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Andreas Lenk aus Hajen ist sogar ausgebildeter Binnenschiffer / Freizeitvergnügen für Gruppen

Floßführer – ein Job mit Spaßfaktor

Hajen (gm). Ob Weser, Emmer oder Humme – die Gewässer prägen die Region. Vom Leben am Wasser erzählen in unregelmäßigen Abständen die Beiträge einer Serie, die Emmerthaler und Aerzener mit ihren Beziehungen zu den Flüssen und Bachläufen vorstellen. Heute: die Floßführer auf der Weser.

veröffentlicht am 03.08.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 08:41 Uhr

Launischer Nordwestwind bereitet den Floßführern Steffen Schröder (l.) und Andreas Lenk (auf dem Floß vorne) Probleme, ihr 1,8 T
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Einer der seltenen Sommertage des Jahres, locker über 25 Grad Celsius und strahlender Sonnenschein. Auf der Weser ist die gefühlte Temperatur nicht ganz so hoch, denn hier weht ein angenehmer Nordwestwind, der die Wärme deutlich erträglicher macht und von allen Floßtouristen als angenehm empfunden wird. Eine muntere Truppe, allesamt Vertrauensleute eines Pharmazieunternehmens aus Halle in Westfalen, geht am frühen Nachmittag in Bodenwerder an Bord des Floßes. Die Floßführer Andreas Lenk und Steffen Schröder haben an diesem Tag bereits die erste Tour hinter sich. Sie führte etwa viereinhalb Stunden von Grave bis Bodenwerder. Bevor die elfköpfige Truppe aus Halle startet, machen die Floßführer einen kurzen Reinigungscheck. Der Müll wird entsorgt, neue Getränke und neue Verpflegung werden in Empfang genommen. „Für unseren Job hier auf dem Wasser benötigen wir einen Motorbootbinnenschein A und natürlich eine exakte Einweisung auf dem 1,8 Tonnen schweren Floßgefährt“, erklärt der Hajener Andreas Lenk, der vor seiner Karriere als Berufssoldat bereits eine fundierte Ausbildung zum Binnenschiffer genossen hatte. Seinem Co-Kapitän Steffen Schröder fehlt der „Wasserlappen“ zwar noch, aber die beiden Flößer ergänzen sich uneingeschränkt. „Noch darf ich nicht alleine fahren, aber demnächst, wenn ich meinen Motorbinnenschein A habe, gönne ich meinem älteren Kollegen auch mal ein paar Tage Urlaub mehr“, schmunzelt Schröder.

Beide stammen aus dem Weserdorf Hajen und kennen sich seit fast 30 Jahren. Für maximal 14 Personen ist das Binnenfloß, das sich alle drei Jahre einer strengen TÜV-Abnahme unterziehen muss, zugelassen. „Wenn wir mit zwei Floßführern an Bord sind, können wir nur zwölf Personen aufnehmen“, berichtet Steffen Schröder. Dennoch: Gruppengrößen bis zu 20 Personen sind möglich, weil Hydro-Bikes ins Schlepptau genommen werden können. „Gerade die fliegenden Wechsel zwischen dem relaxten Aufenthalt an Bord und den mit eigener Muskelkraft angetriebenen Wasserfahrrädern machen die Gruppenreisen so spannend“, weiß Lenk.

Rabea Meerkötter von dem Pharmazieunternehmen hatte zum Radeln auf dem Wasser keine Lust. „Das überlasse ich lieber den Männern, ich genieße die schöne Landschaft und die herrliche Sonne“, sagt die junge Frau, die erstmals mit einem Floß auf Entdeckungstour im Weserbergland ist. Ihre Kollegin Marie-Luise Mecklenburg ist bereits zum zweiten Mal Gast auf einem Floß. „Einfach herrlich, grandios, und wenn das Wetter mitspielt und das kulinarische Angebot so perfekt ist wie hier, könnte ein Ausflug unter Kollegen kaum schöner sein“, meint sie und steckt den Floßführern noch einen Schein beim Verlassen des auf 18 Fässern montierten fahrbaren Wassersteges zu. Die letzten Gäste verabschieden sich. Andreas Lenk und Steffen Schröder machen an ihrer letzten Anlegestation in Hajen „klar Schiff“.

Innerhalb von nicht einmal 60 Minuten zerlegen sie das 1,8 Tonnen schwere Floß in seine Einzelteile und verladen sie auf einen Anhänger. Feierabend für die Jungs ist aber erst dann, wenn das Floß samt Trailer bei seinem Eigner in Bodenwerder angekommen ist.



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