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Zwei Pfadfinder aus Aerzen und Hämelschenburg holen es direkt aus Wien in die Region

Friedenslicht – weiter Weg von Bethlehem

Aerzen/Emmerthal. Ein Licht geht um die Welt – oder besser gesagt: Es wird geflogen beziehungsweise gefahren. Auch in diesem Jahr bringen Pfadfinderinnen und Pfadfinder zu Weihnachten das Friedenslicht aus Bethlehem in unzählige Kirchengemeinden rund um den Globus – auch nach Aerzen und Emmerthal. Das Licht, das vom Fernsehsender ORF in der Geburtsgrotte Jesu in Bethlehem entzündet und in Wien an Pfadfinder aus ganz Europa und darüber hinaus weitergereicht wird, ist mittlerweile zu einem besonderen Symbol und einer neuzeitlichen Weihnachtstradition geworden. Das Motto der Friedenslichtaktion 2013 lautet „Recht auf Frieden“. Nun kann man angesichts der etwa 3000 Kilometer Entfernung zwischen Deutschland und Israel noch nicht unbedingt von einer Weltreise sprechen, und der Zwischenstopp auf der Friedenslichtreise in Wien lässt die Strecke von Aerzen aus gesehen auf rund 900 Kilometer schrumpfen, aber dennoch: Für zwei Pfadfinder des Aerzener Stamms „Eversteiner Löwe“ wird die diesjährige Friedenslichtreise in ganz besonderer Erinnerung bleiben.

veröffentlicht am 24.12.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 00:41 Uhr

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Autor:

Sabine Brakhan
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Am dritten Advent wurde das Licht von Wien aus mit dem Zug in rund 30 deutsche Städte gebracht und in zentralen Aussendungsfeiern weitergereicht. Seit mehreren Jahren beteiligt sich auch der Aerzener Pfadfinderstamm „Eversteiner Löwe“ an der Weitergabe des Friedenslichtes. In diesem Jahr wollten die beiden Pfadfinder Max von Stuckrad aus Aerzen und der Hämelschenburger Armin Klüter nicht erst warten, bis der Zug aus Wien das Friedenslicht in die Region gebracht hat. Gemeinsam mit unzähligen anderen Pfadfindern wollten sie es persönlich in Österreich in Empfang nehmen und anschließend mit dem Auto nach Aerzen bringen. Angesichts der langen Fahrstrecke, die die beiden 18-jährigen Fahranfänger binnen zwei Tagen zurücklegen wollten, stand vor allem Max’ Mutter Katharina von Stuckrad den Reiseplänen hin- und hergerissen zwischen Begeisterung und Angst zwiespältig gegenüber. Dennoch stellte sie ihr Fahrzeug für die Friedenslichtreise nach Wien zur Verfügung.

„Die Idee, das Friedenslicht einmal persönlich aus Wien abzuholen, hatten wir schon lange, aber jetzt sind wir endlich 18 Jahre alt und dürfen Auto fahren“, erklären die beiden Pfadfinder. Am Freitag, 13. Dezember, ging es dann los: Pünktlich um 13 Uhr startete Max von Stuckrad in Aerzen. Zuvor hatte der Abiturient noch ganz pflichtbewusst am Vormittag seine Chemieklausur geschrieben. Um 15.30 Uhr stieg Armin Klüter, der in Gießen Jura studiert, in Kassel zu und übernahm ausgeruht das Steuer. Gegen Mitternacht kamen sie in ihrem Wiener Hostel ein. „Dann war erst einmal Ausschlafen angesagt“, gestehen die beiden. Vom Hostel aus ging es am Samstagvormittag quer durch Wien in den Gemeindebezirk Alsergrund zur Votivkirche. Max und Armin zeigten sich nicht nur von dem in unmittelbarer Nachbarschaft zum Hauptgebäude der Wiener Universität gelegenen neugotischen Sakralbauwerk beeindruckt. Vor allem die Vielzahl von Pfadfindern, die aus ganz Europa und darüber hinaus nach Wien gereist waren, erstaunte sie. „Vor allem die Franzosen mit ihren roten Hemden stachen aus der sonst mausgrauen Masse von Pfadfindern hervor“, erzählen Armin und Max. In bis zu fünf Sprachen wurde der ökumenische Friedenslicht-Gottesdienst gestaltet und die einzelnen Liedstrophen wurden in jeweils einer anderen Sprache gesungen.

Das in Wien erhaltene Friedenslicht sicher nach Aerzen zu transportieren, war eine besondere Herausforderung. „Vorsichtshalber hatten wir zwei Laternen dabei“, erzählt Armin, und Max fügt hinzu, dass ihr Transport im Vorfeld bei den Organisatoren offiziell angemeldet und registriert werden musste. Der dritte Adventssonntag war gerade erst wenige Minuten alt, da waren die beiden Friedenslicht-Boten wohlbehalten in Aerzen zurück. „Anstrengend – aber dennoch haben wir es genossen“, bilanzieren Armin und Max noch etwas müde am Sonntagmorgen in der Aerzener evangelischen Marienkirche. Eine Woche später wurde das Friedenslicht dann auch in der katholischen Kirche St. Bonifatius in Aerzen verteilt.

Ein Licht hat dann übrigens die Wien-Fahrt nicht unbeschadet überstanden: „Wir mussten unterwegs eine Abblendlichtlampe am Auto auswechseln“, berichten die beiden Pfadfinder über die einzige Panne auf ihrer Reise. Zu Weihnachten wird nun, dank des Einsatzes der beiden Pfadfinder, das offizielle Friedenslicht in den Aerzener Kirchen und Häusern brennen. Gemeinsam mit den rund 220 000 Pfadfindern in Deutschland möchten Max von Stuckrad und Armin Klüter so ein klares Zeichen für Frieden und Völkerverständigung sowie gegen Rassismus setzen. „Denn jede und jeder hat ein Recht auf Frieden“, erklären die Pfadfinder.



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