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Kindertheater fesselt die Zuschauer

Gespensterstunde in der Aerzener Burg

AERZEN. Die vorderen Stuhlreihen sind durch Matten ersetzt worden; rund 30 Kinder haben es sich dort bequem gemacht und warten darauf, dass der Vorhang aufgezogen wird. Das Wittener Kinder- und Jugendtheater gastiert mit dem Stück „Das kleine Gespenst“ in Aerzens Domänenburg.

veröffentlicht am 16.04.2018 um 12:23 Uhr

Das kleine Gespenst möchte so gerne einmal die Stadt und den Fluss im Tageslicht sehen. Foto: kkü
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Karin Küster Reporterin
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Das Stück für Kinder ab drei Jahren beginnt mit einem durchdringenden Schrei, der Eltern und Kinder gleichermaßen zusammenfahren lässt und augenblicklich die volle Aufmerksamkeit auf die Bühne lenkt. Dort steht die „große Tanne“ mit weit aufgerissenen Augen und ruft überrascht: „Ihr seid ja schon da!“

Als der letzte Schlag der Eulenberger Rathausuhr verklungen ist, öffnet sich die Kiste im alten Schloss, in der das kleine Gespenst den Tag verschläft. Noch etwas müde steigt es heraus und muss ein paar Mal laut niesen. Es ist ein nettes, verspieltes, zu Streichen aufgelegtes und neugieriges kleines Gespenst, das so gern die Welt bei Tageslicht kennenlernen möchte. Freund Herr Schuhu, der Uhu, rät ab: „Das Tageslicht tut Ihnen nicht gut.“ Aus zunächst unerklärlichen Gründen wacht das Gespenst tatsächlich eines Tages an einem Vormittag auf, spukt ein wenig herum, stellt entsetzt fest, dass es vom Sonnenlicht schwarz gefärbt wurde, erschreckt die Magd und den Bürgermeister und möchte schnell wieder in sein Leben als Nachtgespenst zurück, denn: „Es ist nicht schön, ein Tagesgespenst zu sein!“ Eine Stunde lang zieht der Wirbel, den das kleine Gespenst veranstaltet, die Kinder in ihren Bann.

Im Anschluss dürfen die Mamas und Papas ihre Kinder zusammen mit den Akteuren fotografieren. Die Schauspieler sind Maja Rodigast (Gespenst), Christina Agel (Tanne, Magd, Paula und die Stimme des Uhus) und Andreas Richter (Bürgermeister, Polizist und Uhrmachermeister Herr Zifferle). Mit dem Stück „Das kleine Gespenst“ ist das Wittener Kinder- und Jugendtheater jetzt schon im sechsten Jahr in Deutschland und Österreich unterwegs; es bespielt kleine und große Bühnen vom Vereinsheim bis zum Stadttheater. „Es soll auch für die Erwachsenen witzig sein. Wir wollen immer beide bedienen – sowohl Eltern als auch Kinder“, betont Christina Agel.

Das vom Tageslicht schwarz gefärbte Gespenst treibt mit dem Bürgermeister seinen Unfug. Foto: kkü
  • Das vom Tageslicht schwarz gefärbte Gespenst treibt mit dem Bürgermeister seinen Unfug. Foto: kkü

Vor dem Auftritt in Aerzen waren die Schauspieler mit ihrem Tourneetransporter in Erlangen, am nächsten Sonntag spielen sie in Darmstadt. Das Trio kümmert sich selbst um Maske und Kostüme, baut die Kulissen auf und ab und verlädt sie. Es sei ein bisschen wie jeden Tag umziehen, beschreiben sie. Eine ausgeklügelte Ladeordnung haben sie inzwischen erarbeitet. „Gekonnt stapeln wie bei Tetris“, nennt es Agel. Sie mag das Theaterspielen für Kinder ganz besonders – „weil die Reaktionen so total direkt und ungefiltert kommen“.



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