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„Bewegte Schule“ im Hummetal: Schüler sollen durch mehr Bewegung besser Lernen können

Hampelmänner im Englischunterricht

AERZEN. Das Problem: Unkonzentrierte und unruhige Schüler. Die Lösung: Mehr Bewegung. So lässt sich das Prinzip einer „bewegten Schule“, wie der im Hummetal in Aerzen, erklären. Anja Grabbe, die didaktische Leiterin der Schule, hatte die Idee für dieses neue Konzept.

veröffentlicht am 07.04.2017 um 12:55 Uhr
aktualisiert am 07.04.2017 um 13:50 Uhr

Auf dem Schulhof können sich die Schüler auspowern, sagt Anja Grabbe. Sie hatte die Idee für das neue Konzept. Foto: Dana

Autor:

Sophie Sommer und Finn Hoppe
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„Wir haben uns überlegt, wie wir das Lernen für die Schüler einfacher und nachhaltiger machen können“, so Grabbe. Mit dem neuen Konzept soll aber nicht nur den Schülern geholfen werden, sondern auch der Schule selbst. Denn genau wie bei der Johann Comenius Schule in Emmerthal sanken die Schülerzahlen stetig. Der Landkreis forderte beide weiterführenden Schulen daher vor einigen Jahren auf, Konzepte zu entwickeln, damit sie für potenzielle Schüler attraktiver werden und so ihren Standort sichern können. Die Johann Comenius Schule kooperiert seitdem eng mit der örtlichen Grundschule und verfolgt damit das Prinzip des Bildungshauskonzeptes. Die Schule im Hummetal setzt auf mehr Bewegung. Damit diese in den Alltag integriert wird, wurden zunächst die Stundenpläne umstrukturiert. Die Lehrer unterrichten ihre Fächer nun nur noch in 90 Minuten langen Doppelstunden. Die kurzen fünfminütigen Pausen zwischen den Stunden wurden abgeschafft. Dafür wird der Unterricht jetzt immer mal wieder für kleine Bewegungseinheiten unterbrochen, bei denen Lernen und Bewegung verbunden werden sollen. Im Englischunterricht geben die Lehrer dann zum Beispiel auf Englisch die Anweisungen einen Hampelmann zu machen. So lernen die Kinder auf spielerische Art Vokabeln und sitzen nicht nur auf ihren Stühlen. Bei gutem Wetter gehen die Klassen für diese kleinen Pausen oft nach draußen auf den Schulhof. „Wir wollen, dass die Kinder Energie tanken, genug frische Luft bekommen und sich auspowern können“, sagt Grabbe. Als Ausgleich dafür, dass die Fünf-Minuten-Pausen gestrichen worden sind, gibt es jetzt zwei 25 Minuten lange Pausen. Eine dieser Pausen ist die „bewegte Pause“, in der die Turnhalle für alle Schüler geöffnet ist. Hier können sie dann klettern und auch bei schlechtem Wetter Fußball spielen. „Besonders die jüngeren Schüler nutzen die bewegte Pause“, so Anja Grabbe. Die Schüler sollen sich aber nicht nur mehr bewegen, sondern auch mehr Zeit an der frischen Luft verbringen. Dafür wurde schon der Schulkiosk auf den Schulhof verlegt und eine Hanganlage mit Liegeplattformen ist in Planung. Für ihren Schulhof haben sich auch die Schüler selbst in Bewegung gesetzt: Beim Spendenlauf im letzten Jahr sammelten sie Geld für neue Schaukeln. Das Konzept gehe auf, sagt Anja Grabbe: „Es gibt an unserer Schule nicht mehr so viele Konflikte wie vorher. Und auch unsere Lehrer merken, dass die Kinder konzentrierter im Unterricht sind.“

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