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Das hatte die Johann-Comenius-Schule in Emmerthal bisher noch nie erreicht

Für jeden Hauptschüler eine Lehrstelle

EMMERTHAL. Das ist ein besonderer Erfolg für die Johann-Comenius-Schule in Emmerthal: Alle Hauptschüler dieser Bildungseinrichtung, die auf dem Ausbildungsmarkt eine Lehrstelle gesucht haben, haben auch einen Ausbildungsplatz gefunden.

veröffentlicht am 12.06.2018 um 18:14 Uhr

Sie sind froh, als Hauptschüler eine Lehrstelle ergattert zu haben (v. li.): Jannik Dannollis, Julian Metje und Sarah Meinzenbach. Foto: wft

Autor:

Wolfhard f.Truchseß
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Schon seit Jahren vermeldet die Schule regelmäßig, dass ein hoher Prozentsatz der Hauptschüler nicht in eine der Warteschleifen an einer der berufsbildenden Schulen parken muss, um sich für eine Lehrstelle zu qualifizieren. Aber 100 Prozent – diese Quote wurde in keinem der zwölf Jahre erreicht, in denen sich die Schule gemeinsam mit der Agentur für Arbeit darum bemüht hat, ihre Schüler optimal auf das Berufsleben vorzubereiten.

Warum aber funktioniert das gerade an dieser Schule so gut? „Das liegt ganz klar an der sehr vorbildlichen und auch innovativen Zusammenarbeit mit der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Hameln“, bilanziert Konrektor Rudolf Langer. Von 15 Schü-lerinnen, die zum 22. Juni entlassen werden, gibt es nur einen Schüler, der noch nicht versorgt ist. Der zieht allerdings aus der Region weg, weshalb keine Vermittlung zustande kommen konnte.

Was die Vermittlung an Betriebe aus der Region erleichtert, ist ein großes Netzwerk zwischen Lehrern, der Berufsberatung, vielen Arbeitgebern, den Eltern, der Ausbildungsinitiative Emmerthal und weiteren Partnern. Erst diese Zusammenarbeit mache den Erfolg möglich, betont der Berufsberater Ingo Böhm, der vor allem auf individuelle Beratung setzt: „Wir gehen auf jeden einzelnen Schüler ein, damit er oder sie eine realistische Einschätzung seiner beruflichen Wahlmöglichkeiten entwickelt.“ Ein gutes Beispiel dafür ist Jannik Dannollis, der gerne Schiffbauer geworden wäre und dafür nach Hamburg hätte gehen müssen – zu weit weg von zuhause, um diesen Berufswunsch verwirklichen zu können. Mit dem Berufsvorbereiter Stefan Kolocaj von der Competenz Werkstatt, einem privaten Bildungsträger, wurde gemeinsam mit Jannik der Gedanke entwickelt, dass auch Fahrzeugbau für ihn interessant sein könnte. Dass dann das Unternehmen Meindl Fahrzeugbau in Afferde im Verlauf von Betriebspraktika und vielen Praxistagen Gefallen an dem jungen Mann fand und auch umgekehrt die Chemie stimmte, erleichterte ihm die Entscheidung, die angebotene Lehrstelle anzunehmen.

Ingo Böhm, Berufsberater Arbeitsagentur; Stefan Kolocaj, Berufseinstiegsbegleiter Competenz Werkstatt; Nicole Aschenbrenner, Schulleiterin; Thorsten Kleiner, Fachbereichsleiter Arbeit Wirtschaft Technik (v.li.). Foto: Agentur für Arbeit Hameln/pr
  • Ingo Böhm, Berufsberater Arbeitsagentur; Stefan Kolocaj, Berufseinstiegsbegleiter Competenz Werkstatt; Nicole Aschenbrenner, Schulleiterin; Thorsten Kleiner, Fachbereichsleiter Arbeit Wirtschaft Technik (v.li.). Foto: Agentur für Arbeit Hameln/pr

Mit einer vollen Stelle begleitet Kolocaj zusammen mit seiner Teilzeitkollegin Christa Kumar die Jugendlichen in allen Fragen der Berufswahl, helfen bei der Akquise von Praktikums- und Ausbildungsstellen, betreuen die Schüler und erstellen mit ihnen professionell gestaltete Bewerbungsunterlagen. „Welchen Erfolg das bringen kann, hat dieses Jahr ganz besonders gezeigt“, freut sich Schulleiterin Nicole Aschenbrenner. Es sind aber vor allem wohl die Praxistage in den Unternehmen der Region und des Ortes, die ausschlaggebend für den Erfolg bei der Lehrstellensuche sind. „Denn aufgrund ihrer Zensuren wären sie vielleicht nicht zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen worden“, vermutet Rudolf Langer. „Ihre praktische Arbeit war jedoch überzeugend und hat ihnen die Tür zur Ausbildung geöffnet.“ Und das offenbar auch nachhaltig, wie ein Blick von Nicole Aschenbrenner in die Statistik der vergangenen Jahre zeigt: „Wir haben kaum Ausbildungsabbrecher und auch nur selten einen Wechsel der Ausbildungsstelle. Die überwiegende Zahl der Schüler beendet die Ausbildung mit Erfolg.“ Und hat dann mit dem Gesellenbrief auch gleich noch den Realschulabschluss.

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