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Mammutmodell von Aerzens St. Marien

Hein Wilhelm lässt die Kirche im Dorf

REHER. Eigentlich sollten seine Holzmodelle in Zukunft kleiner ausfallen, das zumindest hatte sich Heinz („Hein“) Wilhelm aus Reher noch vor einem Jahr fest vorgenommen. Bei der Nachbildung der Aerzener Marienkirche ist ihm das nicht gelungen. Für das imposante Modell wird nun ein Platz gesucht.

veröffentlicht am 16.04.2019 um 14:38 Uhr
aktualisiert am 16.04.2019 um 17:30 Uhr

Seinen Nachbarn Jürgen Dose (li.) und Frank Hubel (re.) hat Hein Wilhelm seine beiden neusten Modelle bereits vorgestellt. Foto: sbr
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Autor

Sabine Brakhan Reporterin
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Damals hatte er nach etwa einem Jahr Bauzeit, sozusagen als „krönenden Abschluss“ seiner Hobby-Modellbauer-Karriere, das „Schulgebäude Reher mit Lehrerwohnhaus“ originalgetreu, so wie es einst im Jahre 1872 die Gemeinde hatte erbauen lassen, der Dorfgemeinschaft übergeben. Der jüngst fertiggestellte imposante Nachbau der Aerzener Marienkirche übertrifft in seiner Größe und Dimension allerdings alle Vorgängermodelle und lässt auch die rehersche St.-Johannis-Kapelle, ebenfalls ein Neubauprojekt Wilhelms, daneben klein erscheinen.

Der Dorföffentlichkeit präsentiert hat der eher zurückgezogen lebende Modellbauer mit dem besonderen Faible für detailgetreue historische Gebäudenachbauten seine beiden jüngsten Werke noch nicht. Wenn es nach seinem Wunsch geht, bekommt nicht nur die heimische Kapelle einen Platz im Dorfgemeinschaftshaus. Auch für den großen Nachbau der Aerzener Kirche, „in der die evangelischen Kinder aus Reher jedes Jahr konfirmiert werden“, wünscht er sich einen repräsentativen Platz im Ort. Für Hein Wilhelm steht fest: „Nach Aerzen kommt die Marienkirche nicht, die haben schließlich das Original!“ Den kirchlichen Segen haben die detailgenauen Nachbauten bereits erhalten. „Ich habe die Marienkirche schon Pastor Vetter gezeigt“, berichtet der Modellbauer.

Als absolut detailverliebt könnte man den Reheraner beschreiben, denn er achtet beim Nachbau auf jede noch so kleine Einzelheit. Selbst die Wetterfahne auf dem Kirchturm gleicht dem Original bis in die kleinste Ausarbeitung. Wie die aus dem Jahr 1733 stammende, über einen Meter breite Wetterfahne auf der Spitze des Turms der Marienkirche zeigt das Miniaturgegenstück weder einen Hahn noch ein Pferd, sondern eine Wasserjungfrau. Und während die Original-Kirche noch auf eine mit dem Denkmalschutz abgestimmte Neueindeckung des Dachs warten muss, wurde der kleinere Nachbau mit insgesamt 3039 Schindeln belegt; Nachbar Frank Hubel hat sie gezählt. „Die schneide ich abends beim Fernsehgucken zu. Das macht keinen Dreck“, erzählt der 88-Jährige. Als gelernter Maurer ist er ein Mann vom Fach und versteht das Handwerk. Wenn er die Maße, die er von Fotos der Objekte und Gebäudeteile abnimmt, auf das Holz überträgt, kommt er manches Mal über die bautechnischen Höchstleistungen seiner Vorfahren ins Nachdenken. „Die Marienkirche ist aus Bruchsteinen gemauert. Allein den Gerüstbau aus den damals zur Verfügung stehenden Materialien stelle ich mir abenteuerlich vor“, sagt Hein Wilhelm bewundernd. Eine Modellzeichnung braucht er nicht, um seine Nachbauten umzusetzen. „Das wird Stück für Stück angepasst und was nicht passt, wandert gleich in den Ofen“, schildert er.

Hein Wilhelm hat ein mächtiges Modell der Aerzener Marienkirche geschaffen. Auch die ungewöhnliche Wetterfahne hat er originalgetreu nachgebaut. Foto: sbr

An den beiden sakralen Nachbauten hat Wilhelm insgesamt zwölf Monate gewerkelt. Seit seinem zehnten Lebensjahr schnitzt er mit wachsender Leidenschaft. „Schon als Junge hatte ich immer ein Taschenmesser in der Hosentasche. Meine Spezialität waren damals Säbel aus Weidenholz“, erinnert er sich an seine Kindheit in der Nähe von Hoya an der Weser.



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