weather-image
13°
Pläne für die Emmer verfolgen besonders ökologische Ziele / Einwohner wollen stärker einbezogen werden

Hochwasserschutz gilt als Nebeneffekt

AMELGATZEN. Die Einwohner von Amelgatzen drängen darauf, stärker in die Planungen einbezogen zu werden, die Emmerinsel aus ökologischen Gründen tieferzulegen. Sie erhoffen sich, durch mehr Mitsprache einen verbesserten Hochwasserschutz zu erreichen.

veröffentlicht am 18.02.2018 um 18:09 Uhr

Verschiedene Arbeiten sollen dazu beitragen, das besonders schützenswerte Gebiet der Emmerinsel ökologisch aufzuwerten. Foto: Brinkemann
Christian Branahl

Autor

Christian Branahl Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Zwar könnte dieses Ziel in Maßen erreicht werden, wie Erster Gemeinderat Elmar Günzel in Aussicht stellte. „Aber das wird nicht der große Wurf“ wie etwa durch Dämme. Der Naturschutz bilde bei diesem Projekt die vorrangige Aufgabe. Dennoch unterstützt Günzel einen Arbeitskreis mit sachkundigen Bürgern, die dazu als Anlieger der Emmer ihre Erfahrungen einfließen lassen könnten.

Zuvor hatte das Ingenieurbüro UIH aus Höxter die Pläne für die Renaturierung der Emmer vorgestellt. Anja Siekmann erläuterte dazu weitere Einzelheiten und Zahlen aus unterschiedlichen Berechnungen, um die etwa 7000 Quadratmeter große Insel zwischen Emmer und Altarm des Flusses abzuflachen. Mit jeder Überschwemmung habe sich mehr auf dem Areal abgelagert. Teilweise sei in 1,90 Meter Tiefe kiesiges Substrat festgestellt worden, was dem früheren Flussverlauf entspreche, sagte sie.

Mit verschiedenen Maßnahmen sollte in dem besonders schützenswerten Gebiet auf eine ökologische Verbesserung hingearbeitet werden. Teilweise werde der Boden abgetragen, damit Bereiche der Insel künftig wieder zeitweise unter Wasser stehen, sich dort bestimmte Ökosysteme entwickeln könnten. Auch die Brücke werde in den Blick genommen, besonders mit der Strömung. Der Kanuanleger bleibe erhalten, ein Ufer werde als Freizeitbereich aufgewertet.

Ortsbürgermeister Helmut Brinkmann bezeichnete den Brückenbereich als wichtig, weil die Emmer dort sehr versandet sei und der Durchfluss verbessert werden sollte. Siekmann kündigte an, dass versucht werde, diese bislang problematische Situation besonders bei Hochwasser zu optimieren.

Im Ortsrat regte sich bei den Einwohnern als Zuhörer Widerspruch, weil sie den Hochwasserschutz nicht ausreichend berücksichtigt sehen. Besonders Werner Ruppert sprach von einem Schildbürgerstreich. Den kritischen Bereich sieht er ebenfalls in Höhe der Brücke, weshalb dort der Durchfluss erhöht werden müsste. Nach weiteren Stellungnahmen aus den Reihen der vom Hochwasserschutz häufiger betroffenen Anlieger erinnerte Thomas O. Mahrenholtz an einen früheren Vorschlag, eine Arbeitsgruppe zu gründen, „um das lokale Wissen zu berücksichtigen“.

Erster Gemeinderat Günzel verwies darauf, dass es eine Arbeitsgruppe auf Verwaltungsebene gebe, der Landkreis verantwortlich für das Projekt sei. Aber es spreche nichts dagegen, die Einwohner stärker in die Planungen einzubeziehen. Deshalb schlug Ortsbürgermeister Brinkmann vor, bei einer nächsten Sitzung im Sommer die Einzelheiten erneut vorzustellen, eventuell sogar direkt an der Emmer. „Wenn es gute Vorschläge gibt, nehmen wir sie gerne auf“, sagte Siekmann für das Ingenieurbüro. Die Planungen seien noch nicht der letzte Stand, eventuell erst Ende des Jahres solle mit den Arbeiten begonnen werden.

An die Vorgeschichte der Renaturierung erinnerte der Erste Gemeinderat. Es ginge darum, Teile des Gewässerentwicklungsplanes umzusetzen. Und zwar „ohne eigene Gelder“, sagte Günzel über die Schwierigkeiten der finanziell angeschlagenen Gemeinde. Ermöglicht werde das Naturschutzprojekt durch Ausgleichszahlungen, die für das Neubaugebiet in Kirchohsen notwendig würden, hinzu würden weitere Gelder des Landkreises kommen. Ortsbürgermeister Brinkmann kündigte darüber hinaus an, dass weitere Möglichkeiten geprüft würden, den Hochwasserschutz im Bereich der Emmer zu verbessern.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt