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Zulässigkeit von Windkraftanlagen in Waldgebieten soll geklärt werden / Großes Interesse am Projekt

Gemeinde wartet auf Antwort des Ministeriums

Aerzen (cb). Für weitere geplante Windkraftanlagen in Aerzen gibt es immer noch keine Entscheidung aus der Kommunalpolitik. Zunächst soll die Antwort aus dem niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung abgewartet werden, wie Bürgermeister Bernhard Wagner berichtet. Er habe Staatssekretär Friedrich-Otto Ripke angeschrieben, um zu erfahren, ob und unter welchen Voraussetzungen die Anlagen in Waldgebieten zulässig seien.

veröffentlicht am 16.10.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 19:41 Uhr

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Wie im Mai berichtet, sind am Pyrmonter Berg (Bereich „Kalte Nase“) vier Windenergieanlagen vorgesehen. Sie sind als sogenannte Bürgerwindanlagen geplant, bei denen Einwohner aus Aerzen selbst als Investoren auftreten. Der Gemeindeverwaltung liegt eine Liste vor, nach der sich 137 Aerzener an dem Projekt beteiligten wollen, um so umweltfreundlich Strom produzieren zu können. „Das zeigt schon ein großes Interesse“, meint Wagner.

Vorranggebiete bieten noch Platz

Allerdings: Derzeit sei der Standort nicht zu genehmigen, da es sich um einen Wald handele. „Laut Land ist das ein Ausschlusskriterium“, so der Bürgermeister. Jedoch gebe es Hinweise darauf, dass das Landwirtschaftsministerium in Hannover derzeit eine Änderung prüfe. Selbst Umweltminister Hans-Heinrich Sander habe bei einem Gespräch in Aerzen in diesem Sommer angedeutet, kein Problem zu sehen, wenn ein Wirtschaftswald als Standort für Windkraftanlagen genutzt werde. In einigen anderen Bundesländern sei dies bereits üblich, argumentierte er.

Der Bürgermeister erinnerte daran, dass die Unsicherheit in der Kommune sehr groß sei. Einerseits gebe es eine große Aufgeschlossenheit in den Fraktionen gegenüber dieser Energieerzeugung – dem Vernehmen nach wollen sich auch einige Politiker finanziell an dem Projekt beteiligen –, andererseits teilen andere Parteienvertreter die Bedenken von Einwohnern vor weiteren Anlagen in direkter Umgebung. Wie Wagner deutlich machte, hege auch er selbst durchaus Sympathien für das Gesamtprojekt. Doch eine Sorge bleibe: Die Gemeinde habe einen rechtskräftigen Flächennutzungsplan für Vorranggebiete, nach dem keine weiteren Standorte wie der am Pyrmonter Berg mehr notwendig seien. „Der ist juristisch in Ordnung“, hält er es kaum für möglich, dagegen wie in anderen Kommunen vorzugehen. Wenn der Plan aber geändert werde, könnten Investoren während des Verfahrens weitere Standorte einfordern, befürchtet Wagner.

Dies würde nicht das Aus für die Pläne der Bürgerwindkraftanlage bedeuten, erläutert er weiter. Denn die bereits vorhandenen Vorranggebiete in Aerzen seien noch nicht komplett ausgeschöpft, sei nun bei den Planungen festgestellt worden. Sowohl in Schevelstein als auch in der Lachemer Forst auf dem ehemaligen Munitionsdepot bei Posteholz könnten noch Windenergieanlagen aufgestellt werden.

Zahlreiche Aerzener wollen sich an der Finanzierung von Bürgerwindkraftanlagen beteiligen. Der Standort allerdings ist umstritten. Foto: Dana

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