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Mehr Sicherheit an Landesstraße: SPD aus Aerzen und Extertal ruft zu Fahrrad-Demo auf

Grenzenloser Protest

Aerzen. Zwei Kommunen aus zwei Bundesländern erhöhen den Druck, damit an der Landesstraße zwischen Grupenhagen und dem nordrhein-westfälischen Bösingfeld ein Fahrradweg angelegt wird. Deshalb rufen die beiden SPD-Ortsvereine Aerzen und Extertal (Kreis Lippe) zu einer Fahrrad-Demonstration am Samstag, 18. Juli, auf. Treffpunkt ist um 15 Uhr vor dem Dorfgemeinschaftshaus Grupenhagen. „Wir wollen mit der Aktion auf den unhaltbaren Zustand hinweisen, dass dort Fahrradfahrer nicht genügend Platz zum Fahren bleibt“, erläutert Aerzens SPD-Vorsitzender Heinz-Helmuth Puls. Die L 432 sei schon lange eine der gefährlichsten Straßen im Landkreis Hameln-Pyrmont, begründet er. Für Fahrradfahrer sei sie „lebensgefährlich.“

veröffentlicht am 14.07.2015 um 18:16 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 14:41 Uhr

Radweg zwischen Grupenhagen und Bösingfeld
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Aerzen. Zwei Kommunen aus zwei Bundesländern erhöhen den Druck, damit an der Landesstraße zwischen Grupenhagen und dem nordrhein-westfälischen Bösingfeld ein Fahrradweg angelegt wird. Deshalb rufen die beiden SPD-Ortsvereine Aerzen und Extertal (Kreis Lippe) zu einer Fahrrad-Demonstration am Samstag, 18. Juli, auf. Treffpunkt ist um 15 Uhr vor dem Dorfgemeinschaftshaus Grupenhagen. „Wir wollen mit der Aktion auf den unhaltbaren Zustand hinweisen, dass dort Fahrradfahrer nicht genügend Platz zum Fahren bleibt“, erläutert Aerzens SPD-Vorsitzender Heinz-Helmuth Puls. Die L 432 sei schon lange eine der gefährlichsten Straßen im Landkreis Hameln-Pyrmont, begründet er. Für Fahrradfahrer sei sie „lebensgefährlich.“
 Das Land Niedersachsen soll laut SPD aufgefordert werden, diesen Zustand zu beenden und dort einen Fahrradweg einzurichten. Dieser Weg müsse nicht zwangsläufig entlang der Landesstraße führen, er könne auch die vorhandene Feldweginfrastruktur nutzen. Puls: „Wir fordern das Land auf, sich mit dem Landesgrenzen überschreitenden Weg zu beschäftigen und zielorientierte Vorschläge zu unterbreiten.“
 Schon jetzt erwarten die Organisatoren zu dieser Protestaktion etwa 60 bis 80 Teilnehmer, die mit Fahrrädern die Strecke befahren werden. Angekündigt hätten sich dazu Bundestags-, Landtags- und Kreistagsabgeordnete sowie Gemeinde- und Ortsräte. Außerdem sollen die Ortsbürgermeister und die Bürgermeister der anliegenden Ortsteile beziehungsweise Gemeinden anwesend sein, „um diesem Anliegen die nötige Aufmerksamkeit zu verleihen“, teilt Puls mit. Für die Extertaler SPD ruft deren Vorsitzende Irmtraut Reineke zu dem Protest auf. Zwischen den Ortsvereinen der Sozialdemokraten in Aerzen und Extertal gibt es bereits seit einiger Zeit eine grenzübergreifende Zusammenarbeit. Im Anschluss an die Demo findet am Samstag erneut eine gemeinsame Mitgliederversammlung statt.
 Bereits in den Jahren 2010 und 2011 hatte die Aerzener SPD zu Fahrrad-Demos aufgerufen, um der Forderung nach einem Radweg zwischen Groß Berkel und Ohr Nachdruck zu verleihen. Mit dem Bau dieser Strecke soll voraussichtlich in diesem Sommer begonnen werden. Zwischen Groß Berkel und Grupenhagen besteht schon ein gut ausgebauter Radweg, der nun ins Lippische fortgeführt werden soll. Die Gemeindeverwaltung soll dazu beim Land Niedersachsen den Antrag stellen. Das hatte der Rat im vergangenen Jahr beschlossen. Damit folgte er einem Wunsch des Ortsrates Grupenhagen, der den Radweg seit vielen Jahren fordert. „Da es sich um ein lange dauerndes Verfahren handelt, soll mit diesem Beschluss der erste Schritt gemacht werden“, hieß es damals in den Erläuterungen der Gemeinde. Erste Gespräche mit der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr seien bereits erfolgt.
 Angesichts des wachsenden Radverkehrs und steigender Unfallzahlen hat die Landesverkehrswacht Niedersachsen zuletzt am vergangenen Wochenende die Kommunen zu einer Verbesserung des Radwegenetzes aufgerufen. Außerdem appellierte die Geschäftsführerin der Verkehrswacht, Cornelia Zieseniß, an Fußgänger und Autofahrer, mehr Rücksicht auf Radler zu nehmen.
 Im vergangenen Jahr verunglückten in Niedersachsen 9091 Fahrradfahrer, 2013 waren es noch 8207. Die Zahl getöteter Radfahrer sank von 54 auf 51. Ein Grund für den Anstieg war das milde Wetter im ersten Quartal 2014, der zu Hunderten Fahrradunfällen mehr als im Vorjahreszeitraum führte. „Die Kommunen müssen gucken, wie sie ihr Radwegenetz aufstellen“, sagte Zieseniß in Hannover. Nötig seien kluge Konzepte und ein verkehrssicherer Ausbau.
 Da Fahrräder und E-Bikes für viele Pendler immer interessanter werden, rief auch der Auto Club Europa (ACE) zu einem Ausbau des Radwegenetzes auf. Beide Verkehrsmittel müssten sicher in den Straßenverkehr und insbesondere auch den Berufsverkehr integriert werden. In Niedersachsen gab es mit Stand 2013 an 48,9 Prozent der überörtlichen Straßen einen Radweg. Außerhalb der Stadtstaaten gibt es nur in Schleswig-Holstein eine bessere Ausstattung an 54,8 Prozent der Straßen. 

Von Christian Branahl



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