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Flüchtlinge und Emmerthaler kochen gemeinsam

Gefüllte Paprikaschoten in landestypischer Art

Kirchohsen. Liebe geht bekanntlich durch den Magen – Völkerverständigung vermutlich auch. Um das zu beweisen, hatte die Arbeitsgemeinschaft Asyl privater Emmerthaler Bürger, kurz „AGAPE“ genannt, Asylbewerber und Flüchtlinge aus dem Ort zum gemeinsamen Kochen in die Räume der evangelischen Petrikirche Kirchohsen eingeladen. „Schade, dass nicht alle, die bei uns dreimal in der Woche Sprachunterricht bekommen, erschienen sind“, so Werner Fürst, der mit Ehefrau und Helferinnen das Treffen organisiert und vorbereitet hatte und damit einen weiteren Schritt auf dem Weg zur Integration der über 120 aus ihren Heimatländern geflüchteten, teils bereits seit mehreren Monaten in der Gemeinde lebenden „Neubürgern“ gehen wollte. Nach dem – von der örtlichen Gemeinde und dem Kirchenkreis finanzierten – gemeinsamen Einkauf der wichtigsten Kochzutaten, die zur Herstellung landestypischer Gerichte und auch auf dem deutschen Küchenplan stehen, wurde in der allerdings für so viele Hände viel zu kleinen Küche des Gemeindehauses geschnippelt, geschält, zerteilt, paniert und gegart und gebrutzelt, wobei Herd und Pfanne im Dauereinsatz waren. Denn draußen im festlich gedeckten Saal warteten nicht nur Männer und zahlreiche Kinder gespannt auf die leckeren Sachen, die in der Küche zubereitet wurden und schon einen appetitanregenden Duft nach nebenan schickten. „Ich habe heute ein typisches Gericht aus dem Irak hergestellt, das meinem Mann Elyas und unseren drei Kindern sicher gut schmecken wird, weil ich es mit viel Liebe und besten Zutaten zubereitet habe. Zugleich hoffe ich, dass sie auch Geschmack an den leckeren Putenschnitzeln finden, die Christa, Rosi, Jessica, Almuth und Karin in der Pfanne hergerichtet haben“, zeigte sich Leila aus dem Irak optimistisch. Lucy Ojong, die vor vier Monaten mit ihrem Mann aus Kamerun nach Deutschland gekommen ist und derzeit ihr drittes Kind erwartet, brachte gefüllte Paprikaschoten in landestypischer Art auf den Tisch und erfreute damit später einige männliche „Solisten“, die sonst Selbstversorger sind oder gelegentlich auch von der Gastfreundschaft deutscher Familien, zu denen sie eingeladen werden, profitieren. Bürgermeister Andreas Grossmann, der sich trotz vieler Termine gleichfalls blicken ließ, zeigte sich, genau wie Pastor Frank Reuning, nicht nur von den Kochkünsten der Frauen beeindruckt, sondern lobte vor allem, dass die schnelle Integration der Menschen, die aus Kriegsgebieten geflüchtet sind und bei uns auf ein besseres Leben hoffen, auf diese Art und Weise noch besser klappen könnte.

veröffentlicht am 03.02.2016 um 09:08 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:50 Uhr

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Autor:

Rolf Henning Schnell


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