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Ausgebildete Labradorhündin in DRK-Kindertagesstätte fördert soziales Miteinander

Frieda verstärkt Team der Erzieherinnen

Emmerthal. Mit zwei Jahren ist Frieda wohl die jüngste Mitarbeiterin in der DRK-Kindertagesstätte „Zum Distelflecken“ in Emmerthal. Sobald sie die Kita betritt, wollen alle Kinder nur noch mit ihr spielen. Was hat sie, was andere Erzieherinnen nicht haben? Sie hat Fell, treue braune Augen und vier Pfoten: Frieda ist eine Labrador-Hündin, die gemeinsam mit ihrer Besitzerin Eva Handelsmann, Erzieherin in der Tagesstätte, das erste ausgebildete Pädagogikassistenzhund-Team in einer DRK-Kita im Landkreis bilden.

veröffentlicht am 16.04.2013 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 17:21 Uhr

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„Es war schon immer mein Traum, einen Hund auszubilden und mit ihm gemeinsam zur Arbeit zu gehen“, schwärmt die 23-jährige Erzieherin Eva Handelsmann. Doch als sie vor rund zwei Jahren, kurz bevor sie ihre neue Stelle in der Kita „Zum Distelflecken“ antrat, einen Welpen zu sich nahm, haben alle Bekannten nur den Kopf geschüttelt. Neben der Arbeit ist sie mit Frieda zur Hundeschule gegangen und hat so den Grundstein für Friedas heutige Tätigkeit gelegt. Als sie jedoch ihrer Chefin, Bettina Jürgens, von ihrem Wunsch erzählte, Frieda weiter ausbilden zu lassen und sie in der Kita einzusetzen, war die erst mal sprachlos. „Ich konnte mir nicht vorstellen, wie das funktionieren soll, bei den vielen Vorschriften, die zu beachten sind“, blickt Bettina Jürgens zurück. „Doch unsere Fachberatung im DRK-Kreisverband, Lieselotte Sievert, war von der Frieda-Idee gleich sehr angetan und hat das Projekt vonseiten des Kreisverbandes von Anfang an engagiert unterstützt.“

Mittlerweile ist Frieda vollwertiges Mitglied im Team der Erzieherinnen und der 56 Kinder. Nach einjähriger Ausbildung in der m&i-Fachklinik in Bad Pyrmont und bestandener theoretischer und praktischer Prüfung im Februar dieses Jahres dürfen sich Hund und Frauchen nun offiziell Pädagogikassistenzhund-Team nennen. Selbst die Prüferin war positiv überrascht, was mit einem Team aus pädagogischer Fachkraft und ausgebildetem Therapiehund in einer Kita zu erreichen ist. Uta Heißmeyer, Fachberaterin für Integration in der Kita „Zum Distelflecken“, bringt die Arbeit der beiden auf den Punkt: „Die Kinder lernen durch Frieda ganz alltägliche Dinge viel schneller. Sie lernen spielerisch das Abwarten, Beziehungen aufzubauen, Empathie und auf Bedürfnisse von anderen einzugehen.“ Und Bettina Jürgens ergänzt: „Es ist zutiefst beeindruckend, wie die Kinder und Frieda miteinander umgehen. Eva Handelsmann und Frieda sind ein tolles Team und haben viele Voraussetzungen für ein gutes Gelingen mitgebracht. Alle Sorgen, ob das Projekt klappt, waren völlig unnötig. Letztendlich haben Frieda und die Kinder das ganz alleine geregelt.“

Zur Einführung des neuen Projektes mussten vorab einige Hürden genommen werden: Die Kolleginnen mussten sich einverstanden erklären, die Verantwortlichen des DRK-Kreisverbandes das Projekt befürworten, Hygieneregeln aufgestellt, die Eltern informiert und alle rechtlichen Dinge abgeklärt werden. Im Umgang miteinander gibt es klare Regeln und Absprachen. Zum Beispiel ist Frieda nie alleine mit den Kindern – immer ist Frauchen Eva Handelsmann in der Nähe. Braucht Frieda eine Pause, nimmt sie sich diese einfach und legt sich in einer geschützten Ecke der Kita auf ihre lila Decke. Die Kinder haben gelernt, auf die Körpersprache des Tieres und seine Bedürfnisse zu achten – kein Kind stört Frieda, wenn sie dort liegt. Das sei ja auch so abgesprochen, erklärt Habermann.

Einmal in der Woche ist in der Kita nun „Frieda-Tag“. Aus den Erzählungen der Eltern gehe hervor, dass viele Kinder an diesem Tag erstaunlich fix aus dem Bett kommen. Die Kinder lernen ganz nebenbei, warum ein Hund im Frühjahr so viele Haare verliert, wo die Hundebabys die Milch herbekommen oder zu welchem Zweck in früheren Zeiten der Labrador eingesetzt wurde. Diego, Bjarne, Lennart und Malik aus der Frieda-Projektgruppe zeigen gelernte Kunststücke mit der Hündin. Auf die Frage, was ihnen an ihr am besten gefällt, antworten sie einstimmig: „Wir finden Frieda toll. Frieda ist einfach Frieda!“ Sogar die kleine Catharina mit ihren eineinhalb Jahren traut sich mittlerweile, ruhig neben Frieda zu sitzen oder sogar ihr Fell zu berühren.

„Wir sind auf jeden Fall daran interessiert, das Ganze komplett in den Kita-Alltag zu integrieren“, so Jürgens. „Aber Frieda und den Kindern muss es dabei gut gehen. Es darf nicht zu viel werden.“ Mittlerweile können sich Kinder und Erzieherinnen die Kita ohne Frieda gar nicht mehr vorstellen. Eva Handelsmann: „Dank meines tollen Teams und der positiven Resonanz der Eltern konnte ich meinen Traum verwirklichen.“ Und einem Jungen rutscht entzückt heraus: „Frieda – ich liebe dich so sehr wie meine Oma.“ isy



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