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Fassadensanierung von Schloss Hämelschenburg / Lippold von Klencke: Schwierigster Teil ist geschafft

Historisches Erbe als Herausforderung

HÄMELSCHENBURG. Beim Aufstieg bis über das Dach von Schloss Hämelschenburg gibt es immer wieder Neues zu entdecken für Lippold von Klencke. Obwohl der Schlossbesitzer das als Perle der Weserrenaissance geltende Bauwerk eigentlich bis ins Detail kennt, eröffnen sich für ihn vom Gerüst aus überraschende Perspektiven.

veröffentlicht am 01.06.2018 um 16:18 Uhr

Christian Branahl

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Reporter / Newsdesk zur Autorenseite

Experten sanieren seit Februar die Fassade. „Die Arbeiten werden von Steinmetzen durchgeführt, die große Erfahrung mit dem Obernkirchener Sandstein haben und mit großem Engagement das prächtige und für die Weserrenaissance typische Bauwerk sanieren“, berichtet er. Ein aufwendiges und verantwortungsvolles Erbe – das Rittergut Hämelschenburg befindet sich seit 1437 im Besitz der Familie von Klencke, deren Vorfahren das Schloss in den Jahren 1588 bis 1613 errichteten. Fünf Bauabschnitte sind für die auf mehrere Jahre angelegte Sanierung angelegt. Allein für den ersten Abschnitt sind 330 000 Euro kalkuliert. Mehrkosten blieben nicht aus. Der schwierigste Teil der Fassadenrenovierung sei aber geschafft, klingt bei von Klencke nun Erleichterung mit.

Überraschungen bleiben nicht aus, wenn Experten die alte Bausubstanz erst genauer in den Blick nehmen. Schon beim Einrüsten des nordöstlichen Giebels stellten sich die starken Schäden des markanten Schornsteinkopfes heraus. Ein Schornsteinbrand in früheren Zeiten habe sie verursacht, wie von Klencke berichtet. Der Schornstein musste oberhalb des Daches neu aufgesetzt werden. „Das war eine Herausforderung – nicht ohne“, sagt Kurt Puls von der Steinmetzwerkstatt Schmalstieg (Großburgwedel.) Sie zählt das Hamburger Rathaus, das Holstentor in Lübeck und die Marktkirche in Hannover mit zu den Referenzen – und das Hämelschenburger Schloss bedeutet für die Steinmetze kein Neuland. „Wir arbeiten seit 1962 mit der Firma zusammen“, hebt von Klencke hervor. Experte Puls schätzt das Bauwerk. „Schon etwas Besonderes“, sagt er, während er die Baufortschritte erläutert. Bereits vor 19 Jahren war er hier am Schloss im Einsatz.

Sanierung an der Hämelschenburg. #theta360 #theta360de - Spherical Image - RICOH THETA

Die Arbeiten am Schornstein kamen nun erfolgreich zum Abschluss, sodass die drei oberen Ebenen des Gerüstes abgebaut werden können. Bis voraussichtlich Ende Juli wollen die Experten den Bauabschnitt, bei dem auch bislang nicht sichtbare Ornamente sich offenbarten, abschließen. „Der Giebel ist bis in die Spitze mit zahlreichen Löwenköpfen und der Abbildung des Kopfes eines unbekannten Mannes reich geschmückt“, berichtet von Klencke. Die Fachleute ersetzen geschädigte Steine, tauschen die Eisenklammern aus und verfestigen die Fugen, die Gesimse erhalten eine Bleiabdeckung. Dadurch werde „dieser Bauschmuck ebenfalls erfolgreich gesichert“, meint der Schlossbesitzer.

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Knut Borchert verfestigt die Fugen am Giebel des Schlosses. Foto: cb

Neben dem Bund (165 000 Euro) hilft die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, die Sanierung mit 66 000 Euro zu fördern. Dietrich Burkart, der das Ortskuratorium der Stiftung in Hameln leitet, überzeugte sich selbst vor Ort vom Erfolg der Renovierung. Als „kulturhistorisch bedeutendes Monument“ bezeichnet er das Schloss. „Spannend zu sehen, wie es uns für die Zukunft erhalten wird.“

Sanierungsarbeiten an der Hämelschenburg. #theta360 #theta360de - Spherical Image - RICOH THETA

Fassadensanierung Schloss Hämelschenburg

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Quelle: cb

Sanierungsarbeiten an der Hämelschenburg. #theta360 #theta360de - Spherical Image - RICOH THETA



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