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Gemeinde plant zentralen Neubau für die Einsatzkräfte aus Amelgatzen, Welsede und Hämelschenburg / Fusion steht aber nicht bevor

Gemeinsames Gebäude für drei Wehren

EMMERTHAL. In Emmerthal sollen die Planungen vorangetrieben werden, um ein neues Feuerwehrhaus in Amelgatzen zu errichten – und das soll dann mit als Gebäude für die Einsatzkräfte der benachbarten Dörfer Welsede und Hämelschenburg dienen. Von einer Fusion der drei Feuerwehren könne aber keine Rede sein, hieß es am Rande der Sitzung der zuständigen Fachpolitiker.

veröffentlicht am 14.09.2018 um 14:09 Uhr
aktualisiert am 14.09.2018 um 21:20 Uhr

Nicht mehr umbaufähig, sagen Gutachter: In Amelgatzen soll ein neues Feuerwehrhaus errichtet werden – und dann auch den beiden benachbarten Wehren dienen. Foto: dana
Christian Branahl

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Christian Branahl Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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Dass es Unruhe bei den beteiligten Wehren gibt, verdeutlichte aber Amelgatzens Ortsbürgermeister Helmut Brinkmann unter Hinweis auf Konzeptentwürfe. „Und die entsprechen nicht den Erwartungen“, sagte er über die Stimmung in Welsede und Hämelschenburg, wobei der Neubau in Amelgatzen grundsätzlich richtig sei. „Für Panikmache ist es zu früh“, entgegnete Erster Gemeinderat Elmar Günzel, der nach eigenen Angaben auf den Dialog mit den Beteiligten setzt. Es gehe hier nur um einen Entwurf, wobei keine organisatorischen Punkte betroffen seien. Nur eine Entscheidung stehe als Vorlage für die politischen Gremien fest: „Was wir planen, ist ein zentrales Feuerwehrhaus in Amelgatzen.“

Bei der von vielen Einsatzkräften besuchten Sitzung sprachen die Politiker sehr verklausuliert, offenbar bemüht, nicht zu viel aus den vertraulichen Sitzungen eines Arbeitskreises nach außen dringen zu lassen. Dieses Gremium aus Vertretern der Verwaltung, Politik und Gemeindekommando befasst sich mit den Konsequenzen aus dem Feuerwehrbedarfsplan, der nun bereits konkrete Folgen für die Brandschützer im Ilsetal und in der Ortschaft Amelgatzen haben wird. „Mitunter schwierige Gespräche“, räumte Günzel ein. Nun gehe es aber zunächst nur darum, Gelder bereitzustellen, um mit den Planungen zu beginnen.

Was offiziell bekannt ist: Die drei Gebäude der Ortswehren Amelgatzen, Welsede und Hämelschenburg sind laut Fachbüro nicht mehr zu sanieren und umzubauen. Die Gutachter empfahlen schon zu Jahresbeginn, den Vorschlägen des Feuerwehrbedarfsplans zu folgen. Sprich: ein gemeinsamer Neubau mit rund 1,1 bis 1,3 Millionen Euro Kosten ohne Grundstück, das in Amelgatzen noch zu kaufen ist.

Die Experten des Feuerwehrbedarfsplans hatten ohnehin empfohlen, die Wehren Amelgatzen und Hämelschenburg zusammenzulegen. Gegebenenfalls sei in diesem Fall dann der Zusammenschluss mit Welsede „sinnvoll und für alle Ortsteilwehren positiv“, heißt es in dem Gutachten weiter.

Was bislang nur auf dem Papier stand, wurde allerdings schneller als gedacht konkret. Letztlich war es die Feuerwehrunfallkasse, die ultimativ mit Blick auf die maroden Gebäude den Zeitdruck erhöhte für ein geplantes neues Fahrzeug für Amelgatzen. Offizielle Aussagen gibt es nicht so richtig, aber bei den drei beteiligten Wehren war für viel Gesprächsstoff gesorgt. Dem Vernehmen nach waren Hämelschenburg und Welsede für eine Fusion offen, was bei der Stützpunktwehr Amelgatzen nicht der Fall gewesen sein soll. Die Sorge: Einsatzkräfte könnten abspringen, die eigene Identität könnte verloren gehen. Zwar können sich wohl alle drei Wehren mit einem zentralen Gebäude in Amelgatzen abfinden, doch die ersten dazu bekannt gewordenen Details entsprachen nicht den Erwartungen.

„Wir dürfen keine Entscheidungen treffen, durch die Feuerwehrleute verloren gehen“, sagte Rolf Keller (CDU). In seinem Verantwortungsbereich des Ilsetals sind ebenfalls erste Bauplanungen vorgesehen, die Meinungen aber nicht so unterschiedlich, meinte Börrys Ortsbürgermeister. Für die SPD sagte Oliver Gockel aus Amelgatzen, dass eine „konsensorientierte Planung“ wichtig sei. Ortsbürgermeister Brinkmann setzt auf Nachbesserungen. Der Arbeitskreis müsse ein Konzept vorlegen, „mit dem alle drei Wehren leben können“, sagte er.

Der Erste Gemeinderat wiederholte, dass es noch keine konkrete Planung gebe, den Ortsbrandmeistern nur ein Entwurf vorliege. Günzel: „Wir müssen wissen, mit welchen finanziellen Auswirkungen wir es zu tun haben.“

Information

Neben dem Neubau in Amelgatzen soll die Sanierungen des Feuerwehrhauses in Hajen „mit erster Priorität verfolgt werden“. Wegen der baulichen Mängel plant die Gemeinde ein neues Feuerwehrhaus in Börry. Für die Planung werden insgesamt 267 920 Euro bereitgestellt.

Geld, das eigentlich nicht mehr zur Verfügung steht. Deshalb sollen mit Ausnahme eines Tragkraftspritzenfahrzeuges für Hajen weitere neue Fahrzeuge erst später finanziert werden.



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