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Sanierung des Schulzentrums verzögert sich wegen Lieferengpässen / Ausweichpläne für den Unterricht

Großbaustelle – mit Improvisation und Geduld

Aerzen (sbr). Ganz im Sinne der Idee, die Krise zu nutzen, um in die Zukunft zu investieren, haben sich zahlreiche Städte, Gemeinden und Landkreise dazu entschieden, die Schulinfrastruktur mit Hilfe des Konjunkturpaketes II deutlich zu verbessern. Energetische Sanierung steht dabei ganz oben im Baumaßnahmenkatalog, denn die Bundesregierung fördert diese zukunftsorientierte Sanierung von Bildungsbauten im Bestand mit bis zu 90 Prozent. Dass es bei solch einem unerwarteten Bauboom zu Lieferengpässen kommen kann, muss im Moment gerade der Landkreis Hameln-Pyrmont als Schulträger und Bauherr sowie die Aerzener Schule im Hummetal als Gebäudenutzer erfahren.

veröffentlicht am 12.11.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 23:21 Uhr

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Bereits vor den Herbstferien war damit begonnen worden, die Außenhülle des 1978 erbauten B-Traktes des Aerzener Schulzentrums, besser bekannt als Realschultrakt, zu sanieren. Auf sechs bis acht Wochen Bauzeit hatten sich Kreisverwaltung und Schule eingerichtet, dann sollten die Umbaumaßnahmen planmäßig abgeschlossen sein. Mittlerweile gehen beide Seiten von einer mindestens dreiwöchigen Verzögerung der Sanierungsarbeiten aus, da der Metallbauer auf Grund der allgemein großen Nachfrage die Materialien für die Fassadenelemente nicht schnell genug beschaffen kann.

Insgesamt 700 000 Euro umfasst die gesamte Baumaßnahme, von der 454 600 Euro durch Bund und Land über Mittel aus dem Konjunkturpaket II finanziert werden. Neben der energetischen Sanierung der Außenhülle wurde bereits der unter dem Schultrakt befindliche Kriechkeller gedämmt sowie ein vorgeschriebener zweiter Fluchtweg aus dem ersten Stock des B-Traktes geschaffen. Für die Haupt- und Realschule ist die Verzögerung mit großem organisatorischem Aufwand verbunden. Der Musikraum sowie zwei Computerräume können nun schon über einen längeren Zeitraum nicht genutzt werden, der Server ist seit Wochen außer Betrieb und lähmt teilweise den Schulbetrieb. Darüber hinaus stehen sieben Klassen- sowie zwei Lehrmittelräume derzeit nicht zur Verfügung.

„Wir setzen auf Information unserer Schüler und Schülerinnen sowie einen Ausweichplan. Darüber hinaus bewährt sich die gute Kooperation mit der Aerzener Grundschule. Hier können wir spezielle Räume nutzen, um Fachunterrichtsausfall zu vermeiden“, erklärt Schulleiterin Cornelia Händchen. Ihren Schülern bescheinigt sie überaus verständnisvolles Verhalten gegenüber der ungewohnten Situation.

Für rund 700 000 Euro wird die Schule im Hummetal energetisch sa
  • Für rund 700 000 Euro wird die Schule im Hummetal energetisch saniert. Die Baukosten werden überwiegend aus dem Konjunkturprogramm II finanziert. Fotos: sbr

Der Unterricht findet natürlich trotz umfangreicher Sanierungsmaßnahmen weiterhin statt. „Betroffen sind vor allem die Klassenräume unserer älteren Schüler und Schülerinnen von Klasse 8 bis 10. Sie werden übergangsweise in anderen Fach- und Sozialräumen innerhalb des Schulgebäudes unterrichtet“, erklärt die Schulleiterin den Ausweichplan.

Zunächst soll die untere Etage mit den Fachräumen für den Schulbetrieb wieder freigegeben werden, denn die Fenster konnten montiert und die Fassade mit provisorischen Notfüllungen geschlossen werden. „Das ist uns sehr wichtig, denn auch wir hatten kein gutes Gefühl, die Schule über Wochen ohne Außenfassade offen stehen zu haben“, erklärt Christian Philippi, der für den Landkreis die Projektplanung sowie die Überwachung der Durchführung übernommen hat. „Ein Sicherheitsdienst war während dieser Bauphase mit der Bewachung des Schulgebäudes beauftragt. Diese und alle anderen aufgrund der Verzögerung zusätzlich anfallenden Kosten stellen wir selbstverständlich dem Verursacher in Rechnung.“ Und er kann die Aerzener Bevölkerung beruhigen: „Die Außenfassade bekommt einen mint-türkisen Farbton, der mit der Gemeinde und der Schulleitung abgestimmt wurde. Das grelle Gelb ist nur Provisorium.“

Die energetische Sanierung hilft künftig dabei, Energiekosten zu sparen. „Wir gehen von einer 10- bis 15-prozentigen Ersparnis aus“, rechnet Hartwig Werner, Fachdienstleiter des Fachdienstes Hochbau/Energiemanagement aus.



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