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Knatsch um die Dorferneuerung: Von ehrgeizigen Plänen bleibt am Ende viel Frust

Groß Berkeler fühlen sich vernachlässigt

Groß Berkel. Während der Kernort Aerzen bei der erst jüngst abgeschlossenen Altdorfsanierung gut weggekommen zu sein scheint, fühlen sich einige Groß Berkeler in Sachen Erneuerung ihres Dorfes von der Kommune vernachlässigt. Von vielen ehrgeizigen Plänen bleibt am Ende nur viel Frust.

veröffentlicht am 15.02.2016 um 16:31 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:50 Uhr

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Autor:

Sabine Brakhan
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Zu dieser nicht unbedingt objektiven Sichtweise trägt bei, dass bisher lediglich die Neugestaltung von Kathers Hof im öffentlichen Raum erfolgte. Von privater Seite wurden bis heute 18 Sanierungen vorgenommen. Insgesamt standen für zwölf geplante öffentliche Projekte 371 000 Euro zur Verfügung, für private Maßnahmen bis zu 300 000 Euro, wie Aerzens Bürgermeister Bernhard Wagner mitteilt. Hiervon wurden bisher auf kommunaler Seite Investitionen in Höhe von rund 71 000 Euro gefördert. Im privaten Bereich liegt die förderfähige Investitionssumme mit 144 000 Euro bisher gut doppelt so hoch. Die Zuschüsse für die Fördermaßnahmen stammen aus Mitteln des Landes Niedersachsen und aus EU-Programmen und betragen für private Antragsteller 30 Prozent der Bruttokosten für Arbeiten an Gebäuden im Ortskern, die vor 1945 errichtet wurden. Die noch nicht abgearbeitete Prioritätenliste, die der Dorferneuerungsausschuss in Zusammenarbeit mit dem Flecken Aerzen, dem Amt für Landentwicklung und einem Planungsbüro vor Beginn der Fördermaßnahme im Jahr 2009 zusammengestellt hatte, ist nach wie vor lang. Wenn die Realisierung der einzelnen Positionen in der Vergangenheit nicht an den knappen finanziellen Mitteln der Kommune scheiterte, dann standen zum Teil auch ungeklärte Besitzverhältnisse einem Baubeginn im Weg. So auch bei der Neugestaltung des Containerplatzes an der Kreuzung Mühlendamm/Auf dem Thie, wie Tobias Kreye von der Aerzener Gemeindeverwaltung mitteilte. Auch die zum Teil sehr eigentümlichen Grenzverläufe am Weg „In der Twetsche“ sind nicht unbedingt förderlich, um hier eine zügige Neugestaltung in die Wege zu leiten. Dabei ist Eile geboten, denn das Förderprogramm läuft sowohl für private als auch für öffentliche Baumaßnahmen zum Ende des kommenden Jahres aus. Aus diesem Grund rufen der Flecken Aerzen und die Mitglieder des Dorferneuerungsausschuss alle Eigentümer von Gebäuden im Ortskern von Groß Berkel, die vor 1945 gebaut wurden, auf, über eine Dach-, Fassaden- oder Fenstererneuerung, den Umbau ehemaliger landwirtschaftlicher Gebäude sowie die Erneuerung von Grundstückseinfriedungen, Mauern und Hecken nachzudenken und Fördermittel zu beantragen. Allerdings können Förderanträge für das laufende Jahr nicht mehr gestellt werden, sondern erst für 2017, erklärt Kreye. Während das Programm für private Antragsteller eine Förderung von bis zu 30 Prozent der Bruttokosten (max. 25 000 Euro) vorsieht, erhält die Kommune eine 50-prozentige Bezuschussung zum Nettobetrag. Hintergrund der Dorferneuerung ist, das Ortsbild zu verschönern und die Lebensqualität in Groß Berkel zu verbessern, wirbt ein Flyer für private Investitionen. Eine Investition für die Zukunft, so war der Plan. Doch wie sieht es von kommunaler Seite aus? Das Fehlen von Geldern hat die ehrgeizigen Pläne der Dorferneuerer nahezu völlig ausgebremst und für Frust innerhalb des Ausschusses gesorgt. „Das ist alles nicht befriedigend. Wenn wir ohnehin nichts bewirken können, warum gibt es den Ausschuss dann überhaupt noch?“, stellte Wempe anlässlich der jüngsten Sitzung die Frage an die Verwaltung. Eigentlich wollten sie und ihr Sprecherkollege Hartmut Sander aus dem Ausschuss ausscheiden, was einem Ende dieses Gremiums gleichgekommen wäre. Dieser Schritt konnte allerdings abgewendet werden, da von Seiten der Kirchengemeinde noch Interesse an der Sanierung des Kirchhofes signalisiert wurde. Zuvor hatten Kreye und Wagner erklärt, dass ohne Ausschuss keine Förderung weiterer, nicht im Dorferneuerungsplan enthaltener, öffentlicher Maßnahmen mehr möglich sei. Dazu würde aber das Bauvorhaben der Kirchengemeinde zählen. Und dann soll auch bei den öffentlichen Dorferneuerungsmaßnahmen noch einmal ein Endspurt eingelegt werden. „Wir haben jetzt nur noch diese eine Chance“, sagt Ortsbürgermeisterin Renate Oetzmann. Wenn die Eigentumsverhältnisse eines angrenzenden Grundstücks an den Altglas-Containerplatz geklärt sind, könnte hier mit einer Umgestaltung begonnen werden, erklärt Kreye. Und auch in die Realisierung der Neugestaltungspläne des Weges „In der Twetsche“ soll wieder Bewegung kommen. Andere Vorhaben wie die Gestaltungsmaßnahmen an der Hummebrücke sowie die Sanierung des Hummeweges zwischen der Straße „Am Hummebogen“ und dem Spielplatz werden wohl keine Berücksichtigung im Förderprogramm mehr finden.

Info: Titel

Die ehrenamtliche Grünpflege von Kathers Hof findet jeweils am Dienstag vor der Grünschnittabfuhr statt, das gibt der Dorferneuerungsausschuss bekannt. Als Termine wurden festgelegt: Di., 22.3. und 18.10. um 16.30 Uhr sowie 26.4., 31.5., 5.7., 9.8. und 13.9. jeweils um 18.00 Uhr.



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