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Burkhard Hildebrandt macht mit seinen Touren auf die HIV-Problematik in Afrika aufmerksam

Floßfahrt soll Geld für neue Projekte bringen

Aerzen/Hameln (boh). Eine fast 12 000 Kilometer lange Reise hat der Aerzener Burkhard Hildebrandt mit seinem Fiat 500, Baujahr 1969, bereits hinter sich gebracht. Im Frühjahr dieses Jahres ist er vom Weserbergland aus nach Afrika aufgebrochen, um gezielt in Nordafrika Menschen mit einer HIV-Infektion, die zum Teil ähnlich wie Pestkranke im Mittelalter von der Gesellschaft ausgegrenzt und separiert werden, zu besuchen. Intention der Reise war Hildebrandts eigene Infektion mit der Immunschwäche, die bei ihm bereits 1995 diagnostiziert wurde. Über Jahre hat er mit sich und seinem Schicksal gehadert. Inzwischen sei er aber bereit, offen zu seiner Erkrankung zu stehen und seine Erfahrungen mit anderen Menschen zu teilen. „Nach wie vor ist HIV das große Tabuthema auf dem afrikanischen Kontinent“, erklärt Hildebrandt. Und das, obwohl epidemiologische Angaben belegen, dass Afrika einen vorderen Platz bei der Zahl der registrierten Aids-Fälle und Neuinfektionen einnimmt. „Prävention ist faktisch nicht vorhanden, auch Medikamente können sich die wenigsten Betroffenen finanziell leisten“, berichtet er über Erfahrungen in Afrika. Stattdessen werde die Immunschwäche als Geißel der westlichen Welt bezeichnet, was nicht zuletzt Anreiz für die Reise nach Afrika gewesen sei, um dort vor Ort aufzuklären. Unterm Strich wertet der Aerzener HIV-Aktivist die Reise als vollen Erfolg. Mittlerweile hat er über seine Erfahrungen sogar ein Buch geschrieben mit dem Titel „Einmal Sahara und zurück mit 23 PS“. Das Manuskript wird zurzeit von einem Lektor überarbeitet. Einen Verleger hat Burkhard Hildebrandt bisher allerdings nicht gefunden. „Aber ich bin zuversichtlich“, betont er. Stillstand kennt der Aerzener ohnehin nicht, zumal seine Reise bundesweit für Aufsehen sorgte. Mittlerweile hat er von staatlicher Stelle eine Einladung aus Kiew erhalten. „Die Ukraine ist das am schnellsten wachsende Land Europas mit großer HIV-Problematik“, sagt Burghard Hildebrandt. Er soll vor Ort über seine Erfahrungen berichten. „Das wird insofern spannend und für mich eine Herausforderung darstellen, weil ich nicht genau weiß, wie in der Ukraine mit der AIDS-Thematik überhaupt umgegangen wird.“ Im Januar 2011 wird er die Reise in das osteuropäische Land antreten. Dazu sucht er noch eine Reisebegleitung. „Wichtig wäre mir jemand, der sich in der Ukraine gut auskennt – vielleicht sogar gebürtig von dort ist. Kontakt zu mir kann jederzeit aufgenommen werden.“ Auch den afrikanischen Kontinent wird Hildebrandt im nächsten Jahr erneut bereisen. Bei dieser Tour wird er erstmals mit dem Oldtimer komplett den Kontinent durchqueren. „Dazu verschiffe ich von Deutschland aus den Fiat nach Kapstadt und werde selbst nach Südafrika fliegen“, erzählt er. In jedem Staat, den er auf dieser 21 000 Kilometer langen Reise besucht, wird er sich Einrichtungen ansehen, die sich gezielt mit der HIV-Problematik beschäftigen. Er wird vor Ort das Gespräch mit Betroffenen suchen und Vorträge und Seminare in den Einrichtungen halten.

veröffentlicht am 11.10.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 01:21 Uhr

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