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Spezialisten des Gefahrgutzuges und des ABC-Dienstes im Einsatz / „Keine Gefahr für die Bevölkerung“

Giftige Gase – Forschungsinstitut evakuiert

Ohr. Das Institut für Solarenergieforschung Hameln/Emmerthal (ISFH) ist gestern um 12.30 Uhr evakuiert worden. Mehr als 100 Mitarbeiter mussten die Einrichtung in Ohr verlassen. Zuvor hatte die automatische Gaswarnanlage in einem besonders gesicherten Forschungslabor eine erhöhte Konzentration von zwei sehr giftigen Gasen angezeigt. Die Leitstelle löste umgehend Gefahrgutalarm aus. Freiwillige aus Kirchohsen, Ohr, Grohnde und Amelgatzen rückten aus. Aber auch Spezialisten des Gefahrgutzuges aus Kirchohsen und des ABC-Dienstes aus Marienau fuhren nach Ohr.

veröffentlicht am 11.12.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 24.01.2019 um 14:14 Uhr

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Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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„Gleich drei empfindliche Sensoren haben angeschlagen“, berichtet Einsatzleiter Kay Leinemann. „Zunächst wurde Phosphin, später über einen längeren Zeitraum nur noch Diboran angezeigt.“ Beide Stoffe sind sehr giftig, hochentzündlich und können auch über die Haut aufgenommen werden. Vorsicht war also geboten. Ein Trupp, der sich mit schwerem Atemschutz ausgerüstet und grüne Chemikalien-Vollschutzanzüge angezogen hatte, ging in das Gebäude, erkundete die Lage und stellte fest, dass die Gasflaschen zugedreht waren. Das vermutlich zuvor entwichene Gas war bereits über einen Sicherheitsschlot aus dem Raum entwichen. Eine Gefahr für die Einsatzkräfte und die Bevölkerung habe dennoch nicht bestanden, sagten der stellvertretende Gemeindebrandmeister Kay Leinemann und Kreisbrandmeister Frank Wöbbecke, der selbst Chemiker ist und als Kreisgefahrgutbeauftragter vor Ort war.

Dafür gibt es mehrere Gründe: „Die im Labor gemessene Gaskonzentration war sehr gering“, sagt Dr. Thorsten Dullweber vom ISFH. Lediglich drei Prozent Diboran seien mit 97 Prozent Wasserstoff gemischt worden. Bei Phosphin sei das genauso. Die im Raum festgestellte Gasmenge habe nur geringfügig über der maximalen Arbeitsplatzkonzentration gelegen. In Verbindung mit Wasserstoff seien die Gase leichter als Luft. Im Freien würden sie rasch vom Wind verwirbelt und verdünnt. Dr. Dullweber geht davon aus, dass nur Diboran entwichen ist. Darauf deute die lange Anzeigedauer der Sensoren hin. Da die Druckflaschen zugedreht waren, könnte eine Leitungsundichtigkeit ursächlich sein. Theoretisch möglich wäre auch, dass Luft, in der sich ein unbekannter Stoff befand, von außen angesogen wurde und die Anlage durch eine sogenannte Querempfindlichkeit aktiviert worden ist.

Das Labor wurde gesperrt, die Leitungen sollen zeitnah von einer Fachfirma überprüft werden. Die Polizei hat das Gewerbeaufsichtsamt informiert.

Gasalarm: Die Feuerwehr ist mit einem Großaufgebot im Einsatz.

Das ISFH benutzt die gefährlichen Gase Diboran und Phosphin zu Forschungszwecken bei der Herstellung von Solarzellen.

Einen Videobericht über den Großeinsatz am Solarforschungsinstitut sehen Sie auf dewezet.de



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