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Dorfladen Grohnde feiert ersten Geburtstag

Geschichten zwischen Brot und Rotkohl

Knapp 365 liegen hinter den Mitarbeitern des Dorfladens Grohnde. Tage, in denen sie sich eine Stammkundschaft aufgebaut haben und zu einer festen Größe im Ort geworden sind. Die Kunden wollen ihren Dorfladen nicht mehr missen und glauben daran, dass sich das Konzept auch weiterhin durchsetzen wird.

veröffentlicht am 17.12.2015 um 12:34 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:54 Uhr

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Autor:

Svenja-A. Möller
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Grohnde. Das leise Bimmeln der Türglocke kündigt stetig neue Kunden an. Im Dorfladen herrscht an diesem Vormittag reger Betrieb und die meisten Kunden wissen schon ganz genau, was sie haben wollen. „Ich komme heute wegen des Rotkohls, der ist im Angebot“, sagt Renate Greinge. Ein- bis zweimal in der Woche kommt sie in den Dorfladen. Heute hat sie ihren Enkel dabei. „Ich kaufe hier auch manchmal ein. Meist Süßigkeiten oder etwas zu trinken“, sagt Adrian Bähre.

Seit einem Jahr gibt es den Dorfladen am Patweg und die meisten Grohnder wollen ihn nicht mehr missen. „Früher gab es einen kleinen Kaufmannsladen, als der zu gemacht hat, hatten wir ganz lange nichts mehr“, sagt Greinge. Heute haben die Grohnder wieder die volle Produktauswahl – und das direkt vor der Haustür. „Ich wohne nur ein paar Häuser weiter“, sagt Lothar Wodniok. Auch er kauft mindestens einmal in der Woche im Dorfladen. „Hier bekomme ich eigentlich alles, was ich brauche“, sagt der Grohnder. Nur eine etwas größere Fleisch-Auswahl fehle ihm manchmal.

Im Dorfladen ist man aber durchaus bemüht, den Kunden jeden Wunsch von den Augen abzulesen. Im vorderen Bereich hängt eine Tafel, auf der Kunden eintragen können, was ihnen fehlt. Heute steht dort: Wattestäbchen, Dosenbier, Hokkaido. Petersilie wurde bereits durchgestrichen. „So wissen wir ganz genau, was die Leute haben wollen und können es kaufen“, sagt Daniel Schneider, Geschäftsführer des Dorfladens. Seit der Geburtsstunde des Ladens ist er dabei und hat sich mittlerweile zum wahren Allround-Talent gemausert. Kassieren, Warenpflege, Kundenbetreuung – Schneider arbeitet in jedem Bereich. Zum neuen Jahr wird er seinen Posten als Geschäftsführer zwar aufgeben, was aber nicht heißt, dass ihm der Laden nicht am Herzen liegt. „Wir haben uns in diesem einen Jahr eine tolle Stammkundschaft aufgebaut und man kennt sich mittlerweile“, sagt Schneider. Er kennt seine Kunden und ihre Vorlieben, hält auch mal einen kleinen Plausch am Rande und redet über Privates. „Hat das mit dem Brot am Samstag geklappt?“, fragt er einen Kunden, der daraufhin eifrig nickt. Kleine Sonderwünsche werden durchaus erfüllt. Und auch die Kunden kennen sich untereinander. „Birgit, kannst du uns mit hochnehmen?“, fragen zwei Damen Birgit Käse, die gerade an der Kasse ansteht. Käse ist in der Nacht aus dem Urlaub zurückgekommen und will schnell etwas für das Frühstück kaufen. „Na klar, ehe ihr nasse Füße kriegt, nehme ich euch zwei mit“, antwortet Käse.

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  • Kunden finden im Dorfladen eine breite Auswahl. nt
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  • Adrian Bähre und seine Oma Renate Greinge kommen gemeinsam in den Dorfladen. nt

Schneider würde sich freuen, wenn noch mehr Grohnder den Dorfladen für sich entdecken. „Sogar aus Lüntorf kommen Leute zum Einkaufen her aber wir würden und auch freuen, wenn der Rest von Grohnde noch kommt“, sagt Schneider.

Kay Uwe Weigel kommt eigentlich aus Emmerthal, kauft aber gerne im Grohnder Dorfladen. „Denn hier bekomme ich etwas, was ich in Emmerthal nicht bekomme. Und es ist sogar noch günstiger“, sagt Weigel. Kistenweise kauft er ein bestimmtes Wasser. Das gäbe es in Emmerthal nur in Plastikflaschen, in Grohnde hingegen verkaufe man es in Glasflaschen. „Und ich trinke einfach lieber aus Glasflaschen“, erklärt Weigel.

Trotz Stammkundschaft und zufriedener Kunden: In den schwarzen Zahlen ist der Dorfladen nach einem Jahr noch nicht. „Es dauert halt etwas, bis sich Laden und Kunden aufeinander eingespielt haben“, sagt Geschäftsführer Schneider. Der Zuspruch vor Ort sei aber immer gleich gewesen, erklärt Hauptgesellschafter Hubert Hennig. Und: „Umsatzschwankungen haben wir kaum festgestellt.“

Der ersten Geburtstag des Dorfladens soll am Samstag, 19. Dezember gefeiert werden. „Es gibt einen Adventsbasar und Getränke und Bratwurst“, sagt Schneider. Im Dorfladen gibt es derzeit auch spezielle „1-Jahr-Dorfladen“-Angebote. „Beginn der Feier ist um 14 Uhr, der Laden schließt um 17 Uhr“, sagt Schneider. Das Ende der Feier ist offen.



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