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Benefizkonzerte in Groß Berkel erbringen bislang fast 3800 Euro Spenden / Gesamtkosten: 52 000 Euro

Finanzieller Kraftakt für besondere Orgel

veröffentlicht am 17.04.2018 um 15:09 Uhr
aktualisiert am 17.04.2018 um 17:00 Uhr

Vielen Besuchern sei bewusst geworden, um was für ein besonderes Instrument es sich handelt. Foto: Hellmold-Ziesenis
Christian Branahl

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Christian Branahl Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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GROSS BERKEL. Mit der ersten Hälfte der Konzertserie kommt die Kirchengemeinde Groß Berkel ihrem Ziel näher, ihre bedeutende Orgel zu erhalten und vielleicht durch ein zusätzliches Register zu erweitern. Bei inzwischen fünf Benefizveranstaltungen seit Jahresbeginn sammelte die als „Orgelretter“ bezeichnete Initiative fast 3800 Euro Spenden, um die Rücklage aufzustocken, wie Pastor Simon Pabst berichtet – mehr als erhofft.

Vor der Sommerpause steht am Freitag ein weiteres Konzert auf dem Programm. Stefan Bothur spricht Friedrich Schillers „Das Lied von der Glocke“ und improvisiert dazu an der Orgel. „Ein Abend, um unsere Orgel von einer ganz neuen Seite kennenzulernen“, teilt Doris Hellmold-Ziesenis von der Initiative mit, die sich für das Instrument einsetzt.

Bislang bot die Reihe mehr als nur besondere Klänge auf der „Königin der Instrumente“. Bei freiem Eintritt und gleichzeitiger Bitte um Spenden erlebten die Zuhörer darüber hinaus Bigband-Sound, Seemannslieder und A-capella-Gesang. Vier weitere Konzerte stehen ab August auf dem Programm. „Super gelaufen“, zieht Hellmold-Ziesenis eine positive Zwischenbilanz. Sie räumt ein, dass es bei den Planungen im Vorfeld durchaus Skepsis gegeben habe. „Aber unsere Erwartungen wurden weit übertroffen“, sagt sie. Durchweg gut sei der Besuch gewesen, beispielsweise mehr als 200 Zuhörer beim Vokalensemble Women in Voice.

Majestätisches Instrument und klassischer Text treffen auf experimentierfreudigen Organisten. Stefan Bothur spielt am Freitag. Foto: Hellmold-Ziesenis
  • Majestätisches Instrument und klassischer Text treffen auf experimentierfreudigen Organisten. Stefan Bothur spielt am Freitag. Foto: Hellmold-Ziesenis

Vor allem bei Konzerten mit Orgelmusik sei vielen Gästen – auch aus der Region – „bewusst geworden, um was für ein besonderes Instrument es sich handelt“. Hinter dem prächtigen Barockprospekt von 1791 befinden sich über 1300 Pfeifen. Das Instrument selbst mit 23 Registern wurde 1981 von der Orgelbaufirma Hillebrand aus Altwarmbüchen erbaut und von der Firma Mühleisen aus Straßburg 1994 zu einer Gottfried-Silbermann-nahen Version weiterentwickelt. Doch: Schimmel und Staub haben der Orgel zugesetzt, dringend bedarf sie einer grundlegenden Reinigung. Ein finanzieller Kraftakt, der sich in den Dimensionen begründet. 1363 Pfeifen – von wenigen Zentimetern bis 2,40 Meter Länge – müssten herausgenommen und gereinigt werden. „Ein Riesenaufwand“, sagt Hellmold-Ziesenis. Je mehr sie sich mit dem Instrument beschäftige, umso stärker wachse ihre Bewunderung für die Orgelbauer mit ihrem seit Jahrhunderten entwickelten Handwerk, sagt sie.

Zwar liege die Entscheidung beim neuen Kirchenvorstand, ob das Instrument um ein Trompeten-Register (15 000 Euro) erweitert werde, doch gebe es eine „starke Tendenz“ für diese Investition, sagt Pastor Pabst. Dafür wirbt auch der frühere Kirchenkreiskantor Hans Christoph Becker-Foss, denn: Damit wäre die Hillebrand/Mühleisen-Orgel ein komplettes Instrument im elsässisch-französischen Stil und die einzige ihrer Art zwischen Großburgwedel und Ostfriesland. Zusammen mit den anderen notwendigen Arbeiten würden sich die Kosten „auf 52 000 Euro plus X“ summieren, sagt Pabst.


Nächstes Konzert: Damit die Kirchengemeinde ihrem Ziel näher kommt – sie hofft auch auf Firmenspenden und Gelder der Landeskirche –, dazu soll das sechste Konzert am Freitag, 20. April, ab 18 Uhr in der St.-Johannis-Kirche beitragen. „Majestätisches Instrument und klassischer Text treffen auf experimentierfreudigen Organisten“, heißt es dann. Stefan Bothur ist seit 1993 Dorforganist in Hachmühlen und als freier Musiker im Altkreis Springe sowie im Hamelner Raum tätig.



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