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Kernkraftwerk geht wieder ans Netz / Atomaufsicht: Alle Prüfungen „intensiv beaufsichtigt“

Für das AKW endet lange Zwangspause

EMMERTHAL. Nach langer Zwangspause für das AKW Grohnde seit Anfang April sind die Dampfschwaden über den Kühltürmen ein sichtbares Zeichen: Das Kernkraftwerk ist wieder am Netz und produziert Strom. Kurz zuvor hatte das Umweltministerium als Atomaufsichtsbehörde die Genehmigung erteilt, die Anlage wieder anzufahren.

veröffentlicht am 16.06.2016 um 13:55 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 12:54 Uhr

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Christian Branahl

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Christian Branahl Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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Für die jährliche Revision mit Brennelementwechsel war ursprünglich ein Zeitraum von zwei Wochen vorgesehen. Bereits am 18. April lag vom Ministerium die Zustimmung vor, das Kraftwerk wieder in Betrieb zu nehmen. Ein zuvor festgestelltes Problem an einer von vier Nachkühlpumpen stand dem nicht entgegen, nachdem sie aus Sicht der Behörde nach umfangreichen Prüfungen keine Auffälligkeiten mehr zeigten, wie es aus Hannover heißt. Erst anschließend zeigten sich erneut Auffälligkeiten auf, über die das Kraftwerk das Ministerium umgehend informierte. Zwar hatte das meldepflichtige Ereignis laut Atomaufsicht keine Auswirkungen auf den Anlagenbetrieb und die Umgebung, hat aber zur Verlängerung des Revisionszeitraumes geführt.

Das Problem: An einer Pumpe hatte sich eine Laufradmutter gelöst. Das führte nicht nur zu Schäden an der Pumpe selbst. Material wurde abgetragen. Metallspäne – insgesamt 20 Kilogramm – verteilten sich in der Anlage. „Eon Kernkraft hat aufgrund dieser Diagnose umfangreiche Inspektions- und Reinigungsarbeiten eingeleitet, die insgesamt circa acht Wochen in Anspruch nahmen“, teilte der Betreiber gestern mit. Das Ministerium verweist darauf, dass dafür zum Beispiel der Reaktordruckbehälter wieder geöffnet und alle Brennelemente entladen werden mussten. Laut Eon inspizierte die KWG-Mannschaft alle vier Nachkühlstränge, den primären Kühlkreislauf des Reaktors mit dem Reaktordruckbehälter, die vier Dampferzeuger und sämtliche zum Einsatz kommenden Brennelemente. „Die Systeme und Komponenten wurden intensiv gespült und gereinigt“, heißt es. Kraftwerksleiter Michael Bongartz: „Wir haben diese umfangreichen Untersuchungen vorgenommen, um sicherzustellen, dass es nicht zu Schädigungen von Komponenten in Folge des abgeriebenen Materials kommen kann. Wir haben das gesamte Reinigungs- und Inspektionsprogramm der Aufsichtsbehörde und dem zuständigen Sachverständigen vorgestellt und kontinuierlich über die jeweiligen Ergebnisse informiert.“

Die Atomaufsicht bekräftigte amDonnerstag, dass das Umweltministerium mit den zugezogenen Sachverständigen den Verlauf der Arbeiten und die notwendigen Prüfungen „intensiv beaufsichtigt“ habe. Zwar hatten AKW-Gegner die Schäden erneut zum Anlass genommen, das Aus für Grohnde zu fordern, doch die Aufsichtsbehörde mit dem Minister Stefan Wenzel von den Grünen an der Spitze hatte an dem „ordnungsgemäßen Zustand“ der Anlage keinen Zweifel. Nicht nur zusätzliche Sachverständige seien zurategezogen worden. Experten des Ministeriums hätten das Thema auch in der Reaktorschutzkommission zur Sprache gebracht, wie bereits Ende Mai der Umweltausschuss des Landtages informiert wurde. „Weitergehende Fragen haben sich in der dortigen Diskussion nicht ergeben“, hieß es.



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