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Abbauunternehmen plant Verladestation an Bahnstrecke für jährlich 2400 Lkw-Fahrten / Heftige Proteste der Einwohner

Grohnde drohen Transporte mit 60 000 Tonnen Kies

Grohnde (gro). Politik und Einwohner laufen Sturm gegen das mögliche Vorhaben, den alten Verladebahnhof bei Grohnde für die Verladung von Kies auf die Bahn zu nutzen. Das sehen Pläne des Kieswerkes Ernst Müller GmbH & Co. KG vor, die bei einer gemeinsamen Sitzung des Ortsrates und Ausschusses für Ordnung und Liegenschaften vorgestellt wurden. Dabei handle es sich zunächst einmal lediglich um eine Probeverladung im November, meinte der Geschäftsführer Eckhard Henke des Kieswerkes in Bodenwerder-Kemnade. Wenn diese gut laufe, dann wolle das Kieswerk den Verladebahnhof in Grohnde und die Bahnstrecke bis zum Anschluss an die Bahnkreuzung zum AKW sanieren.

veröffentlicht am 29.09.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 04:41 Uhr

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Das Projekt koste das Kieswerk 500 000 Euro. Eine Reaktivierung der Bahnstrecke bis nach Kemnade würde eine Investition von 4,3 Millionen Euro bedeuten. Das sei für die Firma finanziell nicht darstellbar. Wenn der Probelauf erfolgreich verlaufe, sei es Wunsch des Kieswerkes, seinen Kies über die Schiene statt mit Lkw in Richtung Norddeutschland zu verfrachten, weil dieses ökonomisch und ökologisch besser sei, sagte Henke. Konsequenz für Grohnde, so Dr. Reinhard Schröder-Baumgart vom Kieswerk: 60 000 Tonnen Kies würden jährlich mit 2400 Lkw-Fahrten zur Verladung über die Bahnhofstraße transportiert. Ein Verladezug bedeute die Anfuhr mit 60 Lkw. Die Bahnhofstraße sei dafür geeignet und würde den Verkehr verkraften. Henke hob besonders eine Mitteilung des Wirtschaftsministeriums an das Kieswerk hervor. Wenn jetzt mit der Bahnstrecke (im Besitz der VEV) nichts passiere, werde sie zwingend stillgelegt. „Wir haben noch für 40 Jahre Kies und müssen daher in die Offensive gehen, und da bleibt uns nur die Alternative Verladebahnhof Grohnde“, sagte Henke.

Bürgermeister Andreas Grossmann lobte zwar die Initiative des Kieswerkes, die Transporte „weg von der Straße auf die Schiene“ zu verlegen, aber dann bitte mit dem Einverständnis der Bürger. Ortsbürgermeisterin Rita Bode fühlt sich überrollt und sieht „eher nur Nachteile für den Ort und die Bürger.“ Heftigen Widerstand gegen eine dauerhafte Kiesverladung über den Verladebahnhof und vor allem den Transport durch die Bahnhofstraße gab es von Anwohnern. Wenn Lkw durch diese Straße fahren würden, wackelten die Wände in den Häusern. Die Bahnhofstraße sei im Gegensatz zur Meinung der Kieswerkvertreter überhaupt nicht in Ordnung und nicht für solch einen Schwerlastverkehr ausgelegt, hieß es.

Eine angesprochene Kiesverschiffung über die Weser sei wegen des Tiefgangs der Schiffe und der Latferder Klippen nicht möglich, meinte Henke. Zumindest gibt es laut Unternehmen eventuell noch eine „große Lösung“ mit einer Bahnstrecke bis Bodenwerder. Der Landkreis Holzminden mit Müllverladung per Bahn, Rigips und auch das Hehlener Kalkwerk hätten Interesse gezeigt, sich daran zu beteiligen. Dann solle das Kieswerk auch konkrete Absprachen mit denen treffen, hieß es aus dem Saal. „Die Lösung Kemnade wäre ja auch das Beste, das Schönste, aber die anderen Interessenten halten sich da noch bedeckt“, sagte Dr. Schröder-Baumgart – und einer müsse nun Mal den Anfang machen. „Wenn Sie jetzt über ihren Schatten springen könnten, obwohl wir Sie rechtlich gar nicht fragen müssen, können wir nach der Probeverladung sehen, was in Grohnde noch zu tun ist“, stellte der Kieswerkvertreter in Aussicht.

Die Ortsbürgermeister ergriff nochmals das Wort. „Niemand hat etwas gegen die Probeverladung“, meinte Bode. „Wenn das aber positiv für sie gelaufen ist, dann bringen sie bei dem nächsten Gespräch mit uns auch etwas Positives für die Grohnder mit.“ Rolf Keller als Vorsitzender des Ausschusses gab den Hinweis, dass der Probelauf aus rechtlicher Sicht nicht zu verhindern sei. Allerdings könnten die Grohnder Druck machen, eine Bürgerinitiative gründen, „wobei wir sie unterstützen“, meinte Keller. „Wie es weitergeht, sehen wir bei dem nächsten Gespräch mit allen Beteiligten.“



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