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Im Café des neuen Dorfladens entsteht großes Wandbild / Norbert Feist malt Wesermotiv

Grohnde zeigt sich von der schönsten Seite

Grohnde. Norbert Feist strahlt bei der Arbeit. Man spürt beim Zusehen, wie viel Freude es ihm macht. Seit Anfang Dezember lässt er im zukünftigen Café des Grohnder Dorfladens ein großes Wandgemälde entstehen. Als Motiv hat sich der 61-jährige Maler aus Emmern die Grohnder Fähre ausgesucht. Wenn es ums Malen geht, gibt es kaum etwas, was Feist noch nicht ausprobiert hat. Ob Öl, Dispersionsfarben oder Aquarell, das Ganze großflächig auf Leinwand oder feingliedrig auf Seide, gegenständlich oder abstrakt, Zeichnung oder Collage – der gelernte Schriftsetzer hat bisher kaum eine Stilrichtung ausgelassen.

veröffentlicht am 20.01.2015 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 01:21 Uhr

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Autor:

Andrea Gerstenberger
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Seit 39 Jahren zeichnet er die Kacheln für den Emmerthaler Silvesterlauf. Nun also eine ganze Wand mit der imposanten Weserlandschaft.

„Kurt Schriegel hat mich angerufen. Er wusste, dass ich jedes Jahr die Kulissen für das Emmerthaler Elterntheater male. Ich war gleich begeistert, habe aber auch gesagt, das braucht Zeit, das ist nicht so wie Kulissenmalen, das wird ein richtiges Gemälde“, erzählt Feist, der dieses Motiv nicht nur ohne Honorar malt, sondern auch die hochwertigen Farben dafür aus seinem Bestand mitbringt. Ein Glücksfall für das Grohnder Café. „,Wir haben kein Geld‘, haben die mir gesagt. Aber ich brauche auch kein Geld. Ich male, weil es mir Spaß macht.“ So hat er den Grohndern ein Motiv vorgeschlagen, die Wand in Quadrate eingeteilt und dann ging es auch schon los. Drei bis vier Tage die Woche kommt Feist seitdem in die alte Schule. „Jetzt geht es an die Fummelarbeit. Heute habe ich bisher nur den Rettungsring und das Beiboot der Fähre geschafft.“

Einwohner schauen

dem Maler bei der Arbeit über die Schulter

Das Foto, das ihm als Vorlage dient, hat der Emmerthaler, der auch ein begeisterter Fotograf ist, im Herbst aufgenommen. „Die Bäume sind fast ohne Blätter. Da muss auch Spannung in so einem großen Bild sein. Die Leute sollen mal hier und mal da gucken. Die einen Bäume haben weniger Laub, die anderen mehr, das ist in der Natur ja auch so. Und die einen trocken, eher rötlich, andere braun. Schwierig sind die Spiegelungen in fließendem Wasser. Ich bin oft an der Weser gewesen und habe genau geguckt, wie das aussehen muss.“ Die größte Herausforderung kommt aber noch, wenn es an das Gestänge der Fähre geht. „Das muss ja auch nachvollziehbar sein“, erzählt der heimische Künstler. „Die Leute kommen und schauen sich das ganz genau an. 30 Prozent aller Kunden des Dorfladens kommen schon jetzt und gucken. Und das sind Grohnder, die wissen ganz genau, wie es aussehen muss.“

Die Kunden geben dann auch Tipps. „Da fehlt noch die Bank“, und „auf das Schifffahrtszeichen muss eine römische Zwei“, bekommt er dann gesagt. „Ich finde das toll, die Leute nehmen richtig Anteil.“ Damit die Streben der Reling der Fähre auch gerade werden, hat sich Feist ein großes Zeichenlineal aus Holz gebaut. „Mit ganz fein geschliffenen Kanten, damit auch saubere feine Linien entstehen.“

Ein wenig wird es noch dauern, bis das Café in der alten Grohnder Schule eröffnet, wo die Einwohner seit dem vergangenen Dezember einen Dorfladen in Eigenregie betreiben. Das Café, so die Planungen, soll künftig auch über die Öffnungszeiten des Marktes hinaus als Treffpunkt dienen. Für eine weitere Wand hat Norbert Feist ein Leistensystem empfohlen, um später Bilder aufhängen zu können. Das wurde bereits installiert. So können auch Ausstellungen eröffnen, wie eine der künftigen Nutzungen vorgesehen ist. „Ich werde garantiert hier auch mal ein paar Bilder ausstellen“, sagt Norbert Feist schon voller Vorfreude.



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