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Dachboden der Philipp-Spitta-Kirche wurde entrümpelt und gereinigt

Großputz im Gotteshaus

GROHNDE. So würde sich sicherlich so mancher Eigentümer eines Altbaus seinen Dachboden wünschen: Der Dachboden der Evangelisch-Lutherischen Philipp-Spitta-Kirche in Grohnde ist, ebenso wie der Glockenturm, in den vergangenen Wochen gründlich aufgeräumt, entrümpelt und gereinigt worden.

veröffentlicht am 07.08.2017 um 10:00 Uhr

Sauber und aufgeräumt präsentiert sich der Dachboden. Foto: br
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Autor

Burkhard Reimer Reporter
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„Wie bei gewöhnlichen Wohnhäusern werden auch die Dachböden, die Glockentürme und die Räume hinter den Orgeln gern als Lagerflächen genutzt“, weiß Martin Wurm ein Lied davon zu singen. Als Orgelbauer kennt er diese Bereiche in Gotteshäusern zur Genüge. Da werde dann alles „zwischengelagert“, was zwar nicht mehr gebraucht werde, zum endgültigen Entsorgen aber noch zu schade erscheine. Bis dann, wie jetzt bei der Grohnder Kirche, eine umfassende Aufräum- und Reinigungsaktion unumgänglich wird. Dort hatten die Gemeindeverantwortlichen um die Vorsitzende des Kirchenvorstands Angelika Scheel nämlich den schlimmen Verdacht, dass der Holzwurm in Bodenbrettern und Dachgebälk sein Unwesen treiben könnte. Und um dem zerstörerischen Treiben seiner Larven auf die Spur kommen zu können, musste eben erst einmal alles freigeräumt werden.

Einen ungefähren Eindruck davon, was sich, zusammen mit toten Insekten, Mäusen und Ratten sowie deren Hinterlassenschaften, über die Jahrzehnte dort alles angesammelt haben mag, erhält man, wenn Scheels Sohn Hans-Walter berichtet, dass für die Entrümpelung eigens ein Teil des Kirchendachs freigelegt und dann „alles, was wegkann“, über eine Rutsche nach unten in einen Container befördert worden sei. Hans-Walter Scheel ist eigentlich Landwirt von Beruf, aber stets dann zur Stelle, wenn in der Philipp-Spitta-Kirche Männerhände gebraucht werden. So war es für ihn gar keine Frage, dass er auch bei der Aufräumaktion mit von der Partie sein würde. Verständlicherweise ist er einigermaßen stolz darauf, dass es auf dem Dachboden jetzt „picobello aussieht“. Nur eine Anzahl alter Orgelpfeifen, Relikte aus der Zeit der letzten Orgelrenovierung, liegt dort noch. Sie seien nun tatsächlich zum Wegwerfen zu schade, eigneten sie sich doch ausgezeichnet als Erinnerungsstücke oder Geschenke zu besonderen Anlässen, erzählt er.

Unvermeidlich ist, dass ein „Hausputz“ dieser Art sprichwörtlich „jede Menge Staub aufwirbelt“. Und da kommt nun die Orgelbaufirma Martin Wurm aus Wilhelmshaven ins Spiel. „Wie Christo“, so Wurm, habe er vor Beginn des Unterfangens das wertvolle Instrument so in Planen gehüllt, dass kein Stäubchen es erreichen konnte, und das „Herzstück der Kirche“ jetzt wieder von seiner Verpackung befreit. Anschließend haben er und sein 16-jähriger Sohn Felix noch die Randbereiche gründlich abgesaugt.

Inzwischen ist die Vorsitzende des Kirchenvorstands vor Ort, um sich ein Bild vom Fortgang der Arbeiten zu machen. Scheel zeigt sich im Gespräch mit unserer Zeitung hoch erfreut über das, was sie zu sehen bekommt. Immerhin sei das Ganze nicht billig gewesen. Kosten im fünfstelligen Bereich werden genannt. Getragen würden sie größtenteils vom Kirchenamt Hameln-Holzminden, den Rest müsse die evangelisch-lutherische Gemeinde Grohnde selbst aufbringen. Was nun zur Vollendung der Renovierungsarbeiten noch fehlt, ist eine Grundreinigung des eigentlichen Kirchenraums. Damit ist eine Spezialfirma beauftragt worden, die in dieser Woche die Arbeit aufnehmen wird. Danach kann dann, nach der Schließung Anfang Juli, am Sonntag, 13. August, erstmals wieder Gottesdienst in der Philipp-Spitta-Kirche gefeiert werden.

Bliebe noch zu erwähnen, dass die eigentliche, von Holzschutzspezialisten durchgeführte Untersuchung zwar die eine oder andere Schadstelle, letztlich aber keinen besorgniserregenden Holzwurmbefall ergeben hat.



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