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Bildungshauskonzept / Konrektor Langer will „günstige Konstellation“ der vakanten Stellen nutzen

Fusion der Schulen – mit einer Leitung?

Emmerthal. Trotz der bislang ablehnenden Haltung von Landkreis und Gemeinde als Träger der beiden Bildungseinrichtungen: Konrektor Rudolf J. Langer wirbt für eine Fusion der Haupt- und Realschule mit der benachbarten Grundschule in Emmerthal, die ohnehin das Bildungshauskonzept mit einer engen Verzahnung anstrebten.

veröffentlicht am 30.05.2016 um 13:46 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 12:56 Uhr

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Christian Branahl

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Christian Branahl Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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Der Zeitpunkt sei dafür günstig. Die Rektorenstelle an der Johann-Comenius-Schule sei seit dem Weggang von Birgit Schlesinger vakant, Grundschulleiter Günter Ehling verlasse zu den Sommerferien Emmerthal. „Diese günstige Konstellation wird es so schnell nicht wieder geben“, meinte Langer vor der CDU-Kreistagsfraktion. Und: Das Konzept Bildungshaus, das eine organisatorische und personelle Kooperation für die Klassen eins bis zehn vorsehe, sei auf mittlere Sicht nur in einer gemeinsamen Schule mit einer Leitungsstelle umsetzbar.

Die Idee ist nicht neu. Bereits die frühere Rektorin Schlesinger hatte das Modell ins Gespräch gebracht, was aber nicht nur bei der Grundschule auf Widerstand gestoßen war. Der Landkreis als Träger der Johann-Comenius-Schule hatte gleichzeitig darauf verwiesen, dass das niedersächsische Schulgesetz diese Möglichkeit nicht vorsehe.

Mag sein aus heutiger Sicht, doch, vielleicht aus Gründen des Bestandsschutzes, gebe es in Niedersachsen durchaus dieses Modell, setzt Langer entgegen. Der Konrektor verweist auf die Südstadtschule in Hannover. Dort bildeten Grund- sowie Haupt- und Realschule eine Einrichtung. Seines Wissens bestünden noch zwei oder drei weitere ähnliche Konzepte im nördlichen und nordwestlichen Bereich des Landes.

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  • Zwölf Räume der Schule sollen aus Gründen des Brandschutzes vorübergehend geschlossen werden, wie hier die CDU erfährt. Foto: cb

Das Thema Fusion werde vorangetrieben. Langer: „Ein Zukunftsmodell für den ländlichen Raum.“ Gleichzeitig erhoffe er sich, dass sich deshalb leichter die – künftig gemeinsame und vielleicht auch finanziell interessantere – Schulleiterstelle – besetzen lasse. Mit dann insgesamt 500 Schülern lohne es sich außerdem eher, die Gebäude zu erhalten und die Einrichtungen technisch besser auszustatten, sagte der Konrektor, der erneut die Stilllegung von zwölf Räumen der Johann-Comenius-Schule aus Gründen des Brandschutzes beklagte.

Für die CDU-Fraktion sagte ihr Vorsitzender Hans-Ulrich Siegmund, dass diese das Bildungshauskonzept unterstütze. „Wenn es Blockaden gibt, werden wir versuchen, sie aufzuweichen“, sagte er. Der Emmerthaler Kreistagsabgeordnete Rolf Keller nahm die beiden Landtagsabgeordneten Petra Joumaah und Otto Deppmeyer, bei dem Termin in der Schule ebenfalls dabei, in die Pflicht. Sie sollten sich mit der Landesschulbehörde und dem Kultusministerium in Verbindung setzen, um die Möglichkeiten einer Fusion zu prüfen. Außerdem werde die CDU – sie bildet im Kreistag die Opposition – Mehrheiten suchen, um für den Vorschlag zu werben. Keller nannte etwa namentlich Dr. Wilhelm Koops von den Grünen, mit dem er bereits jüngst eine gemeinsame Initiative zum Bildungshauskonzept gestartet hatte. „Dann hätten wir schon ganz wichtig Schritte unternommen“, sagte er.

Konrektor Langer meinte übrigens, dass seine Schule für Besuche aller Fraktionen offen sei. Sogar Mechthild Clemens von den Grünen und Vorsitzende des Kreisschulausschusses hätte sich zu einem Gespräch mit dem Schulelternrat getroffen. Sie hatte lange Zeit eine integrierte Gesamtschule gefordert.

Wie reagiert die Politik

Für Gesprächsstoff bei den Kreistagsmitgliedern des Schullausschusses dürfte gesorgt sein nach dem Vorstoß von Konrektor Rudolf J. Langer zur Fusion. Der Ausschuss tagt am Donnerstag, 2. Juni. Eigentliches Thema: der Schulentwicklungsprozess. Um den Standort der Johann-Comenius-Schule langfristig zu sichern, erarbeiten die Pädagogen ein Konzept mit der Grundschule. Arbeitsgruppen zu fünf Themenfeldern stehen fest.

Die Raumnot behindert: Das sagte zumindest der Konrektor den CDU-Politikern. Der Landkreis fordere, die Schule attraktiver zu gestalten. Langer: „Wie das mit dem Raumangebot funktionieren soll, weiß ich aber nicht.

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