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Stellvertretender Gemeindebrandmeister kritisiert: Ohne Bedarfsplan fehlt Planungssicherheit / CDU: Investitionsstau wird größer

Feuerwehren schlagen Alarm

EMMERTHAL. Die Nerven liegen offenbar blank bei den Emmerthaler Feuerwehren. Der stellvertretende Gemeindebrandmeister Kay Leinemann kritisierte gegenüber Politikern und Verwaltung den wachsenden Unmut, dass der Feuerwehrbedarfsplan noch immer nicht fertig sei. Damit fehle Planungssicherheit, sagte er.

veröffentlicht am 06.06.2017 um 12:36 Uhr

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Christian Branahl

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Christian Branahl Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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Die Wehren müssten auf Ersatz bei Fahrzeugen warten, während andere Kommunen ebenfalls Zuschüsse beim Landkreis einwerben würden. „Die Verwaltung macht zu wenig Druck“, sagte Leinemann unter Hinweis auf das beauftragte Fachbüro. Ein Vorwurf, den Erster Gemeinderat Elmar Günzel zwar zurückwies. CDU-Politiker, Rolf Keller vorneweg, unterstützten hingegen die Kritik der Brandschützer.

„Der Investitionsstau wird größer“, warnte Keller vor den Folgen, dass Ersatzbeschaffungen vertagt würden, um die Ergebnisse des Feuerwehrbedarfsplanes abzuwarten. „Das kann nicht die Zukunftsfähigkeit unserer 17 Ortswehren fördern“, sagte der Ratsherr in dem für den Brandschutz der Gemeinde zuständigen politischen Fachausschuss.

Ein Fachbüro stellt derzeit die notwendigen Details für ein Konzept zusammen. In dem Plan geht es im Wesentlichen darum, den aktuellen Bereich des Brandschutzes von Gebäuden, Fahrzeugen und Ausrüstung bis hin zur personellen Stärke der Wehren mit Daten zu dokumentieren, aber auch, wie lange etwa sie benötigen, um zum Einsatz ausrücken zu können. Darauf aufbauend sollen Empfehlungen erarbeitet werden, um als Gemeinde einen ausreichenden Brandschutz gewährleisten zu können.

Leinemann, inzwischen auch stellvertretender Kreisbrandmeister, nutzte nun die Gelegenheit, erstmals für das Gemeindekommando im Fachausschuss zu sprechen, für seine deutliche Kritik. Offensichtlich würden die Planungen kein Ende nehmen. Nun gehe es sogar darum, für die Gutachter die Löschwassermengen in den einzelnen Orten zu ermitteln. Die Wehren seien mit dem zeitlichen Ablauf unzufrieden, sagte Leinemann.

„Wir laufen lange, lange dahinter her“, sagte Ratsherr Keller. Sein Dank galt dem stellvertretenden Gemeindebrandmeister, die Probleme „in der Deutlichkeit erstmalig so dargestellt zu haben“. Als Ortsbürgermeister von Börry verwies er darauf, dass im Ilsetal derzeit die Feuerwehrgerätehäuser inspiziert würden. Es würde eine lange Mängelliste geben. „Wir müssen Geld für den Brandschutz in die Hand nehmen, auch um die Motivation zu erhalten“, forderte der Christdemokrat.

Für die Verwaltung kam die Kritik überraschend. Alle Beschlüsse seien auf politischer Ebene und bei den Feuerwehren einstimmig getroffen worden, sagte Günzel. Fakt sei, dass es Verzögerungen gebe. „Wir haben uns das alles schneller vorgestellt“, räumte der Erste Gemeinderat ein. Allerdings liege die Verantwortung teilweise auch bei einigen Ortswehren, die manche Daten nicht oder zu spät an das Fachbüro geliefert hätten. Grundsätzlich stellte er heraus, dass zunächst die Feuerwehr den Bedarfsplan, sobald er vorliegt, verabschieden müsse, bevor politisch beraten werde. Beim Landkreis seien über den Gemeindehaushalt quasi Zuschüsse reserviert, die nicht verlorengehen würden. Mit Blick auf diese Investitionen sagte Günzel: „Ich behaupte mal, wir haben noch keine Sekunde verloren.“

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