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Alter Wunsch erlebt Renaissance: Gemeinde Aerzen hofft auf Pächter

Gastronomie für das historische Kellergewölbe der Burg?

AERZEN. Dass der Gewölbekeller in der historischen Domänenburg einen besonderen Charme ausstrahlt, das konnten bislang nur wenige Besucher erleben. Mitte des letzten Jahrzehnts bei der aufwendigen Sanierung des Nordflügels hergerichtet, bot der knapp 200 Quadratmeter große Raum vereinzelt den Rahmen für besondere Veranstaltungen. Nun erhoffen sich Politik und Verwaltung eine gastronomische Nutzung für den Gewölbekeller, die im Sommer den Außenbereich des Burginnenhofes einschließt. „Einen Versuch ist es wert“, sagt Erster Gemeinderat Andreas Wittrock über die Idee, die immer wieder einmal aufgekommen sei. Und wenn das Konzept aufgeht und sich ein Pächter findet? Wittrock: „Dann wäre das in Aerzen eine Bereicherung für den Ortskern.“

veröffentlicht am 08.01.2019 um 16:11 Uhr

Aufwendig bei der Sanierung freigelegt und 2006 zusammen mit dem Nordflügel eingeweiht: der historische Gewölbekeller der Domänenburg. Foto: cb
Christian Branahl

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Christian Branahl Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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Schon 2006 bei der Einweihung des für 1,2 Millionen Euro sanierten Nordflügels kam der Wunsch auf, in der Burg eine Gastronomie anzusiedeln. Eine weitere zunächst angestrebte Idee: Der Gewölbekeller, aus historischer Sicht als Lager, aber wahrscheinlich ebenso für Schlachtungen und zum Bierbrauen genutzt, könnte nach Freilegung und Sanierung für kulturelle Veranstaltungen dienen. Entsprechend flossen auch Fördergelder. Allerdings: Die Akustik macht es nahezu unmöglich, dort beispielsweise Konzerte auszurichten. Derzeit lässt die Gemeinde offiziell prüfen, wie sich eine gastronomische Nutzung mit den Fördergeldern vereinbaren ließe.

Derzeit zeigt der Heimat- und Verschönerungsverein im stilvollen Ambiente des Gewölbekellers Teile seiner Ausstellung. Etwas mehr Besucher lockt dann Kabarettist Bernd Gieseking am übernächsten Wochenende, wenn dort nach seinem ausverkauften Auftritt im Südflügel ein Brunch mit den Zuschauern folgt. Dass dieser Saal durchaus Gäste aus der Region locken kann, zeigte sich im Rattenfänger-Jubiläumsjahr, als dort 2009 mehrfach ein Theater-Dinner auf dem Programm stand.

Das historische Burgensemble beherbergt nicht nur das Trauzimmer im Repräsentationsraum, die Gemeindebücherei, die Mensa oder die Räume von Vereinen, Musikschule oder Jugendtreff: Es gilt besonders als kulturelle Hochburg, wovon auch ein Pächter profitieren könnte. Die Gemeinde würde für eine Gastronomie den Ostflügel in unmittelbarer Nachbarschaft zum Gewölbekeller entsprechend umbauen, etwa mit Küche, Lager oder Personalraum. Dazu habe es bereits Gespräche mit einem Architekten gegeben, berichtet Wittrock. Zunächst gilt es aber abzuwarten: Noch läuft die Ausschreibung, darunter in der Fachzeitschrift des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes. Bis Ende des Monats soll feststehen, ob es Interessenten gibt.

Dann wäre das in Aerzen eine Bereicherung für den Ortskern“: Ende des Monats soll feststehen, ob es einen Gastronomen gibt, der den Gewölbekeller und den Burginnenhof nutzen will. Foto: cb
  • Dann wäre das in Aerzen eine Bereicherung für den Ortskern“: Ende des Monats soll feststehen, ob es einen Gastronomen gibt, der den Gewölbekeller und den Burginnenhof nutzen will. Foto: cb

Und wenn es klappt? Dann könnte nicht nur ein Wunsch vieler Aerzener erfüllt werden, sondern auch eine immer wieder aus den Reihen der Politik erhobene Forderung: Besonders CDU-Vertreter setzten sich seit der Sanierung für ein Nutzungskonzept ein, kritisierten die hohen Kosten der Domänenburg für die Gemeinde. Pachteinnahmen könnten den finanziellen Druck (Wittrock: „Die Kosten sind schon immens“) eindämmen. Vor allem aber könnte die denkmalgeschützte vierflügelige Burganlage „noch stärker belebt werden“. „Auch als touristischer Anziehungspunkt“, wie der Erste Gemeinderat sagt.



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