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Lebensmittelmärkte benötigen mindestens 5000 Quadratmeter / Künftige Nutzung bleibt offen

Gewaltige Baulücke ist für Investoren zu klein

Aerzen (cb). Der unschöne Anblick auf die Brache mitten im Aerzener Altdorf lässt immer neue Gerüchte über eine mögliche Nutzung sprießen – doch konkrete Ideen für das Gelände an der Ortsdurchfahrt bestehen nicht. „Es gibt zwar immer wieder Investoren beziehungsweise deren Planer und Vertreter, die mit uns sprechen“, sagt Bürgermeister Bernhard Wagner. „Aber daraus ist bislang nichts geworden.“ Nicht mehr als ein Wunschdenken sind auch mögliche Absichten der Märkte im Gewerbegebiet Blankschmiede, ins Zentrum umzuziehen. „Da gibt es keine Bestrebungen“, weiß der Bürgermeister über Aldi und Rewe.

veröffentlicht am 21.10.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 19:41 Uhr

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Dabei stünde ein Nahversorger im Ortskern auch für ihn ganz oben auf der Wunschliste. Doch: Das Gelände der ehemaligen Brotfabrik, das von der Gemeinde vor einigen Jahren gekauft worden ist, gilt als zu klein für Läden und vor allem Parkflächen mit notwendigen Zufahrten. 5000 Quadratmeter Fläche gelten für einen Einkaufsmarkt als Voraussetzung. „Das ist einhellige Meinung“, sagt Wagner. „Deswegen passiert da aus meiner Sicht auch nichts.“ Lediglich eine Lebensmittelkette habe andere Konzepte für kleinere Märkte, und die würden derzeit geprüft.

Gemeinde will unschönen Anblick etwas verbessern

Natürlich favorisiere die Gemeinde auch Möglichkeiten, wenn Investoren dort die Bereiche Wohnen und Einkaufen verwirklichen würden. Als positives Beispiel stellt der Bürgermeister die Marktresidenz in der Bahnhofstraße heraus, die von dem Emmerthaler Unternehmen Steinmann realisiert worden ist und nun neben Wohnungen bis zum Jahresende insgesamt drei Geschäfte beherbergt. Ein Konzept, das sich Wagner auch gut hätte vorstellen können für die Osterstraße. „Schade, dass die Marktresidenz nicht dort errichtet worden ist“, so Wagner.

Aber die Fläche im Altdorf steht erst seit diesem Jahr zur Verfügung. Die Gemeinde hatte die ehemaligen Betriebsstätten der Brotfabrik abreißen lassen, damit das Areal in seinen Ausmaßen erst einmal bewusst und damit für Investoren interessant wird. Nachteil: „Ein relativ hässlicher Fleck“, teilt Wagner die Verärgerung vieler Einwohner. Mit Rücksicht auf die Nachbarschaft hatte die Gemeinde Mauerreste und Gebäudeteile stehen gelassen. Über die Jahrzehnte waren dort Schuppen und Bauten errichtet worden – bisweilen mit gemeinsamer Wand. Mit den bekannten Folgen: Von einer Visitenkarte für Aerzen kann wahrlich keine Rede sein. Die Verwaltung richtet sich nun darauf ein, dass es wohl länger dauern kann, bis diese gewaltige Baulücke geschlossen wird. „Wir haben unsere Mitarbeiter gebeten, Ideen zu entwickeln, das Gelände für eine Übergangszeit zu gestalten“, kündigt Wagner an, den derzeit wenig schönen Anblick zu verbessern. „Ohne großen Aufwand“ zwar, aber ein Teil könne als Parkplatz genutzt werden, Bepflanzung für etwas Sichtschutz sorgen.

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Kritik aus der Einwohnerschaft, dass Geld aus dem Städtebauförderungsprogramm nur für den Abriss genutzt worden sei, will der Bürgermeister übrigens nicht stehen lassen. Die Gemeinde habe ohnehin weniger Geld für die Altdorfsanierung in Aerzen erhalten als ursprünglich in Aussicht gestellt. Und: Sie könne es nicht dafür nutzen, um selbst Gebäude zu errichten. Deshalb bleibt weiterhin nur die Suche nach Investoren. „Die Gespräche laufen weiter“, kündigt Bernhard Wagner an. „Sie bleiben zwar sehr schwierig, aber ich bin optimistisch.“

Wenig ansehnlich ist die Fläche mitten im Ortskern von Aerzen, wo die Brotfabrik abgerissen worden ist. Zumindest will die Gemeinde nun Möglichkeiten prüfen, den Anblick optisch besser zu gestalten.

Fotos: nls

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