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Nicole Lubetzky kann sich auf Gruppenleiterin Jenny Rose verlassen / Abschied von der wilden Zeit

Hand in Hand im Einsatz für die Jugendlichen

Zusammen sind sie ein eingespieltes Team: Jugendpflegerin Nicole Lubetzky (re.) und Jenny Rose.

veröffentlicht am 29.10.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 19:21 Uhr

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Fotos: sbr

Aerzen (sbr). „Während des Urlaubs der Jugendpflegerin übernimmt die Jugendgruppenleiterin die Aufsicht im Jugendraum.“ - Eine Mitteilung der Gemeindeverwaltung Aerzen, die auf den ersten Blick nichts Besonderes beinhaltet. Allerdings nur auf den ersten Blick! Die Jugendgruppenleiterin Jenny Rose kann vieles von sich behaupten, nur nicht, dass sie immer eine Vorzeigejugendliche war. „Ich habe den größten Teil meiner Freizeit an den bekannten Treffpunkten der Aerzener Jugend – auf dem Schulhof oder an den Bussen – verbracht. Mir war es egal, was andere für einen Eindruck von mir bekamen. Ich wollte unbedingt dazugehören, cool sein, von Gleichaltrigen anerkannt werden und nicht nur Cola trinken“, erinnert sich die 18-Jährige an ihre „wilde“ Zeit.

Als Jenny Rose neun Jahre alt war, trennten sich ihre Eltern. Zu den ganz normalen Problemen einer heranwachsenden Jugendlichen gesellten sich schulische Schwierigkeiten. Hinzu kam, dass die Aerzenerin seit ihrer Geburt unter einem Gendefekt leidet. Sie ist mit einer Größe von 152 Zentimetern bereits ausgewachsen und wurde von ihrem Umfeld oft wegen ihrer Kleinwüchsigkeit gehänselt. „Ich habe nicht darauf geachtet, mit welchen Leuten ich mich umgab. Hauptsache, sie akzeptierten mich, wie ich bin“, erzählt Jenny Rose weiter aus ihrer Vergangenheit.

Das ist mittlerweile fast zwei Jahre her. „Als die Jugendpflegerin Nicole Lubetzky im Januar 2008 mit ihrer Arbeit in Aerzen begann, fühlte ich mich von ihrer offenen Art sofort angesprochen. Endlich war jemand für uns Jugendliche da. Mit ihr konnte man Dinge bereden, die man mit den eigenen Eltern nicht besprechen würde“, erinnert sich Jenny Rose.

Schnell ließ sie sich vom Engagement für junge Menschen und der Aufbruchstimmung im Jugendraum anstecken, engagierte sich fortan selbst in der Jugendarbeit und legte darüber hinaus erfolgreich die Prüfung zum Jugendgruppenleiter ab. Schritt für Schritt entwickelte sich Jenny Rose zu einer Persönlichkeit, die Verantwortung übernahm und ihr Selbstvertrauen wiederfand. „Hier im Jugendraum wurde mir die Möglichkeit eingeräumt, mich in einer Art Schonraum zu entwickeln und meinen Platz in der Gesellschaft zu finden“, beschreibt die 18-Jährige ihre persönliche Veränderung. Mittlerweile hat die junge Frau die Schule mit dem Realschulabschluss beendet und eine Ausbildung zur Sozialassistentin begonnen. Daran soll sich eine sozialpädagogische Aufbauausbildung anschließen, so sehen es die Zukunftspläne der Aerzenerin vor.

„Ich kann mir gut vorstellen, einmal als Streetworkerin zu arbeiten. Gern setze ich mich für andere Menschen ein. Bei der Jugendarbeit lernt man ganz andere Seiten von Mitmenschen kennen, das ist unheimlich spannend. Nicole ist in dieser Beziehung mein absolutes Vorbild“, erzählt Jenny Rose, die gerade auf der Suche nach einem Praktikumsplatz im Kindergarten ist. Die ehrenamtliche Jugendarbeit hat sie reifer werden lassen und ihr Leben in ganz neue, zuversichtliche Bahnen geleitet, wie sie über sich selbst berichtet. „Manchmal ist es schon ein wenig anstrengend, Ausbildung, Jugendarbeit und Sport unter einen Hut zu bringen“, gibt Jenny Rose offen zu, wird aber nicht müde, den anderen Jugendlichen die Regeln des Jugendraums vorzuleben und sie nach außen hin weiterzugeben.



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