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Bausubstanz der Hummetalschule völlig veraltet / 300 000 Euro Investment als Ersthilfe

Gravierende Mängel

AERZEN. Eine Brandverhütungsschau durch die zuständige Bauaufsichtsbehörde sowie die gesetzlich vorgeschriebene Prüfung der Sicherheitsanlagen durch einen Sachverständigen hat Erschreckendes an den Tag gebracht: Viele Mängel sind so gravierend, dass im Schulgebäude Teilsperrungen drohen.

veröffentlicht am 06.11.2017 um 15:37 Uhr
aktualisiert am 06.11.2017 um 16:50 Uhr

Sämtliche Anlagen und Bauteile der Schule im Hummetal stammen aus dem Jahr 1970; 1983 ist das Baujahr der Sporthalle. Damit ist die Bausubstanz völlig veraltet. Foto: wal
Joachim Zieseniß

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Joachim Zieseniß Reporter Bodenwerder zur Autorenseite
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Der Bauausschuss des Kreises hat jetzt einstimmig festgestellt, dass dringend Maßnahmen in Gang geschoben werden müssen. Im Haushaltsplanentwurf 2018 wurden für das Haushaltsjahr 2018 schon einmal Aufwendungen in Höhe von 300 000 Euro veranschlagt. In der mittelfristigen Ergebnis- und Finanzplanung für die Jahre 2019 bis 2021 wurden weitere Aufwendungen in Höhe von jeweils 700 000 Euro etatisiert.

Sämtliche Anlagen und Bauteile der Schule im Hummetal stammen aus dem Jahr 1970. 1983 ist das Baujahr der Sporthalle. Damit ist die Bausubstanz völlig veraltet und entspricht in großen Teilen nicht mehr den aktuell geltenden gesetzlichen Anforderungen. Der Sachverständige hatte daher bei seiner jüngsten Gebäudeschau in der Schule in beiden Gebäuden erhebliche Mängel im Bereich des vorbeugenden Brandschutzes und die sicherheitsrelevanten technischen Anlagen festgestellt.

Eine Fachfirma war umgehend mit der Behebung der wesentlichen technischen Mängel beauftragt worden. Sie stellte dabei aber fest, dass die meisten der Mängel nicht zu reparieren sind. So musste die Anlage der Sicherheitsbeleuchtung aus Gründen der Brandgefahr sofort endgültig außer Betrieb gesetzt werden. In der Folge wurden als Sofortmaßnahme provisorische Sicherheitsbeleuchtungsanlagen in den Gebäuden installiert, um den Schulbetrieb bis zur endgültigen Gebäudesanierung aufrecht erhalten zu können. Die Gefahrenmeldeanlage konnte größtenteils repariert werden, sodass der Betrieb erst einmal gesichert ist: Die Anforderungen der Schulbaurichtlinie sind damit vorerst erfüllt. Insgesamt habe der Landkreis in der Aerzener Hummetalschule seit Mai des Jahres schon runde 30 000 Euro ausgegeben, teilte die Leiterin des Facilitymanagements beim Landkreis, Maren Seligmann, mit.

Außerdem wurden sofort nach Bekanntwerden der Mängel ein Brandschutzsachverständiger sowie ein Elektro-Fachplaner eingeschaltet. Mit diesen hat die Bauaufsichtsbehörde des Landkreises ein Konzept für die weitere Vorgehensweise für die notwendigen Sanierungen in der Hummetalschule entwickelt. Dabei sind die aktuell geltenden Vorgaben der Niedersächsischen Bauordnung, zu befolgen, und danach sind auch ein Großteil der Elektroleitungen auszutauschen. Außerdem müssen die Zentralanlagen der Sicherheitsbeleuchtungen und der Hausalarmanlagen sowie die vorhandenen Sicherheitsleuchten und Fluchtwegpiktogramme ausgetauscht werden. Ausgewechselt werden sollen auch die vorhandenen Handmelder und Rauchmelder sowie die Verkabelung der Sicherheitsbeleuchtungen und der Hausalarmanlagen in den Gebäuden. Zusätzlicher Feuerlöscher müssen angeschafft, eine Vielzahl von Notausgangstüren innen und außen verbreitert oder ausgetauscht werden. Auch notwendige zweite Rettungswege müssen in mehreren Bereichen eingerichtet, Wände und Decken brandschutztauglich nachgerüstet werden.

Im Zuge dieser Sanierungsmaßnahmen soll auch gleich das Trinkwassernetz erneuert werden, um eine mögliche Verkeimung auszuschließen. Alle Flachdächer sollen saniert und für die Inklusion völlige Barrierefreiheit hergestellt werden. In der Sporthalle wird die Beleuchtung erneuert.

Abschließend wurde im Fachausschuss noch festgestellt, dass eine Schülerprognose bis zum Schuljahr 2022/23 aktuell vorliegt. Danach sind für die Hummetal-Schüler die Schülerzahlen rückläufig. Das soll im Hinblick auf den Sanierungsaufwand berücksichtigt werden.

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