weather-image
24°
Nach Studie zu Neubau in Emmerthal: Kreis will erneut Zukunft des Standortes prüfen

Hängepartie für die Schule

EMMERTHAL. Droht eine neue Debatte um die Zukunft der Johann-Comenius-Schule in Emmerthal? Anlass dazu könnte die Studie sein, mit der ein möglicher Neubau zusammen mit der Grundschule geprüft worden war. Der Landkreis als Schulträger der Haupt- und Realschule will „Zahlen und Fakten jetzt genauestens sondiert“ wissen.

veröffentlicht am 24.01.2018 um 16:11 Uhr

Die Verantwortlichen der Haupt- und Realschule in Kirchohsen kommen nicht zur Ruhe. Foto: Wal
Christian Branahl

Autor

Christian Branahl Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Naheliegend, dass der Kreisschulausschuss am Donnerstag der Empfehlung der Verwaltung folgt: Investitionen für die Emmerthaler Johann-Comenius-Schule mit dem Ziel, sie barrierefrei auszustatten, seien derzeit nicht sinnvoll. Nachvollziehbar, da bekanntlich ein Neubau zur Debatte steht. Doch: Inzwischen soll es sogar erneut Überlegungen im Kreishaus geben, ob überhaupt am Standort Emmerthal festgehalten werden soll. Ein Dementi hört sich zumindest anders an. „Nicht zuletzt mit Blick auf unsere bevorstehenden Großprojekte wie Neubau Elisabeth-Selbert-Schule und Breitband-Ausbau muss der Bedarf für weitere Großvorhaben genauestens geprüft werden“, teilt Behördensprecherin Sandra Lummitisch auf Nachfrage mit. Hellhörig geworden ist auch Emmerthals Bürgermeister Andreas Grossmann, den entsprechende Informationen erreicht haben. „Wenn der Bildungsstandort ernsthaft in Frage gestellt wird, dann gibt es hier Proteste“, sagte er ebenfalls auf Nachfrage.

Zuletzt war Ruhe eingekehrt in die Debatte um die weiterführenden Schulen in Aerzen und Emmerthal, die in Trägerschaft des Landkreises sind und deren Zukunft vor einigen Jahren auf den Prüfstand gestellt worden war. Mit Konzepten sollten sie aufzeigen, wie sie langfristig attraktiv für die Schüler sein könnten – in Emmerthal überzeugten die Verantwortlichen mit dem Bildungshausprojekt. Einen vielversprechenden Schritt sahen die Beteiligten dann in einer Studie, die einen funktionalen Neubau für Grund- sowie Haupt- und Realschule vorsieht, gegebenenfalls sogar mit der Altenpflegeschule in einem Komplex. Die Studie im Auftrag des Landkreises war im November vorgestellt worden und sah auf lange Sicht Vorteile in einem Neubau, statt zehn Millionen Euro in die Sanierung der Johann-Comenius-Schule zu stecken.

„Zum jetzigen Zeitpunkt kann es mit Blick auf die Zukunft des Schulstandortes Emmerthal nicht unser Ziel sein, Tatsachen zu schaffen oder vorschnelle Festlegungen zu treffen“, heißt es nun aus dem Kreishaus – ohnehin habe die Verwaltung Zeit bis zum Haushalt 2019. „Inzwischen müssen wir uns aber mit Investitionskosten von rund 16 Millionen Euro beschäftigen, die durchaus auch auf bis zu 19 Millionen Euro wachsen können“, erklärt die Sprecherin. Demgegenüber stünde eine Schülerzahl von derzeit 320, davon seien 60 Schüler aus dem Nachbarlandkreis. „Und das bei insgesamt rückläufiger Schülerzahl“, teilt Lummitsch mit. Diese „Faktenlage macht deutlich, dass wir darüber reden und alle Möglichkeiten vorbehaltlos durchspielen müssen“.

Immerhin: Selbst in der Schule am Kanstein in Salzhemmendorf scheinen die Überlegungen aus dem Kreishaus angekommen zu sein. Dort rechnen die Verantwortlichen angesichts des demografischen Wandels ebenfalls mit Schülerrückgang. Anmeldungen aus Emmerthal kämen da gelegen. Will der Landkreis also die Kooperative Gesamtschule, ohnehin ein favorisiertes Modell bei den Verantwortlichen in der Behörde, auf diesem Wege stärken? Auf die Frage geht Lummitsch nicht direkt ein, verweist lediglich im Zusammenhang mit den Überlegungen zu Emmerthal auf den „Raumüberhang in den Schulen Aerzen und Salzhemmendorf“.

„Um letztlich auch zukünftig gut aufgestellt zu sein, müssen die Zahlen und Fakten jetzt genauestens sondiert werden, um der Politik zu gegebener Zeit eine sachgerechte Vorlage vorstellen zu können“, teilt die Sprecherin mit. „Dafür haben wir nun ein Jahr Zeit.“ „Landrat Tjark Bartels wäre es im Übrigen auch lieber, wir hätten morgen die doppelte Anzahl an Schülern, aber leider ist trotz guter demografischer Entwicklung ein Abwärtstrend zu verzeichnen“, teilt Lummitsch mit. „Bartels legt zudem großen Wert darauf, in aller Ruhe mit der Politik konstruktiv zu diskutieren.“

Für die Johann-Comenius-Schule bedeutet dies eine weitere Hängepartie in den nächsten Monaten. Die Folgen sind auch dem Emmerthaler Bürgermeister bewusst. „Ausgerechnet jetzt, da Ruhe eingekehrt ist“, verweist Grossmann darauf, dass alle Beteiligten der Schule auf einem guten Weg seien, das pädagogische Konzept umzusetzen. Doch, so sagt der Bürgermeister: Er wisse Politik und Bildungseinrichtungen hinter sich, damit „wir uns mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln für die Johann-Comenius- Schule einsetzen“.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare