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Und wieder schließt ein Fachgeschäft in Aerzens Mitte / Eröffnungen mit anderen Schwerpunkten

Handel im Wandel: Neue Konzepte sind gefragt

Aerzen (sbr). Das Einzelhandels-Karussell im Ortskern von Aerzen dreht sich, und nicht alle können die rasante Fahrt bis zu Ende genießen. Wieder muss ein Einzelhandelsgeschäft in Aerzens Mitte zum Ende des Monats schließen. Allerdings gibt es auch einige Neueröffnungen mit ganz unterschiedlichen Geschäftsideen und den Post-Shop, der erst vor wenigen Tagen seinen Standort vom Reherweg zur Osterstraße verlegt hatte.

veröffentlicht am 02.05.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 09:41 Uhr

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Zugesetzt hat die mit der Wirtschaftskrise einhergehende Kaufzurückhaltung besonders der „Schuh & Mode-Galerie“ in der Osterstraße. Schweren Herzens gibt Angelika Meier ihr Fachgeschäft zum 31. Mai auf. „Vom wirtschaftlichen Standpunkt aus betrachtet, hätte ich diesen Schritt schon zum Ende des vergangenen Jahres gehen müssen. Mein Umsatz ist in der zweiten Hälfte des letzten Jahres so sehr eingebrochen, dass sich die Fortführung des Fachgeschäftes einfach nicht mehr rentiert“, bedauert die Geschäftsfrau.

Einen zentralen Standort für seinen Post-Shop gesucht und in der Osterstraße gefunden hat Heinz-Werner Hohmann. „Die Post gehört nicht in die Peripherie, sondern ins Zentrum“, so seine Meinung. Bequem erreichen könne der Kunde die neue Postfiliale von der Straße „Hinterm Flecken“ aus, denn ein direkter Zugang von der Osterstraße sei nicht möglich. „Für uns besonders wichtig bei der Wahl des neuen Standorts war, dass hier der Schalterraum für die Kunden barrierefrei zu erreichen ist, und dass Parkplätze im Hof zur Verfügung stehen“, erklärt Heinz-Werner Hohmann. Auch der Briefkastenstandort ist mit der Filiale umgezogen und Postkunden finden ein ganz neues, aber nach wie vor gelbes Modell auf dem Hof des neuen Post-Shops.

„Pintos Laden“ – die bunten Buchstaben im Schaufenster des ehemaligen Lebensmittelgeschäftes Müller am Wall verraten, es ist wieder Leben in die verwaisten Räume eingezogen. Portugiesische Lebensmittel locken seit Anfang April Liebhaber der iberischen Küche in den kleinen Laden der Familie Pinto. Ob tiefgekühlte Fischspezialitäten, Wein, Wurst und Käse oder Kaffee, Reis, Olivenöl – wer sich Urlaubserinnerungen in Form von lieb gewonnenen Lebensmitteln nach Hause holen mag, ist bei Flora Pinto genau an der richtigen Adresse. Zu ihren Stammkunden zählten bereits die Aerzener Schüler, sagt sie. Für sie halte Flora Pinto belegte Brötchen, Getränke und Süßigkeiten bereit.

Iberische Spezialitäten gibt’s bei Flora Pinto am Wall.
  • Iberische Spezialitäten gibt’s bei Flora Pinto am Wall.

Nicht immer, aber immer öfter verwandelt sich die ehemalige Quelle-Filiale in der Osterstraße in einen „Power-stone-Basar“. Was sich dahinter verbirgt, erklärt Initiatorin Andrea Gordon so: „Der Basar ist eine Veranstaltung, die kreativen Menschen die Möglichkeit gibt, sich einem neuen Kundenkreis vorzustellen sowie Kontakte zu anderen Ausstellern zu knüpfen.“ Dabei treffen nicht selten so ungewöhnliche Begabungen wie Nageldesign auf Strümpfe stricken, Kartenlegen auf Wellness-Massage, Heilsteinberatung auf Körperbutter und gefilzte Feen auf die Kräuterküche. Der nächste „Powerstone-Basar“ findet am Freitag, 7. Mai, von 10 bis 17 Uhr statt.

Im neuen Gewand und mit neuem Besitzer präsentiert sich hingegen ein alteingesessenes Unternehmen am Reherweg. Ralph-Erik Abel hat das Sonnenstudio von Stefan Krähe übernommen, der sich in Thailand beruflich neu orientieren möchte. „Was über 20 Jahre gut funktioniert hat, werden wir in gewohnter Qualität weiterführen. Lediglich der Name musste geringfügig in ,My Top Sun‘ geändert werden. In diesem Zuge haben wir die Gestaltung der Schaufenster verändert und die Räume farblich aufgefrischt“, so der neue Inhaber. Auch das „Top Sun“-Sonnenstudio in Emmerthal wurde von dem Aerzener übernommen. Auch hier seien die Renovierungsarbeiten im Innenbereich bereits abgeschlossen und in den nächsten Tagen würden – so wie in Aerzen – Palmenwedel an den Schaufenstern den Weg zur künstlichen Sonne weisen.

Die Verlagerung der Produktion der Bäckerei Brauer nach Bad Pyrmont konnte noch nicht vollzogen werden. „Bad Pyrmont will uns nicht!“, stellt sich für Reinhard Brauer der Eindruck aus den mittlerweile über ein Jahr dauernden Verhandlungen mit der Baubehörde der Stadt dar. In Aerzen habe, trotz intensiver Bemühungen und Unterstützung von Bürgermeister Bernhard Wagner, bisher keine Standortalternative zur Bäckerei in der Osterstraße gefunden werden können. Anders im nordrheinwestfälischen Lügde, wo Reinhard Brauer auf die leerstehende Produktionshalle der ehemaligen Firma Corvett-Spitzen GmbH aufmerksam geworden ist: „Es ist vorstellbar, dieses Objekt den Anforderungen einer modernen Bäckerei anzupassen“, meint Brauer.

Anderslautender Gerüchte zum Trotz verlagere die Fleischerei Keese ihr Fachgeschäft in absehbarer Zeit nicht vom Wall an den Reherweg, wie Birgit Keese mitteilt.



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