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„Gesamtlösungen“ für die Industrie als Mittel gegen den Konkurrenzdruck

Gruse setzt auf Maßarbeit

GROSS BERKEL. Konkurrenz aus Fernost macht so manchem deutschen Unternehmen zu schaffen, denn die Asiaten bringen ihre Produkte oft zu Niedrigpreisen auf den Markt. Auch die Firma Gruse, die sich auf die Produktion von Hub- und Fördersystemen spezialisiert hat, musste sich daher etwas einfallen lassen, um dem Konkurrenzdruck zu begegnen. Die Lösung: Die Firma will ihren Kunden verstärkt „Gesamtlösungen“ anbieten.

veröffentlicht am 29.10.2017 um 12:00 Uhr

Gruse-Mitarbeiter montieren an einer Anlage für die Holzindustrie – eine Maßanfertigung für einen italienischen Kunden. Foto: jsp
Jens Spickermann

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Nicht nur einzelne Maschinen, die für den industriellen Prozess miteinander verbunden werden müssen, sondern Systeme für einen ganzen Produktionsablauf will Gruse in der Zukunft verstärkt herstellen. Das erste Exemplar einer „Gesamtlösung“ wird zurzeit in der Werkshalle montiert, um im November ausgeliefert zu werden: eine Maschine für die Holzverarbeitung, die ein Kunde aus Italien bestellt hat. Rollenbahnen, eine Packstation, Zuführsysteme – all das wird passgenau zusammengefügt, damit der Produktionsprozess ohne zusätzliche Maschinen auskommt. Im Einsatz soll die Maschine dann Holz befördern, Astlöcher erkennen und ausbohren und schließlich mit einer speziellen Masse wieder auffüllen. „Im Standardbereich war der Absatz nicht mehr da“, sagt Maren Heinemann, Assistentin der Geschäftsführung. Die ganz einfachen Hubtissche, die zum Beispiel zum Anheben von Paketen dienen, würden in Fernost für 300 bis 400 Euro produziert, bei Gruse kosteten sie hingegen etwa 1200 Euro. Um durch die günstigen Produkte aus Niedriglohnländern nicht den Anschluss an den Markt zu verlieren, fertigt Gruse nun hauptsächlich maßgefertigte Maschinen auf Bestellung. Metaphorisch ausgedrückt konkurrieren also „Maßanzüge“ mit „Massenware von der Stange“.

Im Standardbereich war der Absatz nicht mehr da.

Maren Heinemann, Assistentin der Geschäftsführung

Im Frühjahr hat die Firma bereits Hub-Kipptische mit Ladungsträger an die Aerzener Maschinenfabrik im Wert von 250 000 Euro verkauft. Der Clou war auch hierbei, Komponenten zu kombinieren, die von der Industrie sonst einzeln gekauft und aufwendig aufeinander abgestimmt werden müssen, wobei es auch mal Probleme geben kann. Der Ladungsträger, eine Art Schienenfahrwerk, wurde mit dem Hubtisch kombiniert, der es erlaubt, schwere Werkteile zu heben und zu drehen – also in eine ergonomisch günstige Position für die Montage zu bringen.

Mit Auftragsanfertigungen, die den Kunden aus der Industrie als Gesamtlösung dienen sollen, hat die Groß Berkeler Firma, die bis 2005 noch Landmaschinen gefertigt hat, also ihre Marktnische gefunden. Im Standardbereich sei die Produktionslinie in den letzten Jahren zusammengefahren worden, sagt Heinemann. Trotzdem sei das Unternehmen in den letzten Jahren gewachsen und habe inzwischen 160 Mitarbeiter.

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