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1998 hatten viele Eltern noch Bedenken / Mittlerweile gehört das Thema im Kindergarten zum Alltag

Gelungene Integration

GROß BERKEL. Der Besuch einer Integrationsgruppe im Kindergarten bringt keine Nachteile für die Regelkindergartenkinder, sondern bedeutet für sie Bereicherung. Diese Erkenntnis haben viele Eltern im Laufe der letzten zwei Jahrzehnte gewinnen dürfen, deren Kinder gemeinsam mit den I-Kindern die grüne Gruppe des St.-Johannis-Kindergartens in Groß Berkel besucht haben.

veröffentlicht am 08.11.2018 um 14:14 Uhr
aktualisiert am 08.11.2018 um 20:30 Uhr

In Groß Berkel ist Integration in den Kindergarten mittlerweile Alltag. Foto: PR
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Autor

Sabine Brakhan Reporterin
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Als die Integrationsgruppe im Herbst 1998 an den Start ging, hatten jedoch viele Eltern noch Bedenken oder Angst vor der Veränderung beziehungsweise Vorbehalte, ob die Integration von Kindern mit „Beeinträchtigungen“ negative Auswirkungen auf ihre Kinder hätte. Jedoch erlebten sie schon damals die Reduzierung der Gruppenstärke von 25 auf 18 Kinder als positiv, erinnert sich Brigitte Rawe, die heute die grüne Gruppe als Heilpädagogin gemeinsam mit der Erzieherin Kerstin Zeddies sowie der Kinderpflegerin Martina Losse betreut und damals als Mutter von der Umwandlung der Gruppe betroffen war.

In Groß Berkel gehört Integration in den Kindergarten nun mittlerweile zum Alltag, ist allerdings im Vergleich zu den Anfängen vielschichtiger geworden. Im Vergleich von heute zu damals machen die drei Fachkräfte sowie Kindergartenleiter Michael Strathmann auch deutlich, dass sich in den vergangenen 20 Jahren zwar nicht die Rahmenbedingungen der Integration verändert hätten, sehr wohl aber die Bedürfnisse der Kinder und die Ansprüche der Gesellschaft an die Kinder.

Reizüberflutung und Vertaktung der Freizeit sei auch bei Kindergartenkindern bereits ein Thema, so Michael Strathmann. „Womöglich wäre es hilfreich, sich auf den Kern des sozialen Miteinander wieder zu besinnen: Sich Zeit nehmen, um gemeinsam etwas beziehungsvoll zu erleben – und das ganze ohne Event-Charakter.

Kinder müssen nicht ins ,Spiele-Paradies‘, sie freuen sich auch, wenn sie Zeit mit den Eltern verbringen beim Vorlesen. Wir müssen nur wieder alle gemeinsam lernen, es zu genießen und wertzuschätzen“, beschreiben die Fachkräfte die Situation.

Aktuell gibt es im Flecken Aerzen noch eine weitere I-Gruppe im Kindergarten in Grupenhagen. Von 1997 bis 2010 bestanden dort noch zwei Integrationsgruppen, von denen eine aufgrund des veränderten Betreuungsbedarfes in eine Krippengruppe umgewandelt werden konnte, wie Brigitte Rawe berichtet.

Im Groß Berkeler Kindergartenneubau an der Ohrschen Straße wurden die Räumlichkeiten so geplant, dass eine gegebenenfalls bei Bedarf nötige Umwandlung von einer Regelkindergarten- in eine I-Gruppe vom Prinzip her möglich ist. Das sei allerdings zurzeit nicht vorgesehen, erklärt der Kindergartenleiter weiter. Für die Zukunft wünschen sich die Fachkräfte in Groß Berkel, dass insgesamt gesellschaftlich offener mit Integration umgegangen wird.

Darüber hinaus mahnen sie eine bessere Vernetzung aller an der Integration Mitwirkenden an. Michael Strathmann findet in dieser Beziehung deutliche Worte der Kritik in Richtung des Landkreises: „Der Landkreis kommt seinen Hausaufgaben nicht nach. Es gibt kein aktuelles regionales Integrationskonzept. Obwohl es eine Landkreis-Aufgabe ist, dieses fortzuführen, liegt es seit Jahren auf Eis. Vom Fachpersonal kann nicht verlangt werden, diese Aufgabe dem Landkreis abzunehmen.“ Zum 20-jährigen Integrationsgruppen-Jubiläum soll aber nicht die Kritik, sondern die Freude im Mittelpunkt stehen.

Die „Tage der Vielfalt“, wie der Kindergarten Groß Berkel die Festwoche überschrieben hat, beinhaltet neben einer Reihe interner Veranstaltungen, an denen die Kinder und Eltern im Fokus stehen, auch zwei öffentliche Termine: Am Freitag, 9. November, sind alle Kindergarten- und Grundschulkinder mit ihren Eltern zum großen Laternenumzug durch Groß Berkel eingeladen. Treffpunkt ist um 17 Uhr an der Kirche.

Musikalisch begleitet wird der Umzug unter dem Motto „Lichter der Vielfalt“ vom Feuerwehr-Musikzug Grupenhagen. Am Sonntag, 11. November, lädt die evangelische Kirchengemeinde Groß Berkel um 10 Uhr unter dem Motto „Das kleine Wir“ zum Familiengottesdienst unter Mitwirkung der grünen Gruppe in die St.-Johannis-Kirche ein.



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