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Von freilaufenden Hunden bis zu klappernden Gullydeckeln: Bürgermeistersprechstunde am Markt

Forum für die kleinen Ärgernisse des Alltags

Aerzen (sbr). Hunde, die trotz Leinenpflicht frei herumlaufen, klappernde Gullydeckel, fehlende Beleuchtung auf öffentlichen Plätzen, Industrielärm in der Nähe von Wohnhäusern, der Sinn und Zweck von Brenntagen, Poststempelverweise auf amtlichen Schreiben, die gar keinen Poststempel mehr tragen, nicht vorhandene Hausnummern und Straßenverunreinigungen, die nicht vom Verursacher entfernt wurden: Die Liste ist lang, wenn Bürgermeister Bernhard Wagner nach zwei Stunden Bürgermeistersprechstunde seine Notizen schließt und seinen mittlerweile schon angestammten Platz auf dem Aerzener Wochenmarkt verlässt. Seit fast zwei Jahren steht Bernhard Wagner im Rahmen der Bürgermeister-Sprechstunde regelmäßig am ersten Freitag im Monat für Vorschläge, Kritik und Anregungen der Bevölkerung des Fleckens zur Verfügung.

veröffentlicht am 13.04.2010 um 17:15 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 10:41 Uhr

Die Hemmschwelle ist gering bei der Bürgermeistersprechstunde au
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Ein Angebot, das gut angenommen wird. 19 Besucher haben die vergangene Sprechstunde genutzt, um ihre Anliegen meist kurz, knapp und formlos vorzutragen. Bei 120 Minuten Sprechzeit sind das nicht einmal zehn Minuten pro Bürger – und mancher hat gar eine ganze Liste von Anregungen und Vorschlägen dabei. „Wenn ich das Gefühl habe, hier besteht längerer Gesprächsbedarf, nehme ich das Anliegen erst einmal zur Kenntnis und vereinbare einen späteren Termin mit dem Bürger oder der Bürgerin. Manche Dinge sind nicht so einfach auf dem Markt zu klären“, erklärt Bürgermeister Bernhard Wagner. „In der Regel sind es Beobachtungen, die die Menschen an mich weitergeben. Ich komme kurz mit den Bürgern ins Gespräch und kann mir stichpunktartig Notizen machen, um die Angelegenheit an die zuständige Stelle weiterzuleiten“, erläutert er das Prinzip seiner Sprechstunde weiter.

Inzwischen hat sich bereits eine Warteschlange am Stehtisch mit dem Informationsmaterial des Fleckens gebildet. Die Bürgermeistersprechstunde ist beliebt. Keine Vorzimmerdame, bei der erst ein Gesprächstermin vereinbart werden muss, kein Amtszimmer, das Gesprächen immer gleich so einen förmlichen Charakter verleiht. Zwanglos, bürgernah und in lockerer Runde, so lieben die Aerzener das Gespräch mit ihrem Bürgermeister.

„Ganz oben auf der Liste stehen dieses Mal Beschwerden über das Verhalten von Hundebesitzern. Trotz mehrfacher öffentlicher Aufforderung, die Leinenpflicht einzuhalten, lassen sie nach wie vor ihre Vierbeiner unangeleint durch den Ort und die angrenzende Feldmark streifen. Darüber hinaus ärgern sich die Anwohner über die Hinterlassenschaften der Hunde auf vielen Bürgersteigen und Wegen“, gibt Bürgermeister Wagner einen kleinen Einblick in seine Notizen. Aber auch die Verunreinigung des Rad- und Wanderweges entlang der alten Bahnstrecke durch weggespülten Lehm von den angrenzenden Feldern ist ein Ärgernis der Bevölkerung, genau wie lange Brombeerranken, die gerade auf diesem vielbenutzten Weg gen Reher zu gefährlichen Verengungen führen.

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Natürlich kann der Bürgermeister von seinem Stehtisch aus nicht jedes Problem gleich in Angriff nehmen, aber allein die Zusicherung, die zuständige Stelle zu informieren, schafft bei der Bevölkerung eine gewisse Befriedigung, denn in vielen Fällen folgten den Worten schnell Taten – und das hat sich unter den Aerzenern herumgesprochen. Und so sind es nicht nur neue Vorschläge, Kritik und Anregungen, die der Bürgermeister in der letzten Sprechstunde entgegennahm. Der eine oder andere Dank für die prompte Beseitigung des vorgebrachten Kritikpunktes war auch dabei, wie beispielsweise die bei der letzten Sprechstunde beanstandete Straßenbeleuchtung – deren defektes Leuchtmittel wurde unverzüglich nach der Fehlermeldung ausgetauscht.

Was sich im Kernort etabliert hat, soll in Zukunft auch als Bürgermeistersprechstunde in den Ortschaften in regelmäßigen Abständen verankert werden. Einen Großteil der umliegenden Orte hat Bernhard Wagner bereits im vergangenen Monat bereist, allerdings war die Resonanz aus der Bevölkerung sehr unterschiedlich und mit dem Gesprächsbedarf auf dem Wochenmarkt nicht zu vergleichen. „Aber trotzdem werde ich dieses Angebot in allen Orten aufrechterhalten und auch in Zukunft ein- bis zweimal im Jahr eine Bürgermeistersprechstunde anbieten“, erklärt Bernhard Wagner.

Die nächsten Termine für Bürgermeister-Sprechstunden in den Ortschaften sind am Dienstag, 20. April, um 17 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus (DGH) Dehmke, um 18 Uhr im DGH Dehmkerbrock und um 19 Uhr im DGH Herkendorf. Die Termine für Multhöpen und Gellersen werden noch bekannt gegeben.

Viele Aerzener beschwerten sich über das Verhalten von Hundebesitzern. „Hundeköttel mitnehmen“, fordert ein „Tier-Freund“, der sich an der Gellerser Straße ärgert, dass einige nur die dafür vorgesehenen Beutel rumzeigen.



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