bauarbeiten hat aber auch die Feuerwehr profitiert. In Höhe der Brücke am Worthweg wurde eine Staustufe im Bachbett errichtet. Dort kann die Ilse als Löschwasserentnahmestelle angestaut werden, falls bei einem Brand größere Wassermengen nötig sind.

Rund 75 000 Euro investierte die Gemeinde in den Hochwasserschutz. An der Ilse wurde nicht nur die Bachsohle vertieft. Rolf Keller zeigt die Stelle, wo eine Staustufe angelegt wurde. tis

Doch damit sei noch lange nicht Schluss in Sachen Hochwasserschutz. „Insbesondere in Esperde muss noch einiges getan werden, auch das ist uns vom Ortsrat wichtig“, betont Rolf Keller. Was dem Ortsbürgermeister etwas Sorgen macht, ist die Zusammenarbeit mit dem Unterhaltungsverband Ilse-Hamel: „Das könnte besser laufen, die Zusammenarbeit gestaltet sich schwierig.“ So habe es im Oktober 2013 zwar eine gemeinsame Begehung gegeben. Danach habe sich aber leider keiner mehr gemeldet, auch habe sich nichts getan. Auch einer Einladung in den Ortsrat sei man jüngst nicht gefolgt. Rolf Keller: „Dabei gibt es viel zu besprechen über Zuständigkeiten, Unterhaltungsarbeiten oder Grenzverläufe. Wir sind dazu bereit.“

Weitere Einzelheiten in Sachen Hochwasserschutz erhofft sich Börrys Ortsbürgermeister bei der Vorstellung des Gewässerentwicklungsplans für die Ilse, die im Herbst erfolgen soll. Keller: „Hier für Börry und Esperde möchte ich das in einer Bürgerversammlung machen, um auch die Anlieger gleich mit einzubeziehen und alle auf einen Wissensstand zu bringen.“ Dabei soll es dann auch um ein mögliches Rückhaltebecken gehen, wie es jetzt bei Harderode im Verlauf der Remte gebaut wird. Aber auch die Brücken über die Ilse sind ein Thema. Dazu wird es in Emmerthal ein Brückensanierungskonzept geben. Wenn dabei herauskomme, dass die beiden Fußgängerbrücken über die Ilse entlang der Straße „Am Bache“ abgerissen werden müssen, möchte sie Rolf Keller gerne durch eine dem Dorfbild angepasste Holzbrücke in der Mitte ersetzt wissen. „Und die Brücke im Verlauf Worthweg – Oberbörry soll in der Tonnage auch bei einem Neubau begrenzt bleiben, um den Lkw-Verkehr dort fernzuhalten. Außerdem wäre es wünschenswert, wenn trotz eines Bauwerks aus Beton die alten Natursteine in der Ansicht erhalten bleiben“, bemerkt der Ortsbürgermeister und fügt hinzu: „Deshalb ist es auch wichtig, dass wir uns wieder für das Dorferneuerungsprogramm bewerben, um an Zuschüsse zu kommen.“



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