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Was macht eigentlich …?: Heute der Heimat- und Verschönerungsverein Aerzen

Ganz schön rührig

AERZEN. Das ist schon ordentlich Respekt, den Ortsbürgermeister den rührigen Helfern zusprach. Beliebte Ausflugsziele wie der Grillplatz „Hühnerbusch“ oder die Teichanlage „Ewige Quelle“ unterhalb des Schierholzbergs sowie der Aussichtspunkt „Wandersmanns Eiche“ werden vom Heimat- und Verschönerungsverein regelmäßig gepflegt und in Schuss gehalten. Darüber hinaus wird ein 138 Kilometer langes Wanderwegenetz von den Ehrenamtlichen betreut. Und das ist längst nicht alles.

veröffentlicht am 01.02.2019 um 16:52 Uhr
aktualisiert am 01.02.2019 um 21:10 Uhr

Bei den Wanderern beliebt: Die zahlreichen Bänke entlang der Wege rund um Aerzen. foto: sbr
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Autor

Sabine Brakhan Reporterin
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Spätestens seit die Bundesregierung ein Ministerium installiert hat, in dessen Zuständigkeit neben den Fachbereichen Inneres und Bau auch ausdrücklich die Heimat gehören, hat dieser Begriff einen anderen Stellenwert in der Gesellschaft erhalten. In Aerzen gibt es bereits seit Ende der 1970er Jahre den Heimat- und Verschönerungsverein, der aus dem 1935 gegründeten Verkehrsverein hervorgegangen ist.

Im Humme- und Grießetal hatte der Begriff Heimat offenbar schon deutlich früher einen anerkannten Stellenwert, da brauchte es nicht erst einen Minister mit bayerischen Wurzeln. Davon zeugen auch die stets hohen Mitgliederzahlen – aktuell sind es 236. Damit gehört der Aerzener Heimat- und Verschönerungsverein zu den großen Vereinen im Flecken Aerzen.

Was macht dieser Verein eigentlich? Das Aufgabenfeld ist vielfältig. Umschreiben lässt es sich wohl am besten damit, dass der Verein Voraussetzungen für unentgeltliche Naherholungsmöglichkeiten für die Bürger vor Ort schafft. Eine ehrenamtliche Aufgabe, die nicht zu den Pflichtaufgaben einer ländlich geprägten Kommune wie Aerzen gehört. Allerdings erhält der Verein im Zuge seines ehrenamtlichen Engagements trotzdem vielfältige tatkräftige Unterstützung aus dem Rathaus und insbesondere vom Bauhof, wie der Vorsitzende Frank Schiffling unterstreicht.

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Der Heimat- und Verschönerungsverein sorgt stets für die richtige Ausschilderung der Wanderwege – notfalls auch mit Bindfaden. foto: sbr

Und auch umgekehrt wird die Vereinsarbeit anerkannt. „Viele Aktionen wären ohne die Hilfe des Heimat- und Verschönerungsvereins gar nicht realisierbar“, macht Aerzens Ortsbürgermeister Dr. Thomas Forche deutlich. Als jüngstes Beispiel nennt er das Anlegen von „Insekteninseln“ durch die bienenfreundliche Umgestaltung von Randstreifen.

Beliebte Ausflugsziele wie der Grillplatz „Hühnerbusch“ oder die Teichanlage „Ewige Quelle“ unterhalb des Aerzener Schierholzbergs sowie der Aussichtspunkt „Wandersmanns Eiche“ werden vom Heimat- und Verschönerungsverein regelmäßig gepflegt und in Schuss gehalten. Darüber hinaus wird ein 138 Kilometer langes Wanderwegenetz von den Ehrenamtlichen betreut.

Hierzu gehört die Instandhaltung der Bänke und Schützhütten sowie des Waldlehrpfads genauso wie die Aktualisierung der Wegemarkierungen und der an verschiedenen Plätzen installierten Wanderkarten.

Der besondere Dank von Frank Schiffling gilt den Forstgenossenschaften. „Sie gestatten, dass wir auf ihren Wegen und an ihren Bäumen unser Wegenetz anlegen und markieren können. Gerade jetzt in dieser Jahreszeit und nach den vielen Regenfällen werden Wanderer sicherlich in den Wäldern zerfahrene oder verschlammte Wege vorfinden oder auf ganze Teilbereiche stoßen, in denen das Fortkommen beschwerlich ist. Allerdings bitte ich zu bedenken, dass es sich um Wirtschaftswälder handelt, in denen gearbeitet wird. Da muss mit schlechten oder gar gesperrten beziehungsweise unpassierbaren Wegstrecken gerechnet werden“, macht der Vereinsvorsitzende deutlich.

Gleichzeitig unterstreicht er, dass bereits im Frühsommer fast immer alle Wege von den Forsten wieder instand gesetzt wurden, so seine Erfahrung. Auch Wegeverbindungen, die es zuvor noch gar nicht gab, wie beispielsweise die „Allee le Bleus“ mit der dazugehörigen Humme-Brücke und auch die zukünftige Freibadquerung gehen auf die Anregungen und Initiative des Heimat- und Verschönerungsvereins zurück und konnten beziehungsweise können schließlich nur mit der Unterstützung des Flecken Aerzen und des Ortsrates umgesetzt werden.

Wenn die Aerzener Domänenburg oder die Marienkirche bei Dunkelheit dekorativ angestrahlt werden, ist das ebenfalls ein Verdienst des Heimat- und Verschönerungsvereins, genau wie die alljährliche Weihnachtsbeleuchtung in Aerzen.

Überregionale Bedeutung hat mittlerweile die Eventwanderung „Der Zehner“ erreicht, die alle zwei Jahre bis zu 40 Kilometer rund um das Aerzener Becken führt. Der nächste Wanderevent ist bereits in Vorbereitung: Anfang Juni 2020 geht es wieder auf die 20-, 25- und 40-Kilometer-Strecke rund um Aerzen.

Speziell Familien spricht der Aerzener Heimat- und Verschönerungsverein nicht nur mit seiner Traditionsveranstaltung zum Saisonauftakt am 1. Mai am Hühnerbusch an. Auch die alljährliche Nachtwanderung im Ferienpass-Programm, an der Kinder gemeinsam mit ihren Eltern teilnehmen können, hat sich zu einem der absoluten Höhepunkte entwickelt.

Sportlich sind die Heimatverschönerer nicht nur bei ihren geführten Wanderungen unterwegs, auch das Boule-Spiel auf dem nun bald drei Bahnen umfassenden Aerzener Platz am Tannenweg wird in einer separaten Vereinssparte regelmäßig und überaus erfolgreich betrieben.

Und dann soll möglichst bald endlich auch ein allumfassender Blick auf Aerzen möglich sein. Bereits seit mehreren Jahren verfolgt der Verein den ehrgeizigen Plan, eine Webcam zu installieren. Immer wieder waren auf dem Weg zur Realisierung Rückschläge zu erleben. Nun konnte endlich ein geeigneter Standort gefunden und eine Einigung mit dem Eigentümer erzielt werden. „Ein Bauantrag für die Aufstellung einer Webcam wurde gestellt und wir hoffen, dass der Gang durch die Behörden ein kurzer ist und wir nach der Genehmigung in diesem Jahr mit dem Bau beginnen können. Die Aufstellung soll am Wirtschaftsweg oberhalb der Umgehungsstraße erfolgen“, berichtet Frank Schiffling.

„Ich bin immer wieder beeindruckt angesichts der zahlreichen Aktionen und Verschönerungen, die hier vor Ort auf den Verein zurückzuführen sind, und dazu kommen noch die zahlreichen sozialen Aspekte, die der Verein verfolgt. Soviel Hüte kann man gar nicht ziehen!“, resümiert Aerzens Ortsbürgermeister Dr. Thomas Forche anerkennend.



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