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Experten sanieren Fassade von Schloss Hämelschenburg / Erster Bauabschnitt hat begonnen

Gerüstet für eine märchenhafte Pracht

HÄMELSCHENBURG. Zähes Ringen um die Finanzierung, aber auch die Planungen verlangten große Sorgsamkeit – nun ist der Auftakt der aufwendigen Bauarbeiten aber unübersehbar: Am Schloss Hämelschenburg wächst um den nordöstlichen Giebel ein Gerüst nach oben. Damit beginnen die Sanierungsarbeiten mit fünf Bauabschnitten.

veröffentlicht am 14.02.2018 um 12:19 Uhr

Die Schäden an Fassade und Steinornamenten sollen nach und nach in fünf Abschnitten in den kommenden Jahren saniert werden. Foto: cb
Christian Branahl

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Christian Branahl Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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„Für die Schornsteinspitze brauchen die Gerüstbauer der Firma Knackstedt aus Polle wie beim Bau vor 430 Jahre großes Geschick“, wie Schlossbesitzer Lippold von Klencke mitteilt. Bis Ende Juni erhalte das als Perle der Weserrenaissance geltende Bauwerk „seine märchenhafte Gestalt“, zurück, kündigt er an.

Insgesamt gesehen handelt es sich aber um eine mehrjährige Sanierungsmaßnahme an der Fassade und den Steinornamenten. Ein Blick zurück: Bauherr von Klencke war von dem Ausmaß der Schäden überrascht. Er musste jedoch feststellen, dass sie auch an anderen Gebäuden der Weserrenaissance auftreten. „Trotz hervorragender Verarbeitung dringt im Lauf der Zeit Feuchtigkeit in das Natursteinmauerwerk und die geschmiedeten Eisenverankerungen verrosten, mit denen die zahlreichen Steinornamente befestigt sind“, heißt es dazu aus Hämelschenburg. „Sie sind für die prächtigen Bauwerke der Weserrenaissance typisch und nach Auffassung der Denkmalschützer unverzichtbar.“

Die mit dem Landkreis und dem Landesamt für Denkmalpflege abgestimmte Maßnahme leitet Dr.-Ing. Norbert Bergmann (Pfaffenhofen). Er gilt als ein auf den Wesersandstein spezialisierter Architekt. Das Fachbüro nennt beispielsweise das Schlossensemble Fürstenberg, ein weiteres Denkmal der Weserrenaissance, zu seinen Referenzen.

Inzwischen an der Spitze angelangt: Seit Tagen sind zum Auftakt die Gerüstbauer im Einsatz. Foto: cb
  • Inzwischen an der Spitze angelangt: Seit Tagen sind zum Auftakt die Gerüstbauer im Einsatz. Foto: cb
Voraussichtlich bis Juni dauert der erste Bauabschnitt.
  • Voraussichtlich bis Juni dauert der erste Bauabschnitt.

Die Sanierung in Hämelschenburg erfolgt in fünf Bauabschnitten . Zum Auftakt sollen zunächst als Musterachse für die anderen Bauabschnitte die Schäden des Giebels kartiert und die Schadenprozesse analysiert werden. Die anschließenden Arbeiten dienen bis Juni dazu, den Giebel zu stabilisieren, die zerstörten beziehungsweise schädigenden Eisenteile auszubauen und die in die Fassaden eindringenden Feuchtigkeit zu reduzieren.

Mit der Messbildstelle Dresden (Referenzen etwa Potsdam Sanssouci Schloss Charlottenburg) kommt ein Ingenieurbüro zum Einsatz, das Architektur und Baukonstruktion dokumentiert. Die Steinmetzarbeiten übernimmt die Firma Schmalstieg aus Isernhagen. Allein die Kosten des ersten Bauabschnitts betragen 330 000 Euro. 165 000 Euro stammen aus dem Denkmalschutzsonderprogramm des Bundes, 69 000 Euro tragen die Stiftung Rittergut Hämelschenburg und 66 000 Euro die Deutsche Stiftung Denkmalschutz.

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