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Debatte um gesperrtes Bauwerk

Groß Berkels letzte historische Brücke

GROSS BERKEL. Wie baufällig ist die alte und seit Sommer 2016 gesperrte Hummebrücke in Groß Berkel wirklich? Und: Sind wirklich bis zu 800 000 Euro notwendig, um das denkmalgeschützte Bauwerk zu sanieren? „Eine gegriffene Zahl“, glaubt Ratsherr Friedel-Curt Redeker (CDU), der sich für den Erhalt der Brücke einsetzt.

veröffentlicht am 26.02.2018 um 14:38 Uhr

Denkmalschutz und Eigentum – das sind die bislang ungeklärten Fragen bei der gesperrten Hummebrücke in Groß Berkel. Foto: cb
Christian Branahl

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Christian Branahl Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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Die Aussagen der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr zieht er in Zweifel. In den Ortsrat hatte er ein gerahmtes Aquarell der Brücke mitgebracht. „Ein gewisser Charme“, meint Redeker. Es handele sich um die letzte historische Brücke im Dorf. „Wir können sie nicht vernachlässigen, bis sie irgendwann in sich zusammenfällt“, sagt der Lokalpolitiker und fordert ein weiteres Gutachten. „Wir müssen die Brücke von Spezialisten untersuchen lassen“, beantragt er. Gleichzeitig müsse versucht werden, Gelder von Land und Bund für die Sanierung zu erhalten. Redeker: „Ich halte die Brücke für erhaltenswert.“

Zuvor hatten sich auch Einwohner aus Groß Berkel in der öffentlichen Sitzung dafür ausgesprochen, das Bauwerk zu retten. Erster Gemeinderat Andreas Wittrock machte ihnen gegenüber deutlich, wie verworren die Situation mit Blick auf Eigentum und Denkmalschutz sei. Nach Recherchen der Verwaltung sei die Brücke nicht im Eigentum der Gemeinde. „Aber sobald sich Juristen damit befassen, kann es sich schnell anders darstellen“, sagte der Fachmann. Allerdings verwies Wittrock darauf, dass es ein Gutachten bereits gegeben habe – „sonst wäre die Brücke ja nicht gesperrt worden.“

Ratsherr Dr. Marcus Schaper (Grüne) verweist auf die vielfältigen Aufgaben, die bei Sanierungen „ganz oben auf der Liste stehen“, wobei er als Beispiele Straßen, Gehwege und Kanäle nennt. Selbst wenn es laut Vorschlag von Redeker Zuschüsse für die Brücke aus dem Dorferneuerungsprogramm geben könnte, müsste der Rest von der Gemeinde finanziert werden. Sofern die Kommune überhaupt Eigentümerin sei und nicht das Land, wie Schaper einschränkt. Diese Frage müsse zuerst geklärt werden, meint er.

Natürlich sei ihm bewusst, dass „wir genügend andere Baustellen haben“, entgegnet ihm Redeker. „Aber wenn wir keinen Druck machen, passiert nichts.“

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