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Ratsgruppe SPD/Grüne schlägt Diskussionsrunde zum Problem der Gebäudefrage der Ortswehren vor

Feuerwehr-Streit und die Hoffnung auf Gespräche

EMMERTHAL.Die Debatte um die drei Ortswehren Amelgatzen, Welsede und Hämelschenburg soll in einem gemeinsamen Gespräch mit allen Beteiligten hinter verschlossenen Türen geführt werden – und zwar mit dem Ziel, einen Konsens zu finden. Der Streit geht um den Bau eines gemeinsamen Gebäudes für alle Brandschützer der Ortschaft.

veröffentlicht am 15.11.2018 um 18:02 Uhr

Hängen die Jacken der Brandschützer von drei Ortswehren bald an einem zentralen Standort? Um diese Frage wird in Amelgatzen, Hämelschenburg und Welsede derzeit heftig gestritten. Foto: Dana
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Autor

Burkhard Reimer Reporter
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Einerseits waren sich im Grunde alle einig, dass das vielleicht lohnenswert wäre. Aber andererseits ging es ja auch um Politik, wenn auch „nur“ um Kommunalpolitik. Und da ist es auf kommunaler Ebene, also beispielsweise in Emmerthal, nicht anders als in in Berlin oder gar in Brüssel. Da kann nun einmal, wenn die eine Seite einen Vorschlag macht, die andere dem nicht einfach so zustimmen. Das gehört sich schließlich nicht. Da ist es nun mal der Brauch, ja, es gehört gewissermaßen zum „guten Ton“, dass erst einmal eingehend hinterfragt und ausführlich diskutiert wird.

Da geht es also in Emmerthal um die Frage, ob es künftig für die drei Ortsfeuerwehren in Amelgatzen, Hämelschenburg und Welsede jeweils ein neues Feuerwehrhaus geben soll oder ob in einem der Orte, dem zentralsten, wie es heißt, ein entsprechend größeres gebaut werden sollte, von dem aus dann eine neue, so genannte „Stützpunktwehr“ agieren könnte. Nun wäre zwar, wie inzwischen eine Kostenschätzung ergeben hat, diese Lösung um rund eine Million Euro preiswerter zu haben, als die mit drei Feuerwehrhäusern, könnte aber darauf hinauslaufen, dass zwei der Ortswehren ihr Kommando abgeben, sich also sozusagen „unter die Fuchtel“ der dritten stellen müssten. „Was St. Florian verhüten möge“, rufen daraufhin die dann möglicherweise unterstellten Blauröcke aus. Sie blasen zum Aufstand, drohen gar offen mit ihrem Austritt aus den Reihen der Freiwilligen Feuerwehr.

Man kann die Empörung ja auch verstehen, denn sie sind es schließlich, die, wenn’s brennt, ausrücken und dabei oft genug ihre Gesundheit gefährden, wenn nicht gar ihr Leben aufs Spiel setzen müssen. Wer wollte ihnen verdenken, dass sie sich dagegen wehren, dass genau über die Köpfe hinweg entschieden wird, die sie im Ernstfall hinhalten müssen?

Um einen Ausweg aus dieser Bredouille zu finden, schlägt also die eine Seite, es ist die Ratsgruppe aus SPD und Bündnis 90/Die Grünen, vor, man solle doch alle Mitglieder der Wehren aus Amelgatzen, Hämelschenburg und Welsede zu einer gemeinsamen Veranstaltung zusammenrufen, die von einer externen, also neutralen Person moderiert werden soll. Neben allen Kameraden der Ortswehren und ihren Führungskräften sowie dem Gemeindebrandmeister und seinen beiden Stellvertretern sollten auch Bürgermeister Andreas Grossmann, Erster Gemeinderat Elmar Günzel sowie eine Auswahl zuvor von den Fraktionen benannter Ratsmitglieder der Diskussionsrunde angehören. In einer nicht öffentlichen Veranstaltung, in der man allen übrigen Ratsmitgliedern aber zumindest das Zuhören gestatten will, soll es zur Aussprache über die Zukunft der Wehren kommen – und zwar „mit Konsensanspruch“, wie es im Antrag ausdrücklich heißt. Das Ergebnis könne dann, so die Antragsteller weiter, „zur Entscheidungsfindung im Rat beitragen“. Das wiederum bedeutet aber auch dass die Veranstaltung „zeitnah“, mithin noch vor den Beratungen zum Haushalt 2019, stattfinden sollte.

Und nun kommt die andere Seite, nämlich die Gruppe aus CDU und Freien Wählern (FWE), ins Spiel. „Alles schön und gut“, heißt es aus dieser Richtung, aber schließlich seien doch alle Wehren schon zu den Beratungen des Arbeitskreises Feuerwehr eingeladen gewesen und hätten dort die Möglichkeit gehabt, ihre Meinung vorzutragen. Insofern sei es höchst fraglich, ob eine solche Veranstaltung, die obendrein Zeit und Geld koste, zu einem neuen Meinungsbild führen werde. Hinzu komme die Frage, wie das Ganze überhaupt so kurzfristig bewerkstelligt werden solle.

So ging es hin und her, bis schließlich ein Argument ins Feld geführt wurde, dem sich offenbar letztlich niemand verschließen mochte. Dass nämlich eine solche Gesprächsrunde immerhin die Möglichkeit berge, „dass wieder so etwas wie Gesprächskultur in das Thema“ Einzug halte. „Und das ist“, so der Wortführer, „mir die Sache allemal wert“. So gab es am Ende dann doch ungeteilte Zustimmung zu dem Antrag.



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